Apple - eine Erfolgsgeschichte
von unserem Korrespondenten Bill Bonner
Wieder einmal hielt ich heute Morgen inne und bewunderte ...
.. nun, was bewunderte ich, wie soll ich es nennen, ... das exquisite System, das aus uns allen Idioten macht.
Einige der klügsten Ökonomen sind davon überzeugt, dass das amerikanische Handelsbilanzdefizit kein Grund sei, sich Sorgen zu machen. Die Ausländer WOLLEN den Amerikanern Geld geben, sagen sie.
Weil wir (die Amerikaner) so großartig sind. Könnte damit etwas nicht stimmen?
(Natürlich gibt es auch in den USA hässliche Männer, die kleinen Mädchen Bonbons geben wollen ...)
Apple hat im letzten Jahr soviele iPod's verkauft, dass die Apple-Aktie um 400 % gestiegen ist. Andy Kessler meint, dass das die Amerikaner groß macht - sie haben diese großartigen Ideen ... und die armen Leute in Übersee müssen dann schwitzen, um diese Güter herzustellen. Und raten Sie mal, was passiert: Die Amerikaner verdienen damit mehr, als die Leute, die diese Güter herstellen.
Vielleicht hat Mr. Kessler noch nicht die jüngsten Zahlen zur US-Handelsbilanz gelesen. In den letzten zwölf Monaten ist der amerikanische Export von "Hightech-Produkten" um 21 % GEFALLEN. In einem Bereich steigen die Exporte allerdings: Exporte von "Müll" sind um 135 % gestiegen. Mit anderen Worten: Die USA sind der in der Welt führende Exporteur von Müll geworden.
Aber Moment - Mr. Kessler würde einwenden, dass die USA zwar vielleicht diese Hightech-Produkte nicht selbst herstellen und exportieren, aber dass sie durch Erfinden und Design dieser Produkte, die dann woanders hergestellt werden, eine schöne Prämie verdienen.
Apple muss die iPods nicht in Amerika herstellen, um damit Geld zu verdienen - das würde Mr. Kesser betonen.
Aber die jüngsten Zahlen zur amerikanischen Handelsbilanz zeigen, dass trotz der Tatsache, dass Apple mit den iPods so hohe Umsätze erzielt, jede Menge Geld aus den USA ins Ausland wandert. Selbst wenn man den ganzen Müll berücksichtigt, den die USA nach Übersee verfrachten, dann könnte das Jahr 2005 ein neues Handelsbilanzdefizit in Rekordhöhe sehen, bei 700 Milliarden Dollar oder mehr.
Und ja, dieses Geld kommt zurück. Aber nur, wenn die Ausländer amerikanische Vermögensanlagen kaufen und den Amerikanern Geld für ihre Häuser leihen.
Gruß Moya 