Die ursprüngliche Schätzung des Schadens für Banken lag bei etwa 3,2 Milliarden Euro – das war die Summe der Kredite, die Wirecard von verschiedenen Banken erhalten hatte, als die Insolvenz im Juni 2020 bekannt wurde. Ein Gutachten im Wirecard-Prozess aus 2025 nennt jedoch nur noch 522 Millionen Euro als Betrugsschaden für Banken.
Ein Post auf X vom 04. April 2025 (um 01:10 CEST) fragt: „Wenn der Schaden für die Banken ‚nur‘ 522 Millionen beträgt, war es ja gar kein Milliardenbetrug?“
Dies deutet auf Verwirrung hin, die mit der Reduktion der Schadenssumme zusammenhängen könnte.
Ein weiterer Post vom selben Tag (07:07 CEST) erwähnt: „Da wurden ja immer Milliarden genannt (3,2 Mrd), deshalb schon spannend, warum jetzt der Schaden nur 0,5 Mrd ist.“
Der Nutzer vermutet, dass das Gutachten den Schaden speziell für Banken als Geschädigte der Anklageschrift ermittelt hat, was die Differenz teilweise erklären könnte.
Mögliche Erklärung durch Abschreibungen:
Die Reduktion von 3,2 Milliarden auf 522 Millionen Euro könnte durch Abschreibungen und andere Faktoren bedingt sein:
Abschreibungen: Banken haben möglicherweise einen Großteil der 3,2 Milliarden Euro bereits vor 2025 als Verlust verbucht. Solche Abschreibungen erfolgen oft über Jahre hinweg, um die Bilanzen zu bereinigen. Wenn beispielsweise Sicherheiten verwertet oder Rückstellungen gebildet wurden, sinkt der offene Schaden.
Verwertung von Vermögenswerten: Der Insolvenzverwalter Michael Jaffé hat bis 2025 etwa 650 Millionen Euro aus Verkäufen von Wirecard-Teilen erlöst (z. B. an Banco Santander). Ein Teil davon könnte an die Banken geflossen sein, wodurch ihr Nettoverlust reduziert wurde.
Fokus des Gutachtens: Das Gutachten im Prozess könnte sich nur auf den „direkten Betrugsschaden“ konzentrieren – also auf den Betrag, der durch nachweisbare Täuschungen (z. B. manipulierte Konten) entstanden ist – und nicht auf die gesamten Kreditverluste. Die 3,2 Milliarden Euro waren die ausstehenden Kredite, aber nicht jeder Euro davon war zwangsläufig „betrügerisch“ verloren.
Berichte wie die vom Handelsblatt (2020) zeigen, dass Banken sich früh auf hohe Abschreibungen eingestellt hatten. Die Commerzbank, eine der größten Kreditgeber, soll bereits 2020 Verdacht geschöpft und Vorsorge getroffen haben. Bis 2025 könnten solche Abschreibungen abgeschlossen sein, was den realisierten Schaden senkt.
Zudem erwähnt ein Bericht von finance-magazin.de (Februar 2025), dass Jaffé etwa 651 Millionen Euro aus Konten der Wirecard AG sichergestellt hat, was die Verluste der Banken weiter kompensiert haben könnte.
Fazit:
Es ist plausibel, dass die Schadenssumme der Banken durch Abschreibungen und die Verwertung von Vermögenswerten von 3,2 Milliarden auf 522 Millionen Euro reduziert wurde. Das Gutachten scheint den verbleibenden „Betrugsschaden“ zu quantifizieren, nachdem andere Verluste bilanziell abgewickelt wurden.