aus der FAZ von heute. Wir hoffen alle mit und drücken adphos die Daumen für höhere Kurse. Tschau Gretel
Hoffnung auf die Wende bei der AdPhos-Aktie
25. Mai 2007 Für manche Aktien brauch es gute Nerven. Dazugehört sicherlich auch die des Spezialisten für die Nutzung von Licht für industrielle Prozesse und Produkte, Advanced Photonics. Zwar wies der Aktienkurs in den vergangene vier Jahren eine steigende Tendenz auf, doch folgten Phasen steiler Kursanstiege immer wieder Phasen drastischer Einbrüche.
2003 ging es vom Allzeittief bei 80 Cent auf über drei Euro nach oben - aber im folgenden Herbst hatte sich der Kurs schon wieder mehr als halbiert. Anfang 2006 stieg der Kurs noch rascher von rund 1,50 Euro auf ein Fünfjahreshoch von 3,32 Euro um dann wieder ebenso rasch auf zwei Euro zu konsolidieren.
2006 unter Erwartungen
Seitdem hatte sich die Aktie bis Ende April wieder gut erholt und stand kurz vor ihrem Fünfjahreshoch bei 3,30 Euro. Indes scheiterte die Notierung dreimal daran - und das dürfte ein ungünstige Voraussetzung für die wenig später vorgelegten Jahresergebnisse gewesen sein.
Denn die Gesellschaft, die ihr Hauptgeschäft mit der Druckindustrie macht, musste über einen Geschäftsverlauf unter den Erwartungen berichten. Der Betriebsverlust (Ebit) vervierfachte sich auf 2,4 Millionen Euro, der Jahresfehlbetrag erhöhte sich auf 2,3 von einer Millionen Euro, wohingegen der Umsatz um zehn Prozent auf rund 29,8 Millionen Euro zurückging.
Das Geschäft mit der Stahlindustrie auf Basis der NIR (Near InfraRed)-Technologie, für das die Gesellschaft große Hoffnungen hegt, ging mit einem Umsatz von 3,985 Millionen Euro deutlich um 45 Prozent zurück, nachdem es im Jahr davor durch Großprojekte mit Referenzcharakter überdurchschnittlich gewachsen war. Im Geschäft mit Produkten für die Bogenoffset-Druckindustrie verzeichnete man zwar stärkere Umsätze, litt aber noch unter einer unbefriedigenden Rohertragsmarge. Insgesamt stagnierten die Erlöse im Druckbereich.
Deutlich besseres erstes Quartal
Zwar stellte Advanced Photonics aufgrund der Inbetriebnahme von Projekten im Stahlbereich und damit einhergehend der Verdopplung des Angebotsvolumens einen deutlichen Anstieg des Geschäftsvolumens im Geschäftsjahr 2007 in Aussicht. Zudem teilte man mit, dass der Bereich Digitaldruck eine Belebung im ersten Quartal erfahren habe. Dennoch stürzte der Kurs der Aktie um mehr als elf Prozent ab und gab seit dem weiter nach.
Auch am Freitag verliert die Aktie nach Vorlage der Zahlen für das erste Quartal rund 1,6 Prozent an Wert und notiert am Nachmittag bei 2,47 Euro. Zwar entwickelte sich das Geschäft deutlich positiver als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, die Anleger aber hatten sich wohl mehr erhofft.
Denn obwohl der Konzernumsatz mit rund 7,3 Millionen um etwa 8 Prozent über dem Wert des Vergleichszeitraumes im Vorjahr lag, konnte das Unternehmen weiterhin kein positives Betriebsergebnis vorweisen. Indes konnten sowohl Betriebsverlust als auch Periodenfehlbetrag um etwa die Hälfte auf rund -0,6 Millionen Euro vermindert werden.
Hoffnungsträger Stahl
Zur Stabilisierung des Geschäftsverlaufes habe ein erfreulicher Großauftrag über mehr als zwei Millionen Dollar für Digitaldruckprodukte beigetragen. Die Auslieferung dieser Systeme sei im 2. Quartal 2007 geplant. Weitere Aufträge in diesem Bereich seien bereits avisiert.
Im Geschäft mit den Produkten für die thermische Behandlung von Bandstahl und -aluminium sei man überzeugt, signifikante Auftragseingänge verzeichnet werden können. Das Geschäft mit der Stahlindustrie sei aber aufgrund der erheblichen Investitionsvolumina von langen Projektvorlaufzeiten geprägt. Gerade die Tatsache, dass sich im ersten Quartal offenbar noch keine vermeldungswürdigen Aufträge im Stahlbereich ergeben haben, dürfte die Anleger enttäuscht haben.
Das Unternehmen hat in den vergangene fünf Jahren stets Verluste verzeichnet, während die Umsätze beständig um 30 Millionen Euro schwankten. Für das laufende Jahr erwarten Analysten allerdings einen ersten Durchbruch und ein höheres Umsatzvolumen von 38,55 Millionen Euro. Indes leisten die Umsätze des ersten Quartals dazu noch keinen sichtbaren Beitrag.
Aktienkurs sucht noch nach Boden
Auf der Ertragsseite rechnen die Analysten mit einem Betriebsgewinn von 1,25 Millionen Euro. Auch für diesen müssen sich die Grundlagen in den kommenden Quartalen noch verbessern. Auf Basis der Schätzungen ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 38 für das laufende und von 16 für das kommende Jahr bewertet. Das ließe sich rechtfertigen, wenn dem Unternehmen endlich der lang ersehnte Durchbruch gelingt.
Charttechnisch aber wurden Ende April die Unterstützung bei 2,75 Euro sowie der seit Ende 2005 gültige Aufwärtstrend durchbrochen. Seitdem sucht die Notiz noch nach einem Boden für die Trendwende. Kann sich die Notiz in den kommenden Tagen über dem Augusttief bei 2,34 Euro halten, so wäre dies ein positives Zeichen. Anderenfalls droht ein Rückgang des Kurses bis in den Bereich von 2,25 Euro. Kann das Unternehmen dagegen Positives von der Auftrags- oder Ertragsseite vermelden, könnte ein neuerlicher Ausbruch die Folge sein.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
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