Im ersten Halbjahr 2025 stiegen die Gold-Importe aus der Schweiz sprunghaft an. In den ersten sechs Monaten gingen 475 Tonnen in die USA, nach 153 Tonnen im ganzen vergangenen Jahr. Das machte von Januar bis Juni rund 48 Milliarden Dollar aus - wertmäßig etwas mehr als die Hälfte der Ausfuhren der Schweiz in die USA. Das liegt daran, dass die Schweiz eine Drehscheibe für den internationalen Handel mit Gold ist. Dabei wird das Edelmetall praktisch nur umgeschmolzen. Der Notenbank SNB zufolge wird in der Schweiz etwa ein Drittel des weltweit verkauften raffinierten Goldes produziert.
Der Grund dafür: Die beiden weltweit wichtigsten Gold-Handelsplätzen New York und London verwenden verschiedene Barren. In London werden 400-Unzen-Barren verwendet, die etwa zwölf Kilogramm wiegen und ungefähr so groß sind wie ein Ziegelstein. In New York werden Ein-Kilo-Barren bevorzugt, die etwa die Größe eines Smartphones haben. Der Goldhandel läuft über die Schweiz als Zwischenstation. Rohgold und bestehende Barren werden dort verarbeitet, für bestimmte Märkte neu gegossen und dann exportiert.
Ironischerweise hat der sprunghafte Anstieg der Gold-Ausfuhren von der Schweiz in die USA mit Trump zu tun. Die von ihm angezettelten Handelskonflikte und verstärkte geopolitische Unsicherheit machen Gold als "sicheren Hafen" für Investoren attraktiver und teurer - und wenn der Goldpreis steigt, steigt automatisch der Wert der Schweizer Exporte in die USA.
Hinzu kommt: Nachdem Trump im April seine Zoll-Liste präsentiert hatte, beeilten sich Händler, Gold noch rechtzeitig in die USA zu bringen. In London kam es vorübergehend zu einer Goldknappheit. Denn Händler und Investoren fürchteten, dass Trump auch auf Gold-Barren Zölle erheben wird. Dazu kam es allerdings nicht - zumindest bislang. Denn der "Financial Times" zufolge haben die USA nun doch Zölle auf die Einfuhr von Ein-Kilo-Goldbarren verhängt. Die Zeitung beruft sich auf einen so genannten "Ruling Letter" der US-Zollbehörde, der ihr vorliege. Mit "Ruling Letters" werden Details zur Handelspolitik erläutert.
https://www.n-tv.de/wirtschaft/...iz-zum-Problem-article25953592.html
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