MOWI Lachs für die Welt

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neuester Beitrag: 01.12.22 17:02
eröffnet am: 09.07.19 16:12 von: Gonzoderers. Anzahl Beiträge: 797
neuester Beitrag: 01.12.22 17:02 von: fisker Leser gesamt: 273474
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09.07.19 16:12
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5750 Postings, 1366 Tage GonzoderersteMOWI Lachs für die Welt

ich erlaube mir mal den Thread auf den aktuellen Stand zu bringen, Marine Harvest ist seit Anfang des Jahres 2019  Mowi.

Der grösste Lachshersteller der Welt, ein grundsolides Unternehmen mit Standorten und Farmen in vielen Ländern dieser Welt, breit gestreut, gute Zahlen, zukunftsträchtige Betriebsausrichtung, vernünftige Dividende, einziger Wermutstropfen, die norwegische Quellensteuer auf die Dividende.

 
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771 Postings ausgeblendet.

18.11.22 12:32
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732 Postings, 1282 Tage fiskerLeider brachte das heutige Treffen

zwischen Regierung und Fischwirtschaft keinen Durchbruch.

Die Politik hat zwar angeblich erkannt, daß ein administrativ festgelegter und zu versteuernder Preis unabhängig vom realen Handelspreis den norwegischen Vertragsmarkt kollabieren ließ, will aber nicht wirklich nachbessern. Eventuell will man eine Behörde gründen!!! , die den zu versteuernden Preis amtlich festlegt. Das ist natürlich völlig unakzeptabel für die Fischwirtschaft in einem Markt mit ständigen heftigen Preisschwankungen.

Beispiel: Ein Lachszüchter schließt mit einer der großen Handelsketten einen mehrjährigen Vertrag mit 70 NOK/kg. Der amtlich festgelegte Steuerpreis steigt dann aber auf 90NOK. Dann müssten der Züchter u.a. 40% von 90NOK an Steuern zahlen., was seinen gesamten Gewinn aus dem Geschäft auffrisst oder sogar Verluste erzeugt.

Deshalb schliesst in Norwegen kein Züchter mehr längere Verträge ab, sondern handelt nur noch am Tagesmarkt. Besonders abhängig von längeren Verträgen ist die Verarbeitung und die gesamte Zulieferindustrie. Sie braucht Planbarkeit und langfristige Auslastung. Deshalb blutet dieser Bereich am meisten, obwohl die Politik behauptet dieser Bereich wäre von der Steuer nicht betroffen.

Ich vermute heute ist die Hoffnung auf einen akzeptablen Kompromiss stark gesunken, gegen Ideologie, fachliche Inkompetenz und staatliche Geldgier scheint kein Kraut gewachsen.Die Unternehmen werden reagieren und ins Ausland verlagern. Finanzminister Vedum hat angekündigt in der EU ein Verbot aus Norwegen flüchtender Fischunternehmen durchzusetzen. Da ist es gut, daß Schottland kein EU Mitglied ist ;)

@Turbocharlotte, das Treffen steht seit Tagen in jeder norwegischen Zeitung.  

18.11.22 13:00

732 Postings, 1282 Tage fiskerP.S.

norwegische Medien spekulieren bereits, daß 100.000to norwegischer Lachs verworfen werden müssen, weil man ihn unter der aktuellen Lage nicht mehr verkaufen und in Norwegen nicht mehr verarbeiten kann. Die Verarbeitung in Norwegen reduziert bereits auf ca. 20% früherer Kapazitäten. Wenn es hier kein Wunder gibt, dürfen wir uns ab Q1 2023 auf wirklich schlechte Bilanzen freuen.

Unglaublich, wie ein paar politische Akteure den zweitstärksten Industriezweig des Landes hinrichten und nach der nächsten Wahl einfach abtauchen werden.  

18.11.22 13:36

663 Postings, 1443 Tage Turbocharlotte@fisker

danke ... klingt dramatisch (und ich dachte, schlimmer als bei uns in Dtl. kann es nicht sein)

VG
 

18.11.22 15:33

732 Postings, 1282 Tage fiskerEin bis zu

50% Kursverfall in einer bisher als völlig stabil eingestuften Branche, deren Geschäfte gut und sehr gut laufen, entsteht leider nicht grundlos.

Würde die deutsche Regierung eine 40% Sondersteuer nur auf deutsche Autos einführen, weil VW&co. Milliarden verdienen und der Staat dieses Geld einfach gern hätte, dann würden deutsche Autowerte auch einbrechen.

 

18.11.22 16:06

663 Postings, 1443 Tage Turbocharlotte@fisker

... wenn ich Dich richtig verstanden habe, ist ein Hauptproblem, dass die Steuer quasi von Fiktivpreisen berechnet werden soll ... d.h. die Unternehmen sollen das Risiko tragen, das Fiktiv- und Realpreise voneinander abweichen ... das wäre/ist ja vollkommen irre

VG  

18.11.22 18:12

732 Postings, 1282 Tage fiskerJa, das ist ungefähr so

Die Steuerpreise sollen sich am Salmon Nasdaq Index orientieren. Der ist aber ein wöchentlicher Spotpreis, der langfristige Verträge, Rabatte für Großabnehmer, Preisnachlässe aller Art nicht berücksichtigt. Die Unternehmen müssten immer auf diesen Standardpreis berechnet volle Steuern zahlen.

Und nicht vergessen, die 40% sind nur eine zusätzliche Sondersteuer. Alle anderen bisher bereits bestehenden Steuern kommen ja noch dazu oder werden wie die Produktionssteuer sogar noch erhöht. Das würde praktisch eine Steuerlast von 65% bis >100% bedeuten. Weil niemand die Nasdaq-Preise vom nächsten Jahr kennt, auf die dann die Steuern zu zahlen wären, schliesst heute niemand Verträge für das nächste Jahr zu heutigen Preisen ab. Denn wenn dann der Nasdaq Preis deutlich höher wäre, könnte das leicht mehr als 100% Steuern bedeuten. Deshalb ist der Vertragsmarkt als Grundlage langfristiger Planung und Finanzsicherheit der Branche in Norwegen komplett kollabiert.
 

18.11.22 19:15

663 Postings, 1443 Tage TurbocharlotteBegründung?

... wie begründen die "Spitzenpolitiker" diese Steuerlogik?
... wäre es nicht naheliegender bzw. einzig logisch, die Steuer auf die tatsächlich erzielten Preise zu berechnen (es würde doch niemand aus Steuerspargründen zu zu geringen Preisen verkaufen)?

VG
 

18.11.22 19:35

732 Postings, 1282 Tage fiskerOffiziell

will man die Abrechnung der Steuer vereinfachen. :) Pauschalpreisversteuerung ist für das Finanzamt recht einfach abzurechnen.

Inoffiziell will man wohl auch eine Steuerflucht verhindern.
Das würde für Züchter mit eigenen Verarbeitungsunternehmen ganz einfach gehen. Der Kunde bestellt fertige Lachsfilets, der Zuchtbetrieb liefert den Lachs weit unter dem Marktpreis an den Verarbeitungsbetrieb und spart so Steuern. Der Verarbeitungsbetrieb liefert zum Marktpreis und hat so überdurchschnittliche Gewinne, die aber nicht der neuen Steuer unterliegen würden. In der Gesamtschau bleiben die Gewinne im Konzern gleich.

Funktioniert aber nur bei den großen Unternehmen, die Zucht und Verarbeitung unter einem Dach haben.  

19.11.22 01:06

663 Postings, 1443 Tage TurbocharlotteLizenzen

... wäre es nicht sinnvoller, über höhere Lizenzen abzuschöpfen?

VG  

19.11.22 04:56

732 Postings, 1282 Tage fiskerUm sinnvoll

scheint es gerade nicht zu gehen, sondern nur um ein maximales Steueraufkommen. Das wird auch ganz offen gesagt. Die Lachszüchter sind alle furchtbar reich und die shareholder vor allem Ausländer, die es unbedingt zu schröpfen gilt. Die Absolutzahlen der Dividenden werden gern populistisch bemüht, wer hunderte Millionen an Divi zahlen kann, sollte doch besser hunderte Millionen an zusätzlichen Steuern zahlen.  

19.11.22 10:09

663 Postings, 1443 Tage TurbocharlotteSozialismus

... Unternehmen, die ihre Erträge nicht für ihre Eigentümer (= Aktionäre) erwirtschaften, machen keinen Sinn ... das liefe/läuft ja darauf hinaus, dass Gewinne vergesellschaftet und die Verluste privatisiert werden ... das werden die Eigentümer nicht mitmachen (warum sollte man mit eigenem Vermögen mit 100%  ins Risiko gehen, wenn bei Erfolg nur 38% bleiben?) ... Chance/Risiko sind zwei Seiten einer einzigen Medaille

VG  

19.11.22 12:26

732 Postings, 1282 Tage fiskerDazu Abschließend

die Details der Steuer werden im Storting voraussichtlich bis Mitte 2023 entschieden und beschlossen, anschließend tritt die Steuer rückwirkend zum 1.1.2023 in Kraft. Das heisst, die Unternehmen werden erst Mitte 2023 wissen was sie bis zum Januar rückwirkend versteuern müssen.

Bleibt abzuwarten, wie sich die Industrie nun neu aufstellt. Vermutlich wird nach Möglichkeit ins Ausland verlagert und die Preise werden steigen.  

 

19.11.22 12:48

663 Postings, 1443 Tage TurbocharlotteDanke Dir

... lebst Du in Norwegen und/oder bist Du Norweger?

VG  

21.11.22 15:41

73 Postings, 1101 Tage K999@fisker

Welche preise meinst du werden steigen?
Lachs?
Aktie?
Kosten?  

23.11.22 17:05

663 Postings, 1443 Tage Turbocharlotte@K999

meiner Logik nach dürften steigen:

- die Kosten (weil die Planbarkeit leidet)
- der Lachspreis (weil die gestiegenen Kosten (incl. Steuer) abgebildet werden müssen)

VG  

24.11.22 17:15

732 Postings, 1282 Tage fiskerWürde ich auch so sehen

dazu, die Nettorendite nach Steuern steigt mit steigenden Lachspreis und die Unternehmen brauchen ausreichend hohe Renditen für ihre Entwicklung, die shareholder und die Kreditwirtschaft.

Heute ist wieder etwas Hoffnung am Markt. Mowi hatte gestern ein Treffen mit dem Finanzminister, was Mowi als "konstruktiv" bezeichnete. Details wurden nicht mitgeteilt.

Leroy hat für Freitag um ein solches Gespräch gebeten.  

25.11.22 13:43

73 Postings, 1101 Tage K999Info

Ich hole mir immer meine infos von diversen fisch/lachsseiten
Aber da steht zb nichts über ein mowi meeting mit den ministern
Wohet hast du das?
Lg  

25.11.22 14:26

732 Postings, 1282 Tage fiskerIn Norwegen

veröffentlicht die Regierung ihren Terminkalender :)

https://www.regjeringen.no/no/aktuelt/...uksselskapet-mowi/id2947825/

Mowi hat dann ein kurzes Pressestatement gegeben, das Gespräch bestätigt und als Konstruktiv bezeichnet.  

29.11.22 11:55

73 Postings, 1101 Tage K999Danke für die info :-)

.  

30.11.22 14:27

916 Postings, 994 Tage LoonijaIn Norwegen machen die Linken weiter Druck

01.12.22 14:27

732 Postings, 1282 Tage fiskerGroßzügiges Verteilen

fremden Geldes finden die meisten Wähler super. So gewinnt man auch Wahlen.

Eine Mehrheit im storting für den Steuervorschlag gilt mittlerweile als völlig sicher.

Das Thema verschwindet deshalb so langsam aus der Diskussion. In 1-2 Jahren wird man wissen wie die Sache wirtschaftlich ausging. Im Moment steigt der Lachspreis wieder ordentlich, das sichtert sicher noch gewisse Erträge. Die fetten Zeiten in der norwegischen Lachszucht sind aber wohl steuerbedingt vorbei.  

01.12.22 14:32

916 Postings, 994 Tage Loonijapuhhh das macht es mir wieder schwerer

Bin mit Divi 1,8% Minus. Da ist die Frage ewig lange halten denn wenn es beschlossen wird, geht es bestimmt eine Etage tiefer. Wird es beschlossen aber nur abgeschwächt springen wir wieder  ein Stück und ich kann mit + raus.

Muss ich mir noch mal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen  

01.12.22 17:02

732 Postings, 1282 Tage fiskerMowi

hat heute 175.342 Aktien am Markt im Wert von ca. 2,7 Mio € zurückgekauft und wird diese Aktien im Rahmen eines Mitarbeiterprogramms an Beschäftigte zu Vorzugskonditionen ausgeben. Das Angebot galt nur für Beschäftigte in Schottland, Kanada und Norwegen, die vorab ihre Bereitschaft erklärt hatten Firmenaktien zu erwerben. 970 Mitarbeiter wollten das tun.  

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