Großer Ärger wegen Wirecard-Zertifikaten

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neuester Beitrag: 11.12.22 21:40
eröffnet am: 11.12.22 20:28 von: meischer_ed. Anzahl Beiträge: 3
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11.12.22 20:28

324 Postings, 4824 Tage meischer_ederGroßer Ärger wegen Wirecard-Zertifikaten

Privatanleger spekulieren gern mit Leerverkäufen – oder schützen ihre Depots damit vor Abstürzen. Das kann gründlich schiefgehen, wie der Fall Wirecard zeigt.

Strukturierte Wertpapiere sind vor allem etwas für erfahrene Privatanleger. Das zeigt der Fall Wirecard. Der Absturz der Aktie des mittlerweile insolventen Zahlungsdienstleisters riss am 18. Juni und den darauffolgenden Handelstagen auch Zertifikate in den Abgrund, deren Käufer auf steigende Wirecard-Kurse gesetzt hatten.

Das ist leicht nachvollziehbar, doch darüber hinaus gibt es bei den durch den Wirecard-Crash ausgelösten Entwicklungen Aspekte, die selbst hartgesottenen Zertifikate-Fans Kopfschmerzen bereiten. So lässt sich mit strukturierten Papieren nicht nur am Anstieg des Kurses einer Aktie oder eines anderen Basiswerts verdienen, sondern auch an dessen Absturz.
Privatanleger spekulieren gern mit Leerverkäufen – oder schützen ihre Depots damit vor Abstürzen. Das kann gründlich schiefgehen, wie der...
 

11.12.22 20:53

324 Postings, 4824 Tage meischer_ederKlage gegen Societe Generale wegen Zertifikaten

Die Vorgänge aus dem o.g. Artikel sind derzeit unter dem Aktenzeichen 2-05 O 184/21 Gegenstand eines Gerichtsverfahrens beim Landgericht Frankfurt. Ein betroffener Anleger hat die Societe Generale auf Schadensersatz verklagt, weil diese noch am 19. Juni 2020 Short-Zertifikate auf Wirecard verkauft und dann am gleichen Tag spätabends gekündigt hat.

Der Anleger macht u.a. geltend, dass zwischen dem Kauf der Zertifikate am Freitagnachmittag und der Kündigung später am gleichen Tag die Kündigungsfrist von mindestens 1 Bankarbeitstag nicht eingehalten wurde. Weiterhin sind die Umstände und der genaue Zeitpunkt der Kündigung umstritten.

Und zu guter Letzt macht der Anleger Artikel 24 der Richtlinie 2014/65/EU über Märkte für Finanzinstrumenten (MiFID II) geltend, der Bestimmungen zum Anlegerschutz enthält. Unter anderem sollen Finanzdienstleistungsunternehmen ehrlich, redlich und professionell im bestmöglichen Interesse ihrer Kunden handeln. Dies sei ganz offenbar hier nicht der Fall gewesen.

 

11.12.22 21:40

324 Postings, 4824 Tage meischer_ederKündigungen von Short-Zertifikaten auf Wirecard

Allein bei der Societe Generale wurden am 19. Juni 2020 mindestens 33 Short-Zertifikate auf Wirecard  gekündigt:

DE000CE5YHJ6
DE000CE5YN60
DE000CJ23UU0
DE000CJ23VK9
DE000CJ23WH3
DE000CJ23XS8
DE000CJ27DM4
DE000CJ27F27
DE000CJ27JE8
DE000CJ8JQ54
DE000CJ8JSV8
DE000CJ8J473
DE000CJ8J5Y3
DE000CU0CW41
DE000CU08JP1
DE000CU08RS8
DE000CU2KS29
DE000CU2KS45
DE000CU2WKG7
DE000CU2YGN7
DE000CU2YGU2
DE000CU3FB24
DE000CU41KK1
DE000CL2SYQ6
DE000CL2SYU8
DE000CL3TDP8
DE000SR8W767
DE000SR8WTS7
DE000SR8WPN6
DE000SR8VUJ6
DE000SR8VKQ2
DE000SR8V4L6
DE000SR8WEB5

Man kann also davon ausgehen, dass noch andere Anleger vom Geschäftsgebaren der Societe Generale betroffen waren. Der Kläger wird vertreten durch die Anwaltskanzlei LSS Partner, die auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert sind.
Anwalt Bankrecht, Kapitalmarktrecht , Aufsichtsrecht der Banken und Finanzdienstleister, Arbeitsrecht, Prozessführung, Frankfurt am Main, Kaiserhofstraße 10
 

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