Der USA Bären-Thread

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neuester Beitrag: 20.01.20 13:42
eröffnet am: 20.02.07 18:45 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 139036
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20.02.07 18:45
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58903 Postings, 5737 Tage Anti LemmingDer USA Bären-Thread

Dies ist ein Thread für mittelfristig orientierte Bären (keine Daytrader), die im Laufe dieses Jahres mit einem stärkeren Rückgang der US-Indizes rechnen - u. a. auf Grund folgender Fundamental-Faktoren:





1.  Zunehmende Probleme im US-Housing-Markt wegen Überkapazitäten, fallender Preise,
    rückläufiger Verkaufszahlen und fauler Hypotheken, vor allem im Subprime-Sektor

2.  Auf Grund dessen mögliche Banken-, Junkbond- und/oder Hedgefonds-Krise
    (HSBC warnte bereits)

3.  Überschuldung der USA im Inland (negative Sparquote, Haushaltsdefizit)
    und im Ausland (Handelsdefizit)

4.  Möglicher weiterer Wertverlust des Dollars zum Euro (zurzeit bereits über 1,30)

5.  Anziehende Inflation wegen Überschuldung und unkontrollierten Geldmengenwachstums

6.  Weitere Zinserhöhungen der Fed zur Inflationsbekämpfung

7.  Rückgang des US-Konsumentenvertrauens und weniger Konsum wegen der
    Liquiditätsrückgänge und drückender Housing-Schulden

8.  Rückabwicklung von Yen-Carry-Trades, weil Japan die Zinsen erhöht
    -> Ende der "globalen Hyperliquidität"

9.  Probleme im Irak, wachsende Kriegsgefahr in Iran/Nahost, Ölpreis-Anstieg

10. Terrorgefahr

11. Überbewertung der US-Aktien (das DOW-JONES KGV für 2006 liegt bei 24,25,
    das des SP-500 bei 19)

12. Aktien-Hausse der letzten vier Jahre verlief ohne nennenswerte Korrekturen
    (untypisch)





Dieser Thread soll meinen inzwischen leider teilweise gelöschten Doomsday-Bären-Thread ersetzen. Außerdem möchte ich in diesem Eingangsposting deutlich machen, dass der Fokus auf USA liegt (der DAX spielt nur am Rande eine Rolle, da die wirtschaftliche Lage hier zu Lande besser ist).

Ich wünsch mir in diesem Thread eine faire, offene und vor allem sachliche Diskussion, möglichst wenig persönliche Querelen, Beleidigungen und sinnlose Hahnenkämpfe. Wer notorisch stört und Unfrieden stiftet oder rassistische Sprüche ablässt, kommt auf die Ignore-Liste (was weitere Postings hier verhindert).
 
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18.01.20 12:41
5

58903 Postings, 5737 Tage Anti Lemming# 011 Fed schaltet offenbar in Anti-Blasen-Modus

Im verlinkten Artikel von # 011 wird Fed-Falke Robert Kaplan zitiert mit:

?Balance sheet growth is not free?, meinte er. Grosse Zentralbankbilanzen haben Nebenwirkungen. Das ist erstaunlich.

Auch mir waren diese falkischen Äußerungen Kaplans bereits am Mittwoch aufgefallen:
https://www.ariva.de/forum/...n-thread-283343?page=5559#jumppos138981

Was könnte der Hintergrund sein?

Wenn die Fed einen ihrer Direktoren mit solchen Äußerungen "vorschickt" - man sollte mMn nicht davon ausgehen, dass diese Leute sich einfach so "frei" äußern können -, ist davon auszugehen, dass Fed-Chef Powell "die Muffe geht".

Warum?

Fahnenstangen an Aktienmärkten, die in spekulativen Exzessen das letzte freie Kapital (+ Margin-Kredite) aufsaugen, führen zwar kurzfristig zu "beeindruckenden" Steilanstiegen. Doch meist schlagen diese Steilanstiege dann unvermutet in Verkaufslawinen um....

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Eine Serie solcher "Kirchturm-Charts", wie ich sie nenne, hatte ich am Ende dieses Threads (ab # 18) gezeigt:
https://www.ariva.de/forum/...n-nur-2-monaten-334991?page=0#jumppos18
---------------------------------

...Dass dies nicht nur bei Einzelaktien (wie Potash, K+S, ein Großteil des Dot.com-Schrotts) so läuft, zeigt die Kursentwicklung der US-Indizes in 2000 ff. und 2008 ff.

Denn wenn das letzte freie Kapital bereits investiert ist und die Kurse zu sacken beginnen, stehen per Definition (eben "letztes freies Kapital") keine weiteren sterblichen Käufer mehr bereit. Nun können nur noch die Notenbanker und das mit ihr eng zusammenarbeitende PPT die kollabierenden Märkte auffangen. Das PPT verwendet dazu vorzugsweise SP-500 Futures.

Es gibt in solcher Gemengelage aber eben nicht nur keine Käufer mehr, sondern es kommt hinzu, dass auch die HF-Algo-Maschinen auf Verkaufsmodus umschalten. Obendrauf kommen prozyklische Shortseller. Die Verkaufslawine kann dann so stark werden, dass das PPT die Kontrolle über die Märkte verliert.

Beispiel: 2008 fiel der SP-500 wie ein Stein. Auch damals gab es schon das PPT. Aber der Abverkauf war zu massiv - und ja auch "fundamental unterlegt" - als dass die Fed die Lawine hätte stoppen können. (Den Flash-Crash von 2010 konnte das PPT zunächst ebenfalls nicht stoppen.)

Auch Öl zeigte 2008 einen Kirchturm-Chart: Futuretrader, die offenbar inoffiziell die Aufgabe (von wem auch immer) erhalten hatten, die Rohstoffmärkte hemmungslos aufzublasen - in der Erwartung, dass die Euphorie dann auf den Aktienmarkt (und womöglich sogar auf Hauspreise) überspringt und so die Subprime-Aktienkrise verhindert -, hievten Öl in der ersten Jahreshälfte 2008 bis auf 150 Dollar. Eine lupenreine Blase. Im Dezember 2008 hingegen sackte Öl, da die spekulativen Positionen wieder aufgelöst wurden und starker genereller Verkaufsdruck entstand, auf 35 Dollar. Das war ein Absturz ab Top von rund 75 %!

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Zurück zum Hier und Jetzt: Powell sieht an den Charts, dass die Märkte in die Phase irrationalen Überschwangs (Rinderwahn) eingetreten sind. Wenn er eine Extremblase zulässt und sogar mit weiterem Repo-QE zusätzlich "befeuert", ließe sich der SP-500 womöglich bis 4000 oder höher aufblasen. Doch bei der Rückabwicklung dieses Kirchturm-Charts könnte er innerhalb weniger Monate auf 1000 abstürzen. Das wäre ein ähnlicher Rückgang um 75 % wie beim Öl in der zweiten Jahreshälfte 2008 (letzter Absatz).

Es handelt sich hier um Beispiele extremer (spekulativer) Marktdynamik - zuerst aufwärts, danach noch rasanter abwärts.

Um solche Entwicklungen zu vermeiden, muss die Fed rechtzeitig auf die Bremse treten - und vor allem damit Aufhören, noch weiteres Öl in das Marktfeuer zu kippen. Die Betonung liegt dabei auf: rechtzeitig.

Man kann daher mMn davon ausgehen, dass Powell den Herrn Kaplan jetzt vorgeschickt hat, um schon mal zu warnen, dass die Fed die aktuelle Kursentwicklung nicht nur mit Wohlwollen verfolgt. Sie würde es tun, WENN sich die Märkte nach weiterem Aufblasen bei SP-500 = 4000 HALTEN ließen. Das ist aber unrealistisch. Ähnlich unrealistisch wie der Erwartung, dass sich Volkswagen-Stämme nach dem Shortsqueeze Ende 2008 dauerhaft bei 1000 Euro halten würden und Volkswagen dauerhaft "die wertvollste Firma der Welt" geblieben wäre.

Nach Kaplans eher psychologischer Verbalwarnung dürfte demnächst die offizielle Ankündigung folgen, dass die Fed ihre Repo-Aufkäufe einstellt, weil die "Liquiditätskrise" nicht mehr akut sei. Immerhin hat der SP-500 bereits Mitte Januar das Kursziel von 3330 erreicht, das die bullischste alle Investmentbanken, Bank of America, für Ende 2020 in Aussicht gestellt hatte. Noch höhere Index-Stände, und die Fahnenstange samt Rückabwicklung nähme technisch ihren unvermeidlichen Lauf.

Das wäre dann auch nicht mehr im Interesse Trumps, dem die zunehmend nicht-mehr-neutrale US-Notenbank ja indirekt zu folgen scheint. Stünde der SP-500 im Sommer bei 1000, würde Trump wohl nicht wiedergewählt werden.

Falls meine Thesen hier zutreffen (sie sind hochspekulativ), sollten wir demnächst die Meldung vom Ende der Repo-Aufkäufe erhalten. Außerdem würden sich die künftig vorgeschickten Fed-Direktoren eher falkisch äußern und z. B. kundtun, dass der starke Arbeitsmarkt in USA die Inflationsgefahr erhöht habe - CPI ist ja immerhin schon bei 2,3 %, und die Leitzinsen bei nur 1,5 % -  und deshalb nicht mehr mit weiteren Zinssenkungen der Fed (die der Markt offenbar schon eingepreist hat) zu rechnen sei. Oder dass sogar neue Zinserhöhungen in Aussicht gestellt werden.

Solche Ankündigungen von Zinserhöhungen dienen vor allem der verbalen Marktsteuerung. Sie verpflichten die Fed praktisch zu nichts. Auch im Dezember 2018, als der SP-500 auf 2350 gefallen war, hatte die Fed in den Monaten davor drei oder vier weitere Zinserhöhungen für 2019 in Aussicht gestellt, die den Aktienmarkt drückten. Faktisch gab es dann das Gegenteil, nämlich drei ZinsSENKUNGEN in 2019.

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BEISPIEL EINES KIRCHTURM-CHARTS
 
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19.01.20 09:48
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58903 Postings, 5737 Tage Anti LemmingFinanzwelt stand im Herbst vor Über-Lehman-Knall

Am 16. September, als die "Repo-Krise" begann, sind die Übernacht-Zinsen im Interbankenmarkt schlagartig auf über 10 % hochgeschossen.

Lange war unklar, was die wirkliche Ursache dafür war.

Jetzt kommt Licht in das Dunkel. Zerohedge berichtet unten, dass im September drei der weltgrößten Hedgefonds in Schieflage geraten waren. Sie benötigen eine Rettung durch die Fed wie 1998 der verzockte Mega-Hedgefonds LTCM (Long Term Capital Management).

Es handelte sich um die drei Hedgefonds Millennium, Citadel und Point 72. Sie hatten stark gehebelt (siehe Grafik unten) im Repo-Markt spekuliert. Als der Markt austrocknete, drohte ein "Multiple-LTCM-Crash", so Zerohedge, "der eine Lawine von Margin Calls losgetreten hätte. Hedgefonds-Assets in Billionenhöhe (engl. trillions) hätten zwangsliquidiert werden müssen."

Kurz: Die Finanzwelt stand einen halben Schritt vor dem Über-Lehman-Knall.

Um solche Schieflagen künftig zu vermeiden, hat die Fed nun ein neues "Tool" entwickelt, mit dem Rettungsgeld direkt an Hedgefonds gezahlt werden soll, schreibt Zerohedge unten.

D.h. die Fed ist jetzt vollends zum Casinobetreiber verkommen.

FAZIT: Die ganze Monster-Aktienmarktrally ab Herbst verdanken wir nichts anderem als den Hunderten Milliarden Dollar, die die Fed seit Herbst in Form von Schatten-QE in den Repo-Markt gehauen hat - nur um drei verzockte Hedgefonds auszubailen.

https://www.zerohedge.com/markets/...ge-funds-next-repo-market-crisis

...In short, and as shown in the chart above, some of the world's biggest hedge funds are active in the repo market to boost their returns. The problem is what happens when repo rates get unhinged as happened on September 16: for the best example of how market players react when their underlying correlations go tilt, look no further than what happened to LTCM in 1998.

This also explains why the Fed panicked in response to the GC repo rate blowing out to 10% on Sept 16, and instantly implemented repos as well as rushed to launch QE 4: not only was Fed Chair Powell facing an LTCM like situation, but because the repo-funded arb was (ab)used by most multi-strat funds, the Federal Reserve was suddenly facing a constellation of multiple LTCM blow-ups that could have started an avalanche that would have resulted in trillions of assets being forcefully liquidated as a tsunami of margin calls hit the hedge funds world.  
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19.01.20 10:17
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58903 Postings, 5737 Tage Anti LemmingBIS zur Repo-Krise

Die BIS (Bank for International Settlements) ist ein Art "Zentralbank der Zentralbanken". Von der BIS stammt der folgende Bericht zur Repo-Krise in USA im September.

Die BIS stellt die aufschlussreiche Frage: War der September-Stress im Repo-Markt vorübergehend, oder war er strukturell bedingt?

Man könnte auch fragen: War der Stress temporär, oder läuft er unter der Oberfläche weiter?

Sicher ist, dass die offiziellen Erklärungen (gehäufte Steuerzahlungen usw.) das Problem nicht hinreichend erklären - oder, salopper gesagt, erlogen waren.

https://www.bis.org/publ/qtrpdf/r_qt1912v.htm

September stress in dollar repo markets: passing or structural?

The mid-September tensions in the US dollar market for repurchase agreements (repos) were highly unusual. Repo rates typically fluctuate in an intraday range of 10 basis points, or at most 20 basis points. On 17 September, the secured overnight funding rate (SOFR) - the new, repo market-based, US dollar overnight reference rate - more than doubled, and the intraday range jumped to about 700 basis points. Intraday volatility in the federal funds rate was also unusually high. The reasons for this dislocation have been extensively debated; explanations include a due date for US corporate taxes and a large settlement of US Treasury securities. Yet none of these temporary factors can fully explain the exceptional jump in repo rates.

This box focuses on the distribution of liquid assets in the US banking system and how it became an underlying structural factor that could have amplified the repo rate reaction. US repo markets currently rely heavily on four banks as marginal lenders. As the composition of their liquid assets became more skewed towards US Treasuries, their ability to supply funding at short notice in repo markets was diminished. At the same time, increased demand for funding from leveraged financial institutions (eg hedge funds - A:L.: siehe # 013) via Treasury repos appears to have compounded the strains of the temporary factors. Finally, the stress may have been amplified in part by hysteresis effects brought about by a long period of abundant reserves, owing to the Federal Reserve's large-scale asset purchases.

A repo transaction is a short-term (usually overnight) collateralised loan, in which the borrower (of cash) sells a security (typically government bonds as collateral) to the lender, with a commitment to buy it back later at the same price plus interest. Repo markets redistribute liquidity between financial institutions: not only banks (as is the case with the federal funds market), but also insurance companies, asset managers, money market funds and other institutional investors. In so doing, they help other financial markets to function smoothly. Thus, any sustained disruption in this [Repo] market, with daily turnover in the US market of about $1 trillion, could quickly ripple through the financial system. The freezing-up of repo markets in late 2008 was one of the most damaging aspects of the Great Financial Crisis (GFC)....  
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19.01.20 11:33
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58903 Postings, 5737 Tage Anti LemmingDenkfutter für Bären

Auch die Rohstoff-Blase aus 2008 war mMn eine Vor-Krisen-Blase (siehe # 012). Damals wurden von unsichtbarer (Future-)Hand die Rohstoffpreise aufgepumpt - offenbar in der Erwartung, damit eine generelle Vermögenspreis-Inflationierung herbeizuführen, bei der auch die Banken ihren Subprime-Druck (faule Hypotheken wegen fallender Hauspreise) loswürden.

Das klappte anfangs auch sehr gut - bis zum Sommer 2008. Danach verebbte der künstlich erzeugte Boom (so wie sich auch die VW-Aktie nicht endlos bei 1000 Euro hielt). Die Rohstoffpreise begannen im Stil "Kirchturm-Chart, Westseite" wieder zu fallen. Im August waren die Commody-Indizes bereits um 20 % eingebrochen, während sich der Aktienmarkt noch leidlich oben hielt:

https://www.ariva.de/forum/lemmings-anti-rohstoff-thread-340852

Dann kam zu guter Letzt noch die Lehmanpleite und zog vollends den Rettungsstecker raus.

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Unter diesem Aspekt ist es interessant, Parallelen zur jetzigen Aktienmarkt-Blase zu ziehen, die ja ebenfalls nur das Ergebnis von "Krisengeld"-Gepumpe ist, in diesem Fall von der Fed.

Gibt es auch diesmal einen Kirchturm-Chart - entsprechend den bei Rohstoffen in 2008 - aber diesmal am Aktienmarkt? Und werden bei dessen allfälliger
"Rückabwicklung" womöglich sogar die enormen Pumpaktionen der Fed zur Rettung der drei o.g. Pleite-in-spe-Hedgefonds (# 013) zunichte gemacht?

So dass der "Über-Lehman-Knall" doch noch kommt? Sicher ist, dass die Fed (und Trump,) dies auf Biegen und Brechen zu verhindern versuchen werden. Ob es jedoch wirklich gelingt, steht auf einem anderen Blatt.

Die Börsenhistorie lehrt, dass es bislang noch keinen krass nach oben manipulierten Markt gegeben hat, der am Ende nicht doch zusammengebrochen wäre. Und dass "Diesmal alles anders" sein soll, mag ich nicht recht glauben.  

19.01.20 12:36

58903 Postings, 5737 Tage Anti Lemmingkleine stilistische Korrektur zu # 015

Es muss korrekt heißen: "Kirchturm-Chart, Ostseite"

Denn wenn man einen Chart "geographisch" betrachtet, ist die rechte Seite des Kirchturms (auf der es rapide wieder bergab geht) die "Ostseite".

Als Hilfskompass (für die Orientierung des Chart-"Koordinatensystems") können die Formulierungen "Kurse gehen nach Norden" oder "Kurse gehen nach Süden" vorgegeben. Nach "rechts" ist dann Ost.  

19.01.20 12:43
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427 Postings, 579 Tage birkensaft@AL

Meiner Meinung nach sind wir gerade nicht in einem Bullenmarkt für Rohstoffe wie 2008, sondern am Ende eines Bärenmarktes wie 2000. Deshalb sind Rohstoffe bislang noch weitgehend unten, auch wenn es meiner Meinung nach gerade anfängt zu drehen. Allein Palladium rallyt, genau wie 2000, was meiner Meinung nach auf massive Short squeezes zurückzuführen ist. Ich bin mir auch nicht so sicher, ob du mit deiner Hypothese richtig liegst, dass 2008 bewusst eine Rohstoffblase aufgeblasen wurde, vielleicht war es auch einfach nur das (natürliche) Grand Finale des Bullenmarktes, der ab 2002 anfing.
Wie gesagt, ich sehe strukturell viele Gemeinsamkeiten zur Jahrtausendwende, auch eine gewisse Aktieneuphorie (bzw. ETF-Euphorie), Zockerhedgefunds und eine europäische Wirtschaft, die bereits in Schieflage ist, so dass es bislang eher eine Flucht in den Dollar (und damit die amerikanischen Märkte) gibt. Strukturell ist allerdings mehr in Schieflage als damals (schlechte Kredite bis zur Nasenspitze, überbordende Staatsverschuldung, wackeliger Bankensektor in Europa, evtl. auch in den USA unter der Oberfläche), d.h. könnte der Verlauf einer eintretenden Krise dann doch eher 2008 ähneln.  

19.01.20 13:10

58903 Postings, 5737 Tage Anti Lemming# 017 du hast meine Argumentation

offenbar nicht richtig verstanden. Ich habe nicht behauptet, wir hätten JETZT eine Rohstoffblase. Das kann jeder auf den ersten Blick erkennen, wenn er die Charts ansieht (unten).

Der GNX (Rohstoffindex) stand Mitte 2008 bei 750. Heute notiert er bei 426.

Meine These lautet vielmehr: Es gibt erneut das Phänomen, dass in einer Notrettungsaktion der Fed (Repo-Aktionen ab Sept.) Märkte mit Fed-Geld aufgeblasen werden. Diesmal wird allerdings der AKTIEN-Markt damit aufgeblasen.

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Interessant ist, dass die aktuelle Schieflage bei den drei genannten Hedgefonds (# 013) genau wie damals bei LTCM auf Zinsarbitrage-Geschäfte zurückgehen. Sie bringen wenig Profit und erfordern daher enorme Hebel.

Leidtragende des HF-Kollaps wären die vier größten US-Banken gewesen, die den Repo-Markt bis September liquide gehalten hatten. Die Repo-Aktien sind faktisch daher wieder mal ein Großbanken-Bailout.

Details später, muss jetzt weg.

 
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19.01.20 17:30

58903 Postings, 5737 Tage Anti LemmingZum Vergleich: Rohstoff-Index GNX in 2008

Damals lag das Top bei 900. Bezogen darauf stellt der aktuell Stand von 426 (Chart im letzten Posting, # 018) mehr als eine Halbierung dar.

GNX zeigte in 2008 ebenfalls den klassischen "Kirchturm-Chart" (vgl. # 012)

Fazit: Eine Rohstoffblase gab es damals, heute hingegen nicht.

Wohl aber gibt es aktuell die immense Fed-Blähung am Aktienmarkt. Und ich rechne damit, dass diese sich ähnlich (in Tränen] auflösen wird wie GNX in 2008.  
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19.01.20 18:10

58903 Postings, 5737 Tage Anti LemmingFed treibt die Märkte (Repos im SP-500 Chart)

 
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19.01.20 18:13

58903 Postings, 5737 Tage Anti LemmingApple-Aktie: RSI bei 90

Wenn das keine Fahnenstange ist...  
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19.01.20 18:17

58903 Postings, 5737 Tage Anti LemmingPut-Call-Verhältnis auf Langzeittief

In diesen "Tiefen" gab es historisch oft eine radikale Trendwende im PCR.

Aktuell haben wir den tiefsten Stand seit 2014.

Es gibt fast nur noch Call-Käufer, kaum Put-Käufer. Wenn zu viele Leute auf einer Seite des Boots stehen, steigt die Gefahr des Kenterns.  
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19.01.20 18:18

58903 Postings, 5737 Tage Anti LemmingNiedrige Intraday-Vola

deutet auf versteckte Distribution hin.  
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19.01.20 18:20

58903 Postings, 5737 Tage Anti LemmingNasdaq-100 ist Freitag am oberen Trendkanal

angestoßen.  
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19.01.20 18:23
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58903 Postings, 5737 Tage Anti LemmingSo, nun kein kein Historiker mehr behaupten,

der USA Bärenthread hätte am Top nicht gewarnt ;-)

Offen ist nur noch, ob es wirklich schon "das Top" ist.  

19.01.20 19:37
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7348 Postings, 5384 Tage PendulumTrump steuert Börsen via Twitter

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Deutschland schafft sich selbst ab.
Traurig aber wahr.
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19.01.20 21:46

58903 Postings, 5737 Tage Anti LemmingKorrektur zu # 018

Die Repo-Aktionen sind faktisch daher wieder mal ein Großbanken-Bailout.

 

19.01.20 21:56

1962 Postings, 625 Tage walter.euckenfalken, tauben und ne eule

obwohl jetzt das wef in davos ansteht erwarte ich eigentlich ne baldige ankündigung von lagarde, welche sich ja ganz unbescheiden als weder falke noch taube sondern eule (die schlaue) tituliert hat. ich denke, sie wird das inflationsziel der ezb von 2% aufgeben in der hoffnung, so wenigstens etwas mehr spielraum für eine notenbankpolotik zu bekommen, welche nicht ausschliesslich reagieren muss auf marktprtobleme sondern vielleicht auch mal von sich aus agieren kann/darf.

so, und jetzt muss ich ans wef, melde mich danach wieder.
(kleiner scherz, muss man hier ja erwähnen, sonst meint noch einer ich sei ein vip...)  

19.01.20 22:08
4

58903 Postings, 5737 Tage Anti LemmingWeitere Details zu # 018

(habe das Posting in Eile verfasst und musste es kurz halten).

Zerohedge schreibt, dass die vier größten amerikanischen Banken die Liquidität für den Repo-Markt bereitststellen. Bis 2017 waren sie noch Liquiditätsnehmer.
Die Großbanken sind daher die "supply side" am Repo-Markt.

Auf der anderen Seite des Repo-Marktes ("demand side") stehen die Hedgefonds (die drei genannten großen und viele andere). Sie betreiben in letzter Zeit gehäuft Zinsarbitragegeschäfte, die wenig Rendite bringen und daher hohe Hebel erfordern. Typischerweise sind sie laut BIS long in US-Staatsanleihen und short auf Zinsfutures, was geringe Arbitragegewinne bringt (ähnliche Deals hatte 1998 auch LTCM am Laufen).

Diese Trades bringen es laut Zerohedge mit sich, dass bei Schieflagen die Clearing-Stellen der Großbanken Liquiditätsprobleme bekommen. Die spekulativen Schieflagen der Hegefonds baden somit die Großbanken aus. Sie können dadurch sogar im Extremfall selber insolvent werden. Daher ist der Repo-Bailout, den die Fed seit Sept. betreibt, nur indirekt ein Hedgefonds-Bailout. Faktisch stellt er - wieder mal - einen Großbanken-Bailout dar.

Um die Fed auf den Plan zu rufen, hat JPM dem Repomarkt im September 100 Milliarden Dollar entzogen. So entstand ein Liquiditätsengpass am Repomarkt, den die die Fed auffüllen musste. JPM scheint diese Notlage wohlkalkuliert geplant zu haben. Die Bänker wussten, dass ihr Kapitalentzug die Fed zu neuem QE zwang, das bis heute läuft. Aus diesem Grund ist JPM im Eigenhandel zugleich massiv long Aktien gegangen. Das Rekordergebnis, das JPM vor einigen Tagen präsentierte, resultiert vor allem aus diesem Eigenhandel.

JPM agierte somit nach dem Soros-Prinzip: Vertraue keiner Krise, die du nicht selber erzeugt hast. ;-)

Um auch die Demand-Seite auszubailen, erwägt die Fed (laut WSJ), in Schieflagen geratenen Hedgefonds künftig direkt Geld zukommen lassen, teils auch über die Clearingstellen. Hedgefonds erhalten dadurch einen zusätzlichen "Fed-Put" für ihre riskanten Geschäfte. Da HFs oft mit Derivaten handeln, führt dies zu weiteren Marktverzerrungen.

ZH (link oben):

And since things are getting a bit fuzzy, let's summarize here is what we know:

- The repo crisis was the result of a liquidity shortfall at the "Top 4" banks, precipitated by JPMorgan's drain of over $100BN in repo market liquidity (a wise move, which eventually forced the Fed to launch QE4, and helped JPM report its most profitable year on record)

- The Fed addressed the "supply side" of the Sept repo crisis by injecting over $400BN in liquidity to replenish bank reserve levels, first via repo and then via T-Bill POMO, i.e., QE4.

- The Fed has yet to address the "demand side" of the Sept repo crisis, namely the market transmission mechanism which is intermediated by hedge funds. And it is here that, as the WSJ reported, the Fed is currently contemplating providing liquidity directly to hedge funds to prevent a systemic collapse during the next repo crisis, whenever it may strike.  

19.01.20 22:23

58903 Postings, 5737 Tage Anti Lemming# 029 liefert die Erklärung für die Sept.-Krise

am Repomarkt. Das hätte ich besser gleich als Titel über das Posting schreiben sollen.  

20.01.20 07:27

551 Postings, 326 Tage ErgebnisGuten Morgen liebe Bären ;O)


Ja, so eine kleine Korrektur im Index, aber ..

2020 erscheint mir so solide im Aufwärtstrend, zumindest bis Mai 2020  ;0)
nmM  :)

??

Eine kleine Auswahl an Short ETFs und  Bear ETFs
41 Best Inverse ETFs (Short ETFs / Bear ETFs)
https://www.stocktrader.com/inverse-short-etfs-bearish-etf-funds/


Duplizität der Ereignisse: 2000-2009 : Sep18-Jan20
ariva.de  

20.01.20 09:37
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7348 Postings, 5384 Tage PendulumImmer an den Terminator denken

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Deutschland schafft sich selbst ab.
Traurig aber wahr.
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20.01.20 10:32
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58903 Postings, 5737 Tage Anti LemmingAnalyst Newton: Lage sehr ähnlich wie Jan. 2018

https://www.marketwatch.com/story/...echnical-analyst-says-2020-01-17

Stock market investors could be setting themselves up for a nasty fall. That?s according to Mark Newton, a popular independent market technician, in a Friday note to clients.

?US stocks have moved up at a clip that?s eerily reminiscent of January 2018,? he wrote. ?No news really matters to shake markets, and bad economic news or earnings, not to mention geopolitical threats matter for a few hours only before the relentless rally continues unabated,? he wrote.

The S&P 500 index fell more than 10% between Jan. 26 of 2018 and Feb. 9 of that year, after rallying more than 27% between the start of 2017 and the Jan. 2018 top.

?Make no mistake, this market move is NOT normal, and is NOT something which should be able to continue technically into and through February without a major hiccup,? he added.

He pointed to spreads between high yield corporate bonds and investment grade corporate bonds as one signal that could be predicting a near-term downturn. ?High yield has started to trail off a little,?...

Newton said he is also concerned with measures of market sentiment, including the American Association of Indivdual Investors Sentiment Survey, Bank of America?s monthly survey of institutional investors and the monthly CBOE put-to-call ratio....
 

20.01.20 11:10

58903 Postings, 5737 Tage Anti LemmingBei Netflix, die morgen Zahlen

liefern, ist die Fahnenstange bereits "angebrochen". Es gibt zuviel neue Streaming-Konkurrenz, u. a. von Disney.

 
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20.01.20 13:08

7348 Postings, 5384 Tage PendulumKatastrophen-Hausse

https://www.mmnews.de/wirtschaft/137360-kommt-die-katastrohen-hausse
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Deutschland schafft sich selbst ab.
Traurig aber wahr.

20.01.20 13:42

58903 Postings, 5737 Tage Anti LemmingCrack up Boom? Eher nicht

Ein Crack-up-Boom folgt meist einer Hyperinflation oder einer galoppierenden Inflation. Davon ist in den G7-Staaten nichts zu sehen. Die Notenbanken kämpfen sogar gegen deflationäre Tendenzen.

D. h. ohne QE und/oder mit höheren Leitzinsen gäbe es einen saftigen Bärenmarkt. Der Druck geht eher dahin, dass bei "Nichtstun" der Zentralbanken alles absackt.
 

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