Hier mal eine Analyse von godmodetrader.de ;)
Aktien aus Japan sind momentan aus mehreren Gründen besonders spannend. Erstens wertet die Währung ab, was den exportorientierten Unternehmen hilft. Zweitens pumpt die Regierung mit einem massiven Konjunkturprogramm Geld in die Wirtschaft (in der Höhe von gut 3% des BIPs) und drittens gibt es einige „fallen angels.“ Gefallene Engel sind Unternehmen, die einst groß und profitabel waren, nun aber ums Überleben kämpfen. Sharp ist ein solches Unternehmen (zusammen mit Sony). Der Vergleich zu Apple kommt also nicht von ungefähr. Apple verlor vor der seit Jahren dauernden fulminanten Rallye erst einmal 85% an Wert, schrieb hohe Verluste und war kurz vor dem Bankrott. So ähnlich ging es auch Nokia. Die Aktie stand noch vor Kurzem bei 1,25 Euro (über 90% Kursverlust vom Hoch), jetzt wieder bei 3,10 Euro. Den Unternehmen ist gemein, dass sie es geschafft haben, durch Umbau, Einsparungen und Innovation aus dem Tief zu kommen. Nicht jedes Unternehmen schafft das. Sharp hat hier allerdings gute Chancen. Die Aktie stand einmal bei 26 Euro und verlor in der Spitze 94% an Wert. Seit dem Tief ging es bereits wieder kräftig aufwärts – von 1,50 auf 2,80.
Eine Investition in die Aktie von Sharp ist kein Selbstläufer. Als Anleger braucht man wahrscheinlich gute Nerven. Kurssprünge im zweistelligen Bereich können vorkommen. Nach der starken V-Umkehr hat sich eine bullische Flagge ausgebildet, deren Auflösung zum Erreichen des ersten markanten Widerstandes führen sollte. Dieser liegt bei 4,20 Euro. Wird dieser Bereich überwunden, sind Kurse von 7 und später 10 Euro möglich. Die Chancen sind also gigantisch. Voraussetzung ist natürlich, dass Sharp nicht in die Pleite geht. Betrachtet man den Verlust 2012, dann kann man daran schon zweifeln. Es sieht aber schlimmer aus als es ist. Der operative Verlust ist weniger negativ als der operative Verlust 2009. Dass der Nettoverlust so viel höher ist als vor 3 Jahren liegt an außergewöhnlichen Belastungen, die auf die Restrukturierung zurückzuführen sind. Desinvestition, Abschreibungen, Abfindungen etc. haben zu Sonderbelastungen von über 300 Milliarden Yen und einem Nettoverlust von 350 Milliarden Yen geführt (ca. 3 Milliarden Euro). Ein Großteil des Schmerzes ist damit vorbei. Es ist zudem ermunternd, dass nach der großen Absatzschwäche die Verkaufszahlen wieder anspringen. Nicht zuletzt die Unterhaltungselektronik, die noch 40% des Umsatzes ausmacht, konnte sich stabilisieren. Sharp verlässt sich allerdings nicht darauf, dass alles wieder einfach so gut wird. Es wird kräftig umgebaut, auch um vom Heimatmarkt weniger abhängig zu werden. Der Umsatzanteil liegt hier bei über 60%. Innerhalb weniger Jahre will Sharp den Anteil auf 40% durch Wachstum im Ausland verringern. Bereits 20% kommen aus China. Sollte es nicht zu unerwartet heftigen politischen Auseinandersetzungen zwischen China und Japan kommen, kann die Expansion funktionieren. Zudem werden neue Sparten aufgebaut bzw. erweitert. Dazu gehören intelligente Kommunikationsnetzwerke, erneuerbare Energie und Gesundheitswesen. Die Chancen stehen gut, dass Sharp nicht in die Insolvenz gehen muss. Riskant ist das Investment natürlich dennoch und sollte nur in Zusammenhang gesehen werden. Als alleinstehendes Investment mit hohem Anteil am Depot taugt Sharp nicht. Bis sich der mögliche Turnaround in den Zahlen zeigt, kann noch eine ganze Weile vergehen. Bis dahin wird der Aktienkurs stark von kurzfristigen Meldungen abhängen. Haupttreiber ist derzeit die Cashposition. Vor allem davon wird abhängen, ob Sharp weiter alleine existieren kann. Nach eigenen Angaben will das Unternehmen notfalls auch einen Zusammenschluss mit anderen Firmen evaluieren. Solche Gerüchte treiben den Kurs erheblich. Zuletzt konnte die Aktie aufgrund eines solchen Gerüchts 10% an einem Tag zulegen. Ebenso wie kürzlich noch Nokia liegt Sharp so weit am Boden, dass die meisten Nachrichten positiv aufgenommen werden.
|