Tiefs und Hochs fallen oft extremer aus, als man sich träumen lässt.
Vor einem halben Jahr hätte niemand geglaubt, dass Alstom bis auf 0,31 E runtergehen würde. Vielen wäre 0,82 E - das vorherige Tief - schon als utopisch tief vorgekommen. Deshalb ist auch jetzt, bei 0,50 E, noch sehr viel Luft nach oben.
Aus dem gleichen Grund kann nun auch der Ölpreis wider alle Vernunft immer weiter steigen. Der Mechanismus ist so: Hedgefonds glaubten bei 40 Dollar, das Hoch sei erreicht, und kauften Puts (bzw. verkauften Öl-Futures short). Je mehr auf diese Idee kamen, desto stärker reizte dies Mr. Market, sie alle in die Pfanne zu hauen. Der Ölpreis stieg weiter, und die Hedgefonds mussten sich bei 42 Dollar oder darüber wieder eindecken. D. h. sie wurden WIDER WILLEN ZU ÖL-KÄUFERN, obwohl sie wussten, dass schon 40 Dollar absurd teuer war. Das gleiche Spiel könnte sich jetzt bei 50 Dollar wiederholen. Manche Pessimisten rechnen damit, dass diese Umkehr-Spekulationen den Ölpreis bis auf 60 Dollar hochkatapultieren könnten. Längerfristig wird Öl sich freilich wieder um die 30 Dollar einpendeln. Die Ein-Million-Dollar-Frage lautet nur: Wann?
Bei Alstom gab es das Gleiche in die andere Richtung. Immer wieder glaubten Leute, den Tiefpunkt erwischt zu haben, weil es nun ja "ganz bestimmt" nicht noch weiter nach unten gehen könnte. Und auch ihnen hat Mr. Market immer wieder eins auf den Latz gegeben. So fielen wir bis auf absurde 0,31 E, die man mit einem Ölpreis von 60 Dollar vergleichen kann.
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