MEDIOS - Eine Perle unter den Pharma-AGs

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neuester Beitrag: 07.08.20 16:38
eröffnet am: 11.08.17 14:02 von: Boersenhund. Anzahl Beiträge: 752
neuester Beitrag: 07.08.20 16:38 von: Kasa.damm Leser gesamt: 169977
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11.08.17 14:02
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2425 Postings, 3245 Tage BoersenhundREMEDIOS - Eine Perle unter den Pharma-AGs

Medios startete im November 2016 an der Börse. Dazu wurde der Mantel von Igel Media benutzt. Sie legte bei 7,50 Euro los. Bis heute wurde sie kaum entdeckt.

Aber allein die gestrige Ad-hoc überzeugt. Denn die Prognose für 2017 wurde nach oben korrigiert.

http://www.ariva.de/news/...nose-fuer-das-geschaeftsjahr-2017-6399376

Hier steht alles auf grün. 100 % dürften möglich sein.
Es wird ein Umsatz von 220 Millionen Euro erwartet. Bei ca 12 Mio. Aktien haben wir ein KUV von 1 erst bei 20 Euro erreicht. Selbst dann ist sie nicht zu hoch bewertet.  
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726 Postings ausgeblendet.

05.08.20 16:11

446 Postings, 890 Tage YilliFür mich gute

Einstiegschancen. Je tiefer desto besser, weil irgendwann ist auch Corona vorbei und wenn ein Unternehmen bis jetzt keine Inso gemeldet hat, dann läuft es gut. Wenn die Inso jetzt kommen würde, dann ging es wahrscheinlich schon vor Corona ums nackte Überleben.  Von daher sehe ich das als reine Übertreibung. Nicht mehr und nicht weniger. In diesem Sinn gutes Gelingen.  

05.08.20 17:05

1806 Postings, 3553 Tage ProfitgierInsowellen laufen erst im Herbst an

So ab Mitte Oktober bis ins nächste Jahr. Mit den hiesigen Quartalszahlen werden erst die Vorboten eingeleutet. Und das sieht für Medios überraschenderweise recht mies aus. Deshalb auch die Prognose für 2023. Entweder Pleite in 2021 oder in etwa Erholung bis auf heutiges Niveau. War etwas verwirrend mit der Kapitalerhöhung und jetzt der „plötzlich“ gemeldete Einbruch?  

05.08.20 17:21
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314 Postings, 4334 Tage RotensteinEinstiegschance versus Warnschuss

Insolvenz sehe ich bei Medios nicht; es stimmt aber, dass es bei vielen anderen Firmen ab dem Herbst und dann vor allem in 2021 ungemütlich werden wird.

Allerdings bleibt ein komischer Nachgeschmack und eine Erschütterung des Vertrauens. Das lief schon seltsam: Erst angeblich wenig betroffen von Corona; dann Kapitalerhöhung und Insiderverkäufe; und dann doch betroffen von Corona und Kursabsturz. Das stellt man sich als Aktionär anders vor.

Ist es also nun eine gute Einstiegschance, wenn man sehr langfristig denkt, oder ein Warnschuss, dass man dem Management nur begrenzt vertrauen kann und das Geschäftsmodell angeschlagen ist? Werde mir das mit einem Investment auf jeden Fall noch einmal durch den Kopf gehen lassen.  

05.08.20 17:27
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2049 Postings, 2788 Tage Kasa.dammhabe mich an die IR

gewandt, um zu erfragen warum nicht vorher gewarnt wurde. Kam alles sehr aus dem Nichts.
Informiere, wenn ich Antworten erhalten habe.  

05.08.20 17:46
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452 Postings, 1370 Tage Nudossi73War doch zu erwarten

Ich hatte Medios die nach wie vor ein gutes Unternehmen ist, verkauft mit der Begründung das Rohstoffe die nun mal gebraucht werden knapp werden wegen Corona. Warum man allerdings nach den Q1 Zahlen dies widersprochen hatte mir etwas verwundert....aber nun gut....Rohstoffe gab es wohl aber zu viel zu hohen Preisen. Das hätte man aber kommunizieren sollen bevor der Höhenflug Richtung 40 Euro ging.
Aber wie schon geschrieben....langfristig bin ich überzeugt und hoffe wieder zu günstigen Preisen hier einsteigen zu können. Wo der günstige Preis liegt....nun sicher weit unter den jetzigen von 30 Euro.

 

05.08.20 18:28

1806 Postings, 3553 Tage ProfitgierSo isses

Nach solchen Bilanzzurückhaltungen werden wir sicherlich noch einstellige Werte erhalten, und dann wird’s spannend.  

05.08.20 18:42

2049 Postings, 2788 Tage Kasa.dammProfitgier, wie kommst du auf einstellige Werte?

Reines Wunschdenken, oder? Sicherlich ein gewisser Vertrauensverlust ist da, doch das Unternehmen macht mehr Umsatz und Gewinn als vor zwei Jahren. Also bitte, begründe deinen einstelligen Kurs.  

05.08.20 18:46

2049 Postings, 2788 Tage Kasa.dammHier nochmal das Ergebnis

Wie kommst du bei diesen Umsätzen auf einen einstelligen Kurs?

Berlin, 5. August 2020 - Die Medios AG ("Medios"), eines der führenden Specialty Pharma Unternehmen in Deutschland, hat ihr dynamisches Umsatzwachstum im ersten Halbjahr 2020 laut vorläufiger Berechnungen fortgesetzt. Der Konzernumsatz stieg von Januar bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28,2 % auf 292,9 Mio. ? (Vj. 228,5 Mio. ?). Zudem konnte das Partnernetzwerk von Medios deutlich ausgebaut werden. Die Anzahl der spezialisierten Partnerapotheken erhöhte sich im Zeitraum von Ende Dezember 2019 bis Ende Juni 2020 von rund 200 auf deutlich mehr als 300. Das um Sonderaufwendungen bereinigte Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA)* lag im ersten Halbjahr 2020 bei 6,5 Mio. ? (Vj. 7,7 Mio. ?). Das um Sonderaufwendungen bereinigte Konzernergebnis vor Steuern (EBT)* belief sich auf 4,9 Mio. ? (Vj. 6,8 Mio. ?). Die zum Umsatz disproportionale Ergebnisentwicklung resultiert insbesondere aus Investitionen in das zukünftige Wachstum, die sich voraussichtlich auch noch im zweiten Halbjahr auf die Ergebnisse auswirken werden.  

05.08.20 19:09
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452 Postings, 1370 Tage Nudossi73Kasa.damm

Warum der Kurs heute nach unten abschmiert liegt an diesem Satz:
Infolgedessen wird die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 nach unten angepasst. Demnach erwartet Medios nunmehr ? inklusive der im März 2020 erfolgten Akquisition der Kölsche Blister GmbH ? einen Konzernumsatz in Höhe von rund 610 bis 630 Mio. ? (zuvor rund 610 bis 670 Mio. ?).
Sprich das Wachstum ( Umsatz ) bekommt eine Delle bzw die Prognose hat dementsprechend ein 0 Wachstum.
Das heißt noch lange nichts....aber auf Sicht bis Jahresende,muss man davon ausgehen das wir Kurse bekommen wie Anfang des Jahres 2019...sprich so um die 15 Euro und falls noch weitere negative Nachrichten kommen dann sind auch einstellige Kurse vorstellbar.  

05.08.20 19:19

1806 Postings, 3553 Tage ProfitgierNudossi73

Du hast Recht mit deiner Ausführung, nur verstehen wird das hier Keiner.  

05.08.20 19:46

216 Postings, 1513 Tage Daxverwerter@Nudossi73

Der Umsatz 2019 lag aber nur bei 516 Mio. also deutlich unter der Prognose für 2020 und du kannst den Kurs von Anfang 2019 nicht mit dem Kurs jetzt vergleichen, wenn dann ergibt der Kurs Ende 2019 als Basis einen Sinn als das Umsatzziel erreicht wurde und da lag sie nicht viel tiefer als jetzt.  

05.08.20 19:47
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15 Postings, 333 Tage AktienmitKopfSchon wieder...

Hier werden Aktionäre wieder übers Ohr gehauen.  

05.08.20 20:06

13 Postings, 239 Tage tromelVerständnis

Ich will hier die Short-Party nicht stören, aber "Konzernumsatz in Höhe von rund 610 bis 630 Mio. ? (zuvor rund 610 bis 670 Mio. ?)" ist wohl eher so zu verstehen, dass der Zielkorridor angepasst wurde, wobei das untere Limit gleich geblieben ist. Ich sehe die Prognose eines nicht ganz so tollen Wachstums, das sich noch immer  Bereich der ursprünglichen Prognose bewegt.  

05.08.20 20:36
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2112 Postings, 5293 Tage SaniererIhr dürft mir glauben,

dass bei Medios soweit alles planmäßig läuft! Einstellige Kurse wird es hier nie mehr geben, es sei denn, die Aktie wird gesplittet...:-)
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Börsenwissen ist das, was übrig bleibt, wenn man schon alle Details vergessen hat. (André Kostolany)

05.08.20 21:20

1 Posting, 3 Tage pipapopengBewahrt euch doch bitte einen Rest Anstand

Danke tromel für das Mitteilen des Offensichtlichen. Und an den Rest gewandt: Es wäre ein Traum wenn Ihr eure boswillige Fehlinformation nicht weiter streuen würdet. Ihr habt euch wirklich viel Mühe geben und es war in begrenztem Rahmen schön euch zuzusehen aber jetzt sollte auch mal wieder gut sein.  

05.08.20 22:09
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364 Postings, 1212 Tage always_strive_and_.Untergangsszenarien aber wieso?

Wenn man die Meldung richtig liest erkennt man:

Der Umsatz 2020 wird sich mit der Prognose nicht groß ändern. EBITDA und EBIT 30 % unter der Prognose.

Wieso das Ergebnis so viel schlechter wird, wurde begründet.
(Investitionen und Corona-bedingte Sondereffekte).
Deswegen heute wohl ca. -30 % im Kurs. Umsatzziel 2023 mit mehr als 1 Mrd. bleibt bestehen.
Wo genau ist der Ausblick jetzt eine Katastrophe?
"Zudem führten Corona-bedingte Sondereffekte zu weiteren Ergebnisbelastungen:
Die im ersten Quartal begonnene Bevorratung in Folge der Kontingentierung bestimmter Medikamente erfolgte zu höheren Einkaufspreisen und führte damit zu geringeren Margen als geplant. Dieser Effekt setzte sich unerwartet auch im kompletten zweiten Quartal fort, und Medios geht nun davon aus, dass diese außerordentliche Entwicklung auch noch im zweiten Halbjahr andauern wird."

Ich sehe hier fast identische Umsatzspanne zur Prognose und ein belastet Ergebnis (Gründe siehe oben).

Dann schreiben manche Leute Medios könnte pleite gehen..
Vielleicht sollte man sich im Vorfeld mal informieren, dann wüsste man dass die EK Quote bei ca 70 % liegt, man keine Schulden hat, zuletzt 50 Mio eingenommen hat über eine KE.

Zumal: das Langfristziel Umsatz 1 Mrd. soll intakt bleiben.

 

06.08.20 09:30
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41 Postings, 650 Tage 95Prozent_TraderVertrauensverlust???

Unglaublich was hier abgeht cry

Ich habe mich zu den angeblich so schlimmen Insiderverkäufen mal genauer informiert. Im Wesendlichen handelt es sich um die per Pressemitteilung verkündete Erhöhung des Freefloats zwecks Erreichen der SDAX-Aufnahme:

https://www.dgap.de/dgap/News/corporate/...-beantragt/?newsID=1331427

Eine Zusammenstellung der Verkäufe habe ich im WO-Forum gepostet:

https://www.wallstreet-online.de/diskussion/...nter-pharmastar-himmel

Und jetzt bitte mal alle Hellseher die Finger heben! Wer hatte denn damals die Klopapierknappheit vorhergesehen? Und wer deren Ende? Woher soll Medios denn wissen, wie sich die Preise entwickeln? Es ist eine nie dagewesene Sondersituation. Wie lange sie anhält kann niemand wirklich vorhersehen. Dass man da bis zuletzt noch auf eine Besserung hofft, das ist meiner Ansicht nach durchaus nachvollziehbar. Dass man dann so plötzlich doch eine Gewinnreduktion (wohlgemerkt, nur eine Reduktion -> man schreibt weiterhin deutliche Gewinne!) vermelden muss, das ist natürlich unschön. Die Unterstellung an das bisher eigentlich gut agierende Management, hier die Aktionäre zu hintergehen, die ist eher mies. Mein Vertauen ist eher in diverse Forenteilnehmer, denn in das Medios-Management gesunken.

 

06.08.20 12:13

314 Postings, 4334 Tage RotensteinEmotionslose Sichtweise

Mir vollkommen unverständlich, warum Aktionäre ihr Unternehmen häufig in Schutz nehmen und Kritik an der Unternehmensführung als "mies" abtun. Reicht es nicht zu sagen, dass man es anders sieht und die Argumente dafür anführt?

Ich verstehe diese emotionale Reaktion nicht. Entsteht sie aus einer Bindung zum Unternehmen? Legt man die Fähigkeit zum kritischen Hinterfragen ab, sobald man Aktien besitzt? Muss man dann die Rolle dessen übernehmen, der das Unternehmen verteidigt, auch, um seine eigene Investition vor sich selbst zu rechtfertigen? Mir ist solch ein Verhalten fremd, ich möchte sowohl positive wie auch negative Einschätzungen über ein Unternehmen hören, unabhängig davon, ob ich Aktien besitze oder nicht.

Zurück zur Sache: Mich würde es wundern, wenn die Probleme nicht schon früher, etwa bei der Kapitalerhöhung im Juni, absehbar gewesen wären. Ich verstehe, dass man das dann aus taktischen Gründen nicht kommunizieren wollte; juristisch will ich das gar nicht beurteilen.

Eine gute Kommunikation mit den Aktionären sieht für mich anders aus. Da mag es aber auch unterschiedliche Ansprüche geben; ich setze auf Unternehmen, für die die Aktionäre hohe Priorität haben und die gut kommunizieren. Offenbar haben das andere ähnlich wie ich gesehen, weswegen der Kurs ins Rutschen gekommen ist. Da nützt es auch nichts, wenn man das Management aus falsch verstandener Solidarität in Schutz nehmen möchte. Ein Aktionär ist nicht mit dem Management verheiratet und sollte sich auch nicht blind in eine Aktie verlieben.  

06.08.20 12:15

314 Postings, 4334 Tage RotensteinBeobachte weiterhin

Im übrigen beobachte ich das Unternehmen weiter. Es kann durchaus sein, dass ich hier einsteige, aber dazu muss ich das Unternehmen und die aktuellen Vorfälle näher verstehen. Genau deswegen ist mir ein emotionsloses, möglichst objektives Für und Wider so wichtig.  

06.08.20 14:44

1806 Postings, 3553 Tage ProfitgierEin Unternehmen muß transparent sein

Sonst soll es besser von der Börse fern bleiben. Deshalb auch mein etwas überzogener Vergleich Medios mit Wirecard. Da wussten Insider mehr, das ist mein Vorwurf, und Intransparenz stimmt auch mit Wirecard überein, aber wohl Alles im Rahmen der Legalität.  

07.08.20 09:30

3 Postings, 282 Tage johei113Einstieg

Medios momentan nicht handelbar und keine Kurse da. Weis jemand warum?  

07.08.20 10:11

164 Postings, 1368 Tage wopl23@JOHEI113

Bei mir funktioniert alles. Welchen Broker hast Du denn?  

07.08.20 12:55

2049 Postings, 2788 Tage Kasa.dammHeute nochmal nachgelegt

Position auf 1000 Anteile aufgefüllt.  In zwei Jahren, so das Management, 1 Mrd EUR Umsatzwachstum,  dann sollte der Kurs mind. Doppelt so hoch stehen.  

07.08.20 13:06

314 Postings, 4334 Tage Rotenstein@Kasa.damm

Mutig. Ich hoffe und gehe davon aus, dass du einen Plan hast.

Nachkaufen kann gefährlich sein, weil man dadurch seine Exposition gegenüber einem fallenden Wert noch weiter erhöht. Es ist psychologisch verständlich, weil man "verbilligen" möchte.

Man sollte auf jeden Fall die Gesamtsumme, die man in einen Wert investiert, von vornherein begrenzen, ggf. Regeln für Nachkäufe festlegen, und dann auch dabei bleiben. Man muss bei Einzelwerten immer auch davon ausgehen, dass man sich irrt; Risikomanagement ist das A und O.

Ich meine das nicht herablassend, belehrend o.ä. Ich habe erst kürzlich erlebt, wie sich Leute durch immer mehr "Nachkäufe" und "Verbilligen" finanziell vollkommen ruiniert haben (Wirecard).

Ich bin mir immer noch nicht im klaren darüber, ob ich hier einsteige.  

07.08.20 16:38

2049 Postings, 2788 Tage Kasa.dammRotenstein

deiner Argumentation stimme ich zu. Habe das Unternehmen schon seit Dezember auf der Watchlist, nachdem S. Heibel es in seinem Börsenbrief beschrieben und analysiert hatte. Ihm war der damilge Kurs zu hoch und hat nicht gekauft, weil er ungerne zu Höchstkursen zugreift. das Unternehmen stand lange auf seiner Watchlist, zum Kauf kam es aber nicht. Zum Corona-Tief habe ich reife Unternehmen wie Infineon und ams (zu 7,40? nach Osramübernahme und KE) gekauft.
Entkräften kann ich deine Sorge der Klumpenbildung, Depotanteil von Medios beträgt etwa 4%, also alles im Lot.

Hier die Analyse von S.Heibel

Fr, 14. Februar um 14:50 Uhr
Am Dienstag der vergangenen Woche hatte ich die Gelegenheit zu einem 1-on-1 mit Matthias Gärtner, dem Finanzchef von Medios. Das Unternehmen beliefert Apotheken in Deutschland. Dabei hat Medios jedoch nicht jede Wald-und-Wiesen-Apotheke im Visier, sondern nur Onkologie-Spezialapotheken.

Bei Medios beruht ein wesentlicher Umsatzbestandteil auf der kundenindividuellen Herstellung von Infusionslösungen für die Behandlung von Krebspatienten, die eine erste Chemotherapie bereits hinter sich haben. Ein Drittel des Umsatzes wird mit Medikamenten gemacht, die speziell für Krebspatienten gefertigt werden. Zwei Drittel des Umsatzes erzielt Medios mit Produkten aus der Schublade (Großhandel).

Je komplexer die Medikamente, die für den Patienten individuell hergestellt werden, desto teurer natürlich das Medikament, aber auch desto schwerer wird es für Apotheken, die erforderlichen Mixturen wirtschaftlich einzusetzen. Außerdem steigen die administrativen Anforderungen, denn inzwischen müssen auch Apotheken lückenlos nachweisen können, wo die einzelnen Einsatzstoffe herkommen, die für einen bestimmten Kunden verwendet wurden.

Schließlich dürfen einige Einsatzstoffe nach erstmaligem Öffnen nur sehr kurze Zeit verwendet werden, so dass bei kleinen Apotheken sowie auch bei kleinen Spezialapotheken, die weniger entsprechende Nachfragen haben, häufig teure Reste entsorgt werden müssen.

Das Mischen im Hinterzimmer ist schon lange nicht mehr so einfach möglich, strenge Hygienevorschriften führen zu immer teureren Apparaturen, die in Reinraumlaboren verwendet werden müssen.

So gibt es auch bei den Spezialapotheken immer mehr, die sich Hilfe von Dritten holen. Hier kommt Medios ins Spiel. CFO Gärtner teilte mir mit, dass man sich auf die 1.000 größten Apotheken in Deutschland konzentriere. Medios hat die Infrastruktur aufgebaut, um auch komplexe Medikamente unter Wahrung aller Vorschriften zeitnah liefern zu können.

Es handelt sich dabei überwiegend um Krebsmedikamente: Brustkrebs, Leukämie, Prostatakrebs bis hin zu Haut- und Lungenkrebs können mit individuellen Infusionslösungen von Medios behandelt werden. Es gibt ca. 1,6 Mio. Patienten in Deutschland in diesem Bereich, eine Behandlung kann bis zu 160.000 Euro kosten. Im Jahr 2019 hat Medios 90.000 solcher Medikamente hergestellt.

Derzeit hat Medios etwa 200 der ca. 1.000 Spezialapotheken in Deutschland unter Vertrag. Meinem Verständnis nach sind die auf Nachfrage gemischten Medikamente nur die Eintrittskarte, denn ist Medios erst einmal auf der Lieferantenliste einer Apotheke, dann gewöhnt man sich schnell an ihn und bestellt zunehmend auch andere Medikamente über Medios.

Mit diesem Effekt hat Medios wohl selbst kaum gerechnet: Ursprünglich war für 2019 ein Umsatzplus von 22-25% ausgegeben worden, am Ende werden es jedoch eher 58%. Für 2020 erwarten Analysten derzeit durchschnittlich ein Umsatzwachstum von 22%, Medios wird erst zur Hauptversammlung im Frühjahr eine eigene Prognose ausgeben. In der jüngsten Pressemitteilung vom 6. Februar geht das Management von einem "weiter dynamischen Wachstum" aus. Ob das nun bei den von Analysten erwarteten 22% liegen wird, oder aber eher in Richtung der Wachstumsrate aus 2019 geht, bleibt abzuwarten. Ich rechne jedoch nicht mit einer Wachstumsrate unter 20%. Und wenn der Gewinn dann proportional mitwächst, dann ist ein KGV 2020e von 30 eher als günstig anzusehen.

517 Mio. Euro Umsatz im Jahr 2019 werden mit einer Marktkapitalisierung von 474 Mio. Euro belegt, das Kurs/Umsatz-Verhältnis steht also bei 0,9. Auch das ist günstig, insbesondere für dieses Wachstum.

Nun hat sich die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten bereits verdoppelt. Das Ganze sieht schon ziemlich abenteuerlich aus. Warum war die Aktie so vernachlässigt? Oder ist das Ganze nur ein Hype, eine Luftnummer?

Ich habe nicht den Eindruck, als handelt es sich bei Medios um einen kurzfristigen Hype. Das Unternehmen stellte 2019 rund 90.000 kundenindividuelle Infusionslösungen her. Es verfügt jedoch heute schon über die Kapazität, 200.000 solcher Medikamente herzustellen. Medios ist derzeit dabei, die Investition der Vergangenheit zu skalieren.

Da haben wir auch schon den Grund für die vormals niedrige Bewertung: Die Investition in 10 Arbeitsplätze für die Herstellung bedarfsorientierter Medikamente war teuer und alles andere als eine sichere Angelegenheit. Erst die Verschärfung der Dokumentationspflicht durch entsprechende gesetzliche Vorschriften zwingt viele Apotheken zu hohen Investitionen oder aber zur Suche nach einem neuen Partner. Medios hat diese Entwicklung antizipiert und ist bestens vorbereitet.

Medios ist aber nicht alleine im Markt. McKesson (ehemals Celesio) agiert europaweit und setzt 40 mal soviel um wie Medios. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch McKesson mit Verweis auf die gestiegenen Anforderungen stärker in den Wettbewerb drängt.

Doch bis dahin kann Medios weiter Neukunden gewinnen und wenn ich mir die aktuelle Dynamik anschaue, dann ist es nur noch eine Frage von zwei oder drei Jahren, bis Medios die vorgehaltene Kapazität auslasten wird.

Die Bilanz von Medios ist netto-schuldenfrei, derzeit sammelt sich Liquidität an, die in den Ausbau des Geschäfts investiert werden kann ... oder aber mit der neue Geschäftsfelder aufgebaut werden. Eine neue Idee gibt es schon: Die Analyse von Medikamenten mit Hilfe von Spektroskopie, als Lichtanalyse, ermöglicht es, die teuren Medikamente zu untersuchen, ohne sie aufzumachen bzw. ohne Proben zu entnehmen. Das geht schnell und spart Kosten, insbesondere bei den teuren Krebsmedikamenten.

Ich habe etwas dagegen, eine Aktie auf ihren Höchstkursen zu kaufen, daher folgt dieser Analyse keine Kaufempfehlung. Das Geschäftsmodell jedoch gefällt mir, das Bewertungsniveau ist in meinen Augen noch nicht zu hoch und wenn die allgemeine Börsenentwicklung mal einen Rücksetzer erzeugt, können wir uns die Aktie ggfls. ins Portfolio holen.  

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