1. Juli 2008, 04:00 Uhr Von Thomas Heuzeroth
http://www.welt.de/welt_print/article2165401/...iPhone_verkaufen.htmlUnternehmenschef sieht Ende der Preissenkungen im Mobilfunk kommen - Keine Chance für Handy-TV
Kiel - Die nächste Generation des Apple-Handys iPhone wird es ab dem 11. Juli auch in den Läden der Elektronikhandelskette Media-Saturn-Holding und bei Dug zu kaufen geben. Das erfuhr die WELT aus dem Umfeld von Debitel. Die Firma ist exklusiver Mobilfunkverkäufer bei Media Markt und Saturn. Debitel-Chef Oliver Steil bestätigte die Vereinbarung mit Apples exklusivem Partner T-Mobile in Deutschland im Gespräch mit dieser Zeitung. Nach Informationen der WELT könnten später auch Karstadt und Kaufhof als Verkaufsstellen folgen. Debitel bietet jedoch keinen eigenen Tarif an, sondern verkauft nur das T-Mobile-Paket.
Der Mobilfunk-Provider aus Stuttgart befindet sich kurz vor der Fusion mit Freenet. "Damit hat sich unsere Branche weitgehend fertig konsolidiert", sagte Steil. Tatsächlich verbleibt nach dem Zusammengehen mit Freenet nur noch der kleine Provider Drillisch mit 2,2 Millionen Kunden. Debitel hält zusammen mit Freenet einen Marktanteil von 20 Prozent mit 19 Millionen Kunden. Nach T-Mobile und Vodafone ist Debitel damit zum drittgrößten Anbieter in Deutschland aufgestiegen. Einen späteren Kauf von Drillisch wollte Steil nicht ausschließen.
Die Fusion mit Freenet schaffe eine größere Einkaufsmacht gegenüber Netzbetreibern und Geräteherstellern, sagte Steil. Dadurch seien Einsparungen möglich. Debitel kauft Kapazitäten bei den Netzbetreibern ein und bietet seinen Kunden dann eigene Handy-Tarife an. Außerdem verkauft der Mobilfunk-Provider zu einem geringeren Anteil auch die Tarifpakete der Netzbetreiber. Branchenbeobachter bezweifeln jedoch, ob diese Konstruktion in Zukunft Bestand hat.
Nach dem juristischen Abschluss der Fusion, den Steil für die nächsten Tage erwartet, wird das Unternehmen eine Vielzahl von Marken haben, darunter Debitel, Freenet, Mobilcom, Callmobile und Klarmobil. Welche Marken am Ende verschwinden werden, will Steil noch nicht sagen. Auch den Stellenabbau wollte der Debitel-Chef nicht beziffern. Es gilt als unwahrscheinlich, dass alle Standorte des Unternehmens weiter bestehen.
Steil erwartet einen zunehmend härteren Wettbewerb durch die Mobilfunk-Discounter wie Simyo und Aldi-Talk. Derzeit beträgt ihr Marktanteil weniger als 15 Prozent. "Sie könnten irgendwann ein Viertel des Marktes einnehmen", sagte der Debitel-Chef. Insgesamt erwartet Steil aber, dass der Preisverfall spätestens im nächsten Jahr endet. Dann werde es zum gleichen Preis aber mehr Leistungen geben.
Ob das Handy-Fernsehen dazu gehören wird, bezweifelt der Manager. Insbesondere für die Handy-TV-Technologie DVB-H sieht Steil kaum noch eine Chance. "Dafür ist eine falsche Betreiberentscheidung gefallen", sagt er. Mit dem Aufbau eines Handy-TV-Angebotes ist das Unternehmen Mobile 3.0 beauftragt worden, obwohl sich auch die Netzbetreiber dafür beworben hatten. Der Start des Handy-Fernsehens verzögert sich stetig. Inzwischen verkaufen die Mobilfunkanbieter Handys, die auch Fernsehen über das frei empfangbare DVB-T darstellen können. Damit sind die Chancen für ein DVB-H-Angebot weiter gesunken.
Nach der Fusion mit Freenet muss Steil seinen Chefposten an Freenet-Chef Eckhard Spoerr abgeben und wird zum Vertriebsvorstand der vergrößerten Freenet. Die Konkurrenten und Freenet-Großaktionäre United Internet und Drillisch wollen das Zusammengehen verhindern und auf der Freenet-Hauptversammlung am 8. August den Freenet-Vorstand und Aufsichtsrat absetzen.
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