Transdigm - Quo vadis ?

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neuester Beitrag: 03.04.20 08:52
eröffnet am: 26.01.18 08:27 von: Stronzo1 Anzahl Beiträge: 38
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26.01.18 08:27

1926 Postings, 1031 Tage Stronzo1Transdigm - Quo vadis ?

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12 Postings ausgeblendet.

14.03.18 18:08

2473 Postings, 2379 Tage warren645-Jahres-Chart

Und heute 1,5% im Plus bei DOW -1%...  
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15.03.18 10:31

2473 Postings, 2379 Tage warren64Und übrigens:

Kompliment zum Nutzernamen. Bin in Italien aufgewachsen und kann das deswegen gut beurteilen.  

17.03.18 10:03

1926 Postings, 1031 Tage Stronzo1Neugeschäft

Hallo Warren,

Freut mich, daß ich endlich nicht mehr alleine hier poste. So ist endlich eine Unterhaltung möglich.

Thema 1: Neugeschäft ? Kannst Du mir ein Beispiel nennen ? Ich glaube es ist kein unbekanntes Faktum, daß der Core Growth von TDG (d. h. ohne Akquisitionen und Preiserhöhungen) negativ ist. Korrekt ?

Thema 2: Nehmen wir also die Akquisitionen raus, dann schaut es traurig aus. Und die Akquisitionen; nun, die Pipeline stottert ja gehörig. Schroth ist ja bezeichnend dafür, wie traurig die "Möglichkeiten durch Akquisitionen zu wachsen" geworden sind. Oder etwa DDC: Gekauft um 1 Mrd - wieviel machen die EBITDA ? Sind die wirklich konkurrenzlos ?

Thema 3: Nun: 12 Mrd Schulden und 2 Mrd negatives EK. Die Dividendenpolitik dürfte sich in dem aktuellen Zinsumfeld dramatisch ändern. Was passiert aber dann mit den Aktionären die bisher so verwöhnt wurden ?  

18.03.18 13:09

1926 Postings, 1031 Tage Stronzo1Neugeschäft ? II

Nun, Neugeschäft würde ich es nicht nennen, vielleicht eher Neumanager.

Letzte Woche ist schon wieder ein Manager gegangen worden, der sein Geschäft vor Jahrzehnten gegründet und seitdem sehr, sehr erfolgreich geführt hat. Da wird man wieder einen hinsetzen der von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, dafür aber viel reden kann..... Bei TDG gilt ja eins: 1. Corporate hat immer recht und 2. wenn Corporate einmal nicht recht haben sollte gilt 1. Die Spielregeln sind sehr einfach.

Wer denen "da oben" nicht hinten reinkriecht ist raus. Erfolgsrezept ist das üblicherweise keines.  

20.03.18 16:00

2473 Postings, 2379 Tage warren64Ich finde es merkwürdig,

dass Du einerseits redest wie ein Insider ('Corporate hat immer recht'), aber andererseits übersiehst, dass Transdigms Geschäftsmodell grundsätzlich zumindest bisher gut funktioniert.
Zum Wachstum: Keine Ahnung, was Du als 'Core Growth' bezeichnest. Den reinen Mengeneffekt? Wo steht, dass der negativ ist? Aber, um ehrlich zu sein, würde es mich zumindest bei den Mustern, die schon lange in Betrieb sind, nicht wundern. Aber bedeutet dies automatisch, dass damit nicht noch gutes Geld verdient werden kann?
Und Neugeschäft wird doch durchaus generiert, wenn ich es richtig verstanden habe.
Aber ja, ich kann Dir jetzt nicht den Flugzeugtyp sagen.

Gestern wurde ja eine neue Akquisition bekannt gegeben, zu einem atemberaubenden Preis. Die Börse scheint es aber zu goutieren, heute steigt das Ding auf 250 Eur.
Heute findet ja auch die HV statt, mal schauen, ob es da neue Infos gibt.

Wenn ich etwas mehr Zeit habe, werde ich mich mal um die Trennung Alt-/Neugeschäft kümmern und um mögliche Zukunftsszenarien, was den Schuldenabbau angeht.  

20.03.18 18:08

1926 Postings, 1031 Tage Stronzo1Zukunftsszenarien Schuldenabbau

Hier die wesentlichen Zahlen:

Schuldenstand: ca. 12 Mrd (Zinsen ca. 5,3 % pretax bei LIBOR 1,3 %)
EBITDA: ca. 1,6 Mrd
Net-Income:  ca. 0,6 Mrd
Net Cash provided by operations: ca. 0,8 Mrd

Das Gefährliche ist die strikte Fokusierung auf das EBITDA. Weil dabei werden ja bekanntermaßen die (steigenden) Zinsen wieder herausgerechnet. Im Endeffekt wird ein Cash von 0,8 Mrd generiert und dem stehen Schulden von 12 Mrd und eine teilweise ziemlich ausgelutschte Firmengruppe entgegen.

Bisher ist die Aktie hochgelaufen und Dividenden sind reichlich geflossen. Mittlerweile ist aber durch diese "Überausschüttungspolitik" das Eigenkapital negativ geworden (ca. - 2 Mrd).

Ich frage mich wo diese Fahrt noch hingehen kann. Ernsthaft !

Die letzten Akquisitionen (mit Ausnahme von Telair in 2015) waren ein Griff ins Braune. DDC war komplett überteuert und jetzt eine weitere.... dazu ja Dein Kommentar.
 

20.03.18 18:16

1926 Postings, 1031 Tage Stronzo1und demgegenüber die Marktkapitalisierung in Höhe

von aktuell ca. 16 Mrd. Wie bitte passt das alles zusammen ?

Nutzernamen: Ja auch ich war öfters Italien im Strandurlaub und die Italiener benutzen dieses Wort ja als Schimpfwort. Da ich hier sehr Transdigm kritisch auftrete ist es für manche wohl nicht ganz unberechtigt.  

20.03.18 18:53

2473 Postings, 2379 Tage warren64Na ja, stronzo

heißt wörtlich Scheißhaufen.
Um die Gefahr der überschuldung sauber zu bewerten, muss man den cashflow bis zur Fälligkeit der Schulden berücksichtigen. Dann kann man bewerten, wie viel sie auf jeden Fall refinanzieren müssen.
Bisher war das Management sehr gut bzgl. Kapitalallokation inkl. klugen Aktienrückkäufen. Ich denke nicht, dass sie da unnötige Risiken eingehen werden,sondern sich frühzeitig um eine refinanzierung kümmern

Ich glaube auch nicht an sehr stark steigende Zinsen.  

21.03.18 08:28

1926 Postings, 1031 Tage Stronzo1Steigende Zinsen

Kaum einer glaubt an stark steigende Zinsen. Aber was bedeutet 1 % mehr bei 12.000.000.000 Schulden ? Ja, das sind 120.000.000 höhere Zinsen pro Jahr. Das sind immerhin 20 % weniger Nettogewinn und beim CF ist es fast ähnlich viel. Und Transdigm hat viel Dynamik bei der Entwicklung des EBITDA gezeigt (durch die Akquisitionspolitik), aber der Nettogewinn hat sich in den Jahren eher schwach verändert. Trotzdem: Nicht Scheißhaufen, aber nicht ganz ungefährlich.

Dazu kommt, daß man händeringend nach neuen Akquisitionen sucht und keine gscheiten mehr findet.  

21.03.18 08:43

1926 Postings, 1031 Tage Stronzo1Negatives Eigenkapital

und noch etwas: Wie groß kann die Dividendenerwartung sein, wenn uns das mit 2 Mrd negative Eigenkapital sagt, daß schon das EBITDA der nächsten eineinhalb Jahre "vorausgeschüttet" worden ist ?  

21.03.18 10:14

2473 Postings, 2379 Tage warren64Transdigm-Kapitalstruktur

Das mit dem negativen EK ist bei Transdigm ja schon lange so (siehe Screenshot unten). Aber klar, irgendwann ist das ausgereizt und wenn die Zinsen ansteigen, wird das natürlich immer riskanter.

Zur Verschuldung:

Transdigm hat 11,5 Mrd 'long term debt'. Im letzten Quartal haben sie 161 Mio 'interest expense' gehabt, das heißt, sie haben aktuell einen durchschnittlichen Zinssatz von 5,6% (wenn ich den Quartalswert x 4 nehme). Irgendwas scheint nicht ganz zu stimmen, weil ich im letzten Quartalsbericht gelesen habe, dass der Zinssatz auf die 'term loans' (die 7 Mrd von den 11,5 Mrd ausmachen) im letzten Quartal 4,1-4,35% war. Aber egal. Ich denke, relevant sind die Änderungen bei steigenden Zinssätzen.

Gewinn hat Transdigm 191 Mio gemacht im letzten Quartal und einen free Cash Flow von 280 Mio generiert (wenn ich mich nicht verkuckt habe). Ich halte den Cash Flow aber für vermutlich durch Einmaleffekte überhöht. Gehen wir also davon aus, dass Transdigm 800 Mio im Jahr Gewinn macht und diese verwenden kann, um Schulden zu tilgen (bsp.weise).

Es sieht in der Tat bei den 'term loans' so aus, dass Leitzinserhöhungen mehr oder weniger direkt auf die Zinszahlungen durchschlagen (LIBO + 2,75%, was auch immer in diesem Zusammenhang LIBO sein soll). Um das exakt zu beurteilen, müsste man sich durch das Agreement quälen. Aber gehen wir mal davon aus, dass die Erhöhung 1:1 durchschlägt.

Eine 1% Erhöhung des Leitzinses würde sich also in einer Erhöhung der Zinszahlungen von 70 Mio niederschlagen, da davon 'nur' die 'term loans' betroffen sind. Die Anleihen laufen bis 2020-2026 und sind fest verzinst (wenn ich mich nicht irre).
Dadurch würde der Gewinn von Transdigm also um knapp 10% reduziert.
Gleichzeitig hat Transdigm aber auch jede Menge Swaps auf Zinssätze laufen, die diesen Effekt sicherlich deutlich reduzieren würden.

Vom Gefühl her sollte Transdigm die nächsten 3-5 Jahre den Gewinn nutzen, um die Verschuldung zu reduzieren, um dieses Risiko zu reduzieren. Die steuerliche Absetzbarkeit der Zinszahlungen ist unter der neuen US-Steuer ja auch begrenzt.

Ich bin mir aber sicher, dass Transdigm selbst diese Erwägungen durchführt und die richtigen Maßnahmen ergreift.

Aber klar: Sollte hier der Cash Flow nach unten gehen, wäre Transdigm direkt von der Pleite bedroht. Bisher sieht es allerdings nicht so aus.



 
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21.03.18 10:37

1926 Postings, 1031 Tage Stronzo1Zahlen

ich beziehe mich auf die Zahlen für das Gesamtjahr 2017. Diese sind im Internet ja abrufbar. Im übrigen findet sich auf der Homepage auch eine Sensitivitätsanalyse im Hinblick auf Zinserhöhungen. Das Denken sollten wir nicht Transdigm überlassen, sondern selber "in die Hand nehmen".  

21.03.18 11:49

2473 Postings, 2379 Tage warren64Link?

Kannst Du mir bitte den Link zur Sensitivitätsanalyse schicken?
Sind da andere Zahlen dargestellt, als ich sie ermittelt habe?  

21.03.18 11:52

2473 Postings, 2379 Tage warren64Wo

habe ich geschrieben, dass ich das Denken Transdigm überlasse?
Fakt ist aber auch, dass wir da lange hin und her rechnen können.
Die Entscheidung, ob sie Kredite tilgen oder nicht, werden nicht wir treffen.
Ein gewisses Maß an Vertrauen, dass das Management das richtige macht, brauchst Du bei einem Aktieninvest immer.

Ich habe die Zahlen vom letzten Quartal, die sind sicherlich aktueller als die vom letzten Gesamtjahr. Der Unterschied war aber auch nicht groß.  

21.03.18 12:39

1926 Postings, 1031 Tage Stronzo1link auf www.transdigm.com IR Q 4 Presentations

file:///D:/Downloads/Q4%20FY17%20Earnings%20Call%20Presentation-F­inal%20(2).pdf  

21.03.18 13:25

2473 Postings, 2379 Tage warren64Danke für den Link.

Ich hatte diese Folie auch schon mal gesehen, aber vergessen, wo die liegt.

Was ich nicht verstehe: Wenn Du die Folie kennst, wieso schreibst Du dann so einen Sch... wie oben (dass 1% höherer Zinssatz 120 Mio im Ergebnis ausmachen)?
Hier siehst Du schwarz auf weiß: Eine Erhöhung des LIBOR von 1,3 auf 2% führt zu einer Verschlechterung des Ergebnisses (vor Steuern) von 25 Mio Eur. Eine weitere Erhöhung von 2% auf 3% führt zu einer Verschlechterung des Ergebnisses (vor Steuern) von weiteren 40 Mio. Nach Steuern sind es 20+25 Mio.

Damit entsprechen diese Zahlen dem, was ich oben geschrieben, der Effekt der Zinsswaps ist hier natürlich mit drin.

In diesem Sinne.

 
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13.04.18 10:34

1926 Postings, 1031 Tage Stronzo1DER S&P ist im Rallymodus

und TDG legt nicht einmal ein halbes Prozentchen zu ... !  

16.04.18 13:46

2473 Postings, 2379 Tage warren64Transdigm vs. S+P 500

S+P 500 unten.

Kein wirklicher Unterperformer bisher.




 
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18.03.20 14:38

1926 Postings, 1031 Tage Stronzo1warren64

Hallo Italiener - heute: TDG auf 266 - das Geschäftsmodell teure Firmenübernahmen durch ständig starke Erhöhung der Ersatzteilpreise zu finanzieren scheint im aktuellen Umfeld ziemlich unter Druck zu stehen... wird spannend wo Lufthansa und Co das Geld für Ersatzteile hernehmen (die sie dzt nicht brauchen), bei denen Margen von nördlich 80 % einkalkuliert sind. Die Aktion vom Pentagon im Jahr 2018 war wohl nicht Lehre genug (20 Mio Strafzahlung). Hochmut kommt vor dem Fall.  

18.03.20 14:47

1926 Postings, 1031 Tage Stronzo1Wir wollen Euch alle zu Millionären machen

der Spruch an die Manager beim jährlichen Saufevent.

 

18.03.20 17:59

1926 Postings, 1031 Tage Stronzo1Heute geht es gleich nochmals

um ein Drittel runter. Denn jetzt stellt sich die Frage: Wer soll die Riesenschulden zurückzahlen. Vor Kurzem war man noch stolz auf den hohen Leverage und die Tatsache, dass man mit negativem Eigenkapital in immer neue Höhen rauscht. Jetzt ist Schluss mit lustig. War leider absehbar.  

21.03.20 08:49

1926 Postings, 1031 Tage Stronzo1Die Krise ist noch lange nicht voll

eingepreist. Die Luftfahrt wird lange brauchen, bis sie wieder auf Normallevel sein wird. Der Bedarf an überteuerten Ersatzteilen a la Transdigm ist für einige Zeit gesättigt... Weitere Preissteigerung wie sie in den Plänen vorgesehen sind, kaum umsetzbar..

aber die Schuldenrückzahlungen kommen mit hohem Druck daher.. der leverage ist brutal eingeknickt.  

21.03.20 08:51

1926 Postings, 1031 Tage Stronzo1Game over

das Geschäftsmodell von Transdigm steht vor dem Kollaps. Da kann Nick H. Aktien zukaufen und Kurspflege betreiben soviel er will..Game over  

03.04.20 08:50

1926 Postings, 1031 Tage Stronzo1the appetite for expensive

spare parts is - momentarly - not very strong. Will it ever return ?  

03.04.20 08:52

1926 Postings, 1031 Tage Stronzo1TDG streicht 15 % seiner Belegschaft

machen über 40 % Ebitda, schieben sich die Kohle in alle Körperöffnungen rein und wenn's eng wird feuern sie die Leute. Moral ? Fehlanzeige.  

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