Ich hatte es nei Onis-Versammlung versprochen, dass ich das hier mal ins Board stelle ... nachdem ich aber die letzte Zeit wirklich keine davon hatte, hat es sich etwas gezogen ... nun aber frisch von Jim Paul: ...
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Die 5 Phasen des Verlustes Der Autor Jim Paul hat sich in seinem Buch „Was Gewinner von Verlierern unterscheidet“ ebenfalls mit dem Investorenverhalten in einer Verlustsituation beschäftigt und hierbei 5 Phasen identifiziert. Jim Paul entdeckt Verhaltensmuster in Situationen des täglichen Lebens, die nach einem Verlust (bisheriger Arbeitsplatz, geliebten Menschen) auftreten. Dieses Phänomen stellt er parallel bei Investoren fest, sobald sich deren Positionen im Verlust befindet. Die Phasen lassen sich folgendermaßen gliedern:
1. Negierung 2. Zorn 3. Feilschen 4. Depression 5. Akzeptanz
Die erste Phase wird als Negierung bezeichnet. Hier könnte eine typische Aussage lauten: „Der Kursrückgang ist nur temporär…der Kauf hat mittelfristig Potential“. Gerne holt man sich in einer solchen Phase fachkundigen Rat von Börsenexperten ein, wobei natürlich besonders diejenigen zur Kenntnis genommen werden, die ebenfalls auf steigende Kurse setzen.
Wenn die Negierung nicht länger aufrecht zu erhalten ist, wird diese durch die Phase des Zorns abgelöst. Jetzt sind alle anderen für den Trade verantwortlich, nur nicht der Käufer selbst (Bankberater, Zeitungsartikel, Ehepartner).
Die beiden ersten Phasen zeigen, dass der Käufer die Lage nicht wahrhaben will. Der Investor wird im darauf folgenden Schritt beginnen mit sich selbst und womöglich mit Fortuna zu „handeln“, um mit der Situation klar zu kommen. Das innere Feilschen wird in folgender Überlegung deutlich. „Wenn ich nur noch mal den Einstandskurs sehe, stelle ich die Position glatt“. Das mentale Konto, dass der Investor für diesen Kauf geöffnet hat, möchte er gerne ohne Verlust schließen. Sein Wunschgedanke wäre am liebsten die Situation wieder herzustellen, die vor seinem Kauf geherrscht hat. Aber wie oft tut der Markt einen solchen Gefallen?
Die Verlustposition weitet sich in den meisten Fällen aus und mündet in die Phase der Depression. Als vorletzte Phase zeichnet sie sich durch eine komplexe psychologische Störung des Betroffenen aus. Diese ist weniger medizinisch besorgniserregend, sondern eher kennzeichnend für eine zeitliche Störung des generellen mentalen Wohlbefindens. Symptome wie Traurigkeit, Distanz zu Menschen, Konzentrationsschwäche sowie Unentschlossenheit sind hierbei typisch. Häufig verliert derjenige jegliches Interesse an Dingen, die im in der Freizeit ansonsten Spaß gemacht haben.
Als finale Phase schließt der Investor mit dem Engagement ab. Er akzeptiert den Verlust und bucht den Bestand mental aus (Wertpapier wird zur „Depotleiche“). Das Festhalten an eine Position wird häufig mit zu hohen Transaktionskosten (Provision relativ zum Kurswert) für einen Verkauf begründet. Unterschwellig feilscht der Anleger mit sich selbst, denn bleibt das Wertpapier im Bestand, behält er die Option auf eine potentielle Erholung.
Diese 5 Phasen müssen nicht unbedingt in einer Abfolge hintereinander ablaufen, sondern können in einer Schleife von neuem beginnen. So kann in der Phase des Feilschens der Einstandspeis erreicht werden. Jetzt wird aufgrund einer positiven Brokerstudie der zwischenzeitliche gefasste Vorsatz „Komme ich noch mal an den Einstandspreis, dann verkaufe ich“ über Bord geworfen. „Bei Erreichen – Streichen“ lautet dann das Motto. Die Phase der Negierung beginnt erneut.
Der Umgang mit Verlusten Welche Dinge lassen sich für den verhaltensorientierten Anleger ableiten? Die Beobachtung des eigenen Handelns wird zur Pflicht. Vielleicht erkennt der eine oder andere sich in den beschriebenen Situationen und kann in sein irrationales Verhalten, dass selten ökonomisch sinnvoll ist, korrigierend eingreifen. Disziplin beim Handeln und das Festlegen von Handlungsmaximen (Kursziel, Verlustlimit, Zeithorizont) vor Eröffnung der Position stellen wesentliche Erfolgsfaktoren dar! Kontrolliert mit Verlustsituationen umgehen zu können bedeutet möglichst früh sich dem typischen psychologischen Verhaltensmuster zu entziehen und schnell die 5. Phase der Akzeptanz zu erreichen. "Doublen und Streichen" sollten dann der Vergangenheit angehören! ----------------------
Wer ab und zu den F-H-Trading-Threat mitliest kann sehr schön die einzelnen Phasen am lebenden Objekt mitverfolgen ...
;-))
MaMoe .....
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