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Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

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neuester Beitrag: 05.08.21 16:23
eröffnet am: 04.11.12 14:16 von: permanent Anzahl Beiträge: 135060
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04.11.12 14:16
104

20752 Postings, 6465 Tage permanentÖkonomen streiten über Verteilungsfrage


Wirtschaftswissenschaften : Ökonomen streiten über Verteilungsfrage 13:15 Uhr Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Die Einkommensungleichheit destabilisiert die Volkswirtschaften, sind

... (automatisch gekürzt) ...

http://www.handelsblatt.com/politik/international/...age/7328592.html
Moderation
Zeitpunkt: 06.10.14 08:32
Aktionen: Kürzung des Beitrages, Threadtitel trotzdem anzeigen
Kommentar: Urheberrechtsverletzung, ggf. Link-Einfügen nutzen
Original-Link: http://www.handelsblatt.com/politik/...gsfrage/7328592.html

 

 
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05.08.21 14:14

7358 Postings, 5449 Tage VermeerSieh mal Malko 13:47

Die Wissenschaft warnt seit 50 Jahren vor dem menschengemachten Klimawandel. Inzwischen kann man vergleichen, was damals für Prognosen gestellt wurden, und wie es seither verlaufen ist. Das Ergebnis ist im wesentlichen: Ja, diese Art von Entwicklung wurde prognostiziert. Aber nicht dass sie so schnell kommt!
Noch Fragen?
Dass Prognosen also auch mal ungenau sind? Aha, ja.  

05.08.21 14:15

10949 Postings, 3501 Tage Zanoni1Liest sich das hier für Dich z.B. wie Ausflüchte?

Nein, es ist einfach ein anderes Konzept als das Eure, ...m.E. ein viel besseres:


Der Klimawandel zählt zu den größten Herausforderungen der Menschheit in den kommenden Jahrzehnten. Seine Auswirkungen sind heute schon spürbar, aber vor allem nachfolgende Generationen werden darunter leiden, wenn wir heute nicht handeln.

Diese Menschheitsherausforderung dürfen wir nicht ignorieren. Der Aufruf zu Verzicht und Askese führt aber auch nicht weiter. Denn auf diesem Weg wird uns in der Welt niemand folgen.

Wir müssen darum die Herausforderung als Chance begreifen, zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ein globales Problem als Weltgemeinschaft gemeinsam lösen zu können. Aber nicht durch De-Industrialisierung und sinkenden Lebensstandard einhergehen. Sondern indem wir das Wirtschaftswachstum vom CO2-Ausstoß entkoppeln. Aber dazu braucht es mehr Freiheit, statt immer neuer Verbote und Regulierungen.

Gemeinsam mit 97 Prozent der Deutschen sind wir Freien Demokraten darum überzeugt, dass die Förderung von Innovationen und Forschung die sinnvollste Maßnahme im Klimaschutz ist.



Möglichkeiten, den technologischen Fortschritt für den Klimaschutz zu nutzen, gibt es viele. Manche werden bereits ausgiebig genutzt, andere sind in der Erprobungsphase. Wieder andere schlummern noch in den Köpfen kluger Tüftler und Ingenieure. Welche Lösung die beste ist, darüber kann aber nicht die Politik entscheiden, sondern darüber entscheidet der Wettbewerb der Ideen. Technologieoffenheit bedeutet, politische Rahmenbedingungen zu setzen und so weit wie möglich auf Verbote zu verzichten.

Deshalb wollen wir Freie Demokraten etwa im Verkehr nicht einseitig auf die Entwicklung der Elektromobilität setzen, sondern zum Beispiel auch synthetischen Kraftstoffen, die aus CO2 und erneuerbarem Strom hergestellt werden, eine faire Chance geben. Denn CO2-neutraler Verkehr ist auch ohne einen ideologischen Feldzug gegen den Verbrennungsmotor möglich. Und auch viele Industrieprozesse, sogar die Produktion von Stahl, können schon heute weitestgehend treibshausgasneutral erfolgen.

Doch auch CO2, das nicht vermieden werden kann, muss nicht in die Atmosphäre gelangen. Denn durch modernen Methoden der Aufforstung oder technische Lösungen können wir CO2 speichern. Diese Verfahren sind technisch erprobt und sicher, können aber oft auf Grund rechtlicher Rahmenbedingungen in Deutschland nicht angewendet werden. Das wollen wir ändern.

Klimaschutz und Wohlstand gehören zusammen

Wir müssen durch Know-how und Just-do-it, durch Kreativität und Geistesblitze vorangehen und beweisen, dass Klimaschutz und Wohlstand sich nicht ausschließen, sondern zusammengehören. Deutschland hat hier das Potential, zum Vorreiter zu werden und Lösungen zu exportieren. Laut der aktuellen Cleantech-100-Liste kommen heute bereits zehn besonders vielversprechende Ideen aus Deutschland. Und wir wollen, dass es noch mehr werden!

Innovativer Klimaschutz ist keine Zukunftsmusik. Im Gegenteil, einige der scheinbar wildesten Ideen sind sich schon jetzt in greifbarer Nähe ? und manchmal auch schon Wirklichkeit:


- Ein konsequenter Ansatz, um CO2 zu vermeiden, ist das Cradle to Cradle-Konzept, kurz C2C, das Michael Braungart entwickelt hat. Es besagt: Wir müssen nicht unseren negativen Fußabdruck verkleinern, sondern unseren positiven vergrößern. Häuserfassaden, die Wärme isolieren und zugleich Feinstaub und CO2 binden, bekommen ebenso ein C2C-Zertifikat wie Windeln, die in ihrem zweiten Leben als Dünger eingesetzt werden können, oder Textilfarbe, die das Grundwasser nicht nur nicht belastet, sondern reinigt ? das ist progressiver Umweltschutz par excellence.

-  Auch zur klimaneutralen Nutzung von CO2 gibt es viele gute Lösungen. So wird schon heute aus Abgasen abgeschiedenes CO2 zum Beispiel in der Landwirtschaft oder der chemischen Industrie eingesetzt oder zur Produktion von e-Fuels und synthetischen Gasen verwendet.

- Unterschiedlichste Methoden der CO2-Speicherung sind möglich ? und könnten sogar helfen, CO2 aus der Atmosphäre zu entziehen. Mit Carbon Capture and Storage-Verfahren (CCS) wird CO2 in der Erde gespeichert und somit komplett unschädlich gemacht. Entsprechende Anlagen gibt es unter anderem bereits in Deutschland und den Niederlanden und in Australien wird sogar eine Anlage mit einem jährlichen Speichervolumen von vier Millionen Tonnen gebaut.

- Auch durch moderne Landwirtschaft, Aufforstung und Geoengineering ist aktiver Klimaschutz möglich: Moore werden als CO2-Senken angelegt und Wälder aufgeforstet. Precision- und Vertical-Farming kann unsere Landwirtschaft ebenso intensivieren wie grüne Gentechnik. Und bedenkt man, dass der erste Burger aus In-vitro-Fleisch, der komplett ohne Tierleid und Umweltzerstörung produziert wurde, im Jahr 2013 noch etwa 250.000 Dollar kostete und bald schon für neun Dollar zu haben sein könnte, dann kann es durchaus sein, das kommende Generationen sich überwiegend von künstlichem Fleisch ernähren werden.

https://www.fdp.de/seite/klimafreundliche-innovationen




 

05.08.21 14:19

10949 Postings, 3501 Tage Zanoni1Zu den C02 Zertifikaten:

Der Klimaschutz ist die wohl größte globale Herausforderung unserer Zeit. Unsere Antwort darauf heißt: Zero CO2. Um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen, wollen wir ein strenges CO2-Limit einführen, das von Jahr zu Jahr verbindlich weiter sinkt. Wir deckeln den CO2-Ausstoß und machen so Druck für den Wandel.

Wie das Einsparziel am besten erreicht wird, soll aber nicht der Staat entscheiden, sondern sollen die Bürger und Unternehmen bestimmen. Klimaschutz ist das Ziel. Innovation der Weg. Darum setzen wir auf eine starke Wirtschaft und neueste Technik. Denn das Land der Denker und Tüftlerinnen kann Lösungen entwickeln, die eine umweltfreundliche und lebenswerte Zukunft ermöglichen. Und damit als Vorbild für andere Menschen und Regierungen vorangehen.

Darum: Denken wir nicht mehr darüber nach, was wir zum Schutz des Klimas alles nicht mehr dürfen. Denken wir daran, was wir alles machen können. Das ist German Engineered Klimaschutz.


Harter CO2-Deckel mit Emissionshandel möglich

Wir wollen beim Klimaschutz Druck machen. Darum fordern wir ein striktes Limit für CO2. Das Ziel legt die Politik fest, den Weg dorthin überlassen wir dem Erfindergeist von Ingenieurinnen, Technikern und Wissenschaftlerinnen.

Das Prinzip ist einfach: Der Staat gibt vor, wieviel CO2 im Jahr ausgestoßen werden darf. Bis 2050 wird diese Vorgabe schrittweise auf Null gesenkt. Wer CO2 ausstoßen will, muss Zertifikate erwerben, die von Jahr zu Jahr weniger und damit teurer werden. Wer hingegen besonders viel CO2 spart, muss weniger Zertifikate kaufen und spart Geld.

Dieser Mechanismus wird dazu führen, dass in klimafreundliche Technologien investiert wird. Gleichzeitig fördert und belohnt er die Kreativität der Ingenieure und Erfinderinnen, die klimafreundlichsten Technologien zu entwickeln.
Pariser Klimaziele sicher erreichen

Durch den harten CO2-Deckel erreichen wir garantiert die Ziele des Pariser Klimaabkommens. Und schaffen gleichzeitig mit German Engineered Klimaschutz neue Lösungen, die überall in der Welt genutzt werden können.

https://www.fdp.de/german-engineered-klimaschutz  

05.08.21 14:24
1

68814 Postings, 6300 Tage Anti LemmingUnd wie will die FDP heizen

ohne CO2-Erzeugung?

Im Winter nach Thailand jetten?  

05.08.21 14:31

10949 Postings, 3501 Tage Zanoni1So kann dann z.B. liberale Klimapolitik aussehen

Der liberale Spirit, der durch ihr Programm weht, ist dabei wie ich meine auch kaum verkennbar.
Das ist doch nicht unglaubwürdig, sondern im Gegenteil doch gerade genau das, was man von einer FDP in der Klimapolitik erwarten kann.
 

05.08.21 14:32

68814 Postings, 6300 Tage Anti LemmingLiest sich eher wie erzwungene Lippenbekenntnisse

05.08.21 14:32

2888 Postings, 7861 Tage fws@AL 030: Deine Ausfälle gegen die Grünen ...

... gleichen schon ziemlich deinem speziellen Freund Shlomo. Hast du dich vielleicht mit dem User geirrt?

 

05.08.21 14:33
1

7358 Postings, 5449 Tage VermeerWer hat sich gegen Innovation und Forschung

ausgesprochen? Die Vogelscheuche vermutlich, die die heldenhafte FDP hier verprügelt?  sonst doch niemand.  Das ist doch äußerst merkwürdig so zu tun, als ob zB der politische Gegner synthetische Kraftstoffe durch sozialistische Verbote behindern wollte, obwohl "der Markt" mit ihnen ruckzuck alles heile machen könnte (vielleicht). Wie naiv ist das denn? (Sie haben eine zu schlechte Energiebilanz, und wir haben so schon zuwenig Elektrizität...)
Der Text ist überall ein Appell an die Bequemlichkeit. Gemacht wird nur, was von selbst mühelos läuft. Mir wird da mulmig. Weiter sag ich da gar nichts. Ich hätte nichts dagegen, nur es wird nicht funktionieren.  

05.08.21 14:35

10949 Postings, 3501 Tage Zanoni1...mit den enstprechende Technologien, die

dann bis 2050 entwickelt sein werden. Synthetische erneuerbare Kraftstoffe scheint es  in der Entwicklung dann ja z.B. sogar schon zu geben.

Keine Sorge, Du wirst auch 2050 nicht im unbeheizten pool umherschwimmen müssen, wenn die Kiemen fertig sind. ;-)  

05.08.21 14:36
2

68814 Postings, 6300 Tage Anti Lemming# 043

Wie ich schon oben schrieb, sind den Roten die Grünen zu braun.

Shlomo zählt eher zu den Gelben, denen die Grünen zu rot sind.

"Rotbraun" ist nicht nur die Haselnuss, sondern auch der Totalitarismus.  

05.08.21 14:44

68814 Postings, 6300 Tage Anti LemmingLeider zähle ich zu den Politikverdrossenen

Es scheint - siehe Animal Farm - zu den menschlichen Untugenden zu zählen, einmal erlangte politische Macht anschließend gegen die Interessen der Wähler zu missbrauchen, gekoppelt freilich mit wohlfeilen Behauptungen, die aktuellen Aktionen dienten genau der Umsetzung jener Wählerinteressen.

Ich sehe keine Partei (außer "Die Partei"), die nicht in dieses Schema fällt.  

05.08.21 14:47
1

10949 Postings, 3501 Tage Zanoni1Was mir an aktuellen klimapolitischen Konzepten

der Grünen  bekannt ist, vor allem Euer problematisches 10 Punkte Programm, das durchaus im Gegensatz dazu steht.

Vielleicht magst Du es hier ja mal vorstellen?

Von Förderung von Innovationen und Forschung habe ich da jetzt nichts gelesen, die Klimamaßnahmen haben dort zudem auch deutlich planwirtschaftlichere Züge.  

05.08.21 14:49

7358 Postings, 5449 Tage VermeerNoch was zur FDP

In den letzten 50 Jahren hatte die FDP erheblich mehr Einfluss und Anteil an der Regierung als die Grünen. Wenn die Kräfte des Marktes und die Visionen der Liberalen so wohltuend sind, dann fehlt mir eine Erklärung dafür, was uns in die gegenwärtige Situation gebracht hat. Grünsozialistische Planwirtschaftler können es nicht gewesen sein. Zur Erinnerung: wir haben zeitweilig 50°C in Kanada und Waldbrände, bei denen die Feuerwehrleute sagen, *so* haben sie es noch nie in ihrem Leben gesehen. Wodurch ist diese Situation heraufbeschworen worden? Es kann sich eigentlich nur um ein Versagen der Marktkräfte und der marktliberalen Ideologie handeln, oder?  

05.08.21 14:59
1

2657 Postings, 811 Tage SEEE21Die Parteiprogramme sind erst einmal

Sonntagsreden und treffen keine Aussage über Gesetze oder Verantwortlichkeiten. Bisher hat die Politik der Wirtschaft immer noch ausreichend Schlupflöcher gelassen, um sich nicht gesetzlichen Regelungen unterwerfen zu müssen, oder die Wirtschaft hat die Gesetze gleich selbst geschrieben.

Gute Beispiele sind dafür die Einhaltung von sozialen Standards bei Subunternehmern, die Einhaltung von Standards bei Vorlieferanten in der Modeindustrie etc., etc. Solange man als Politik der Wirtschaft freiwillige Selbstverpflichtungen zugestellt, hat man schon seinen politischen Gestaltungswillen im Vorzimmern der Vorstände abgegeben!

Was bedeutet denn  ein harter Deckel? Schwammig! Null CO2 bis 2050? Bedeutet das Null in Deutschland, oder Null für Produkte, die am Ende aus Deutschland kommen, aber eine dahinter stehende, globale Lieferkette beinhaltet?

Ich kann auch mit so einem globalen Geschwurbel, unter dem man sich alles und nichts vorstellen kann nichts anfangen! Die Grünen hingegen benennen zB den Zusammenhang von brennenden Amazonas, dem Artensterben, Landverbrauch allgemein und dem steigenden Fleischkonsum! Dafür gibt es dann wieder die Verbotsgeißel von den Freiheifsliebenden, aber keinen konkreten Vorschlag, wie der Amazonas zu retten ist, der auch kurzfristig umsetzbar ist! Es hilft dann nicht, wenn man in 20Jahren das Steak aus der Petrischale bekommt. In 20 Jahren gibt es keinen Urwald mehr!  

05.08.21 14:59

7358 Postings, 5449 Tage VermeerNee, Zanoni,

ich hab grad keine Lust das grüne Sofortprogramm durchzukauen. Denn solche Sofortprogramme sind auch mir zu vordergründig. Am ehesten wäre mir danach, zu "Verzicht und Askese" aufzurufen, aber wie allen Grünen so ist auch mir klar, dass das keine politische Position ist und nicht politisch verordnet werden kann. Und man muss die wirtschaftlichen Strukturen ändern, sonst kann der Einzelne gar nichts wirksames beitragen.

Ich vermute, die Kommentatoren haben irgendwie recht (ich glaub es war im Handelsblatt?), die sagen, dass im Sofort-Programm keine grundsätzliche Alternative erkennbar wird. Das meine ich so, dass manches was die Merkelregierung auf den Weg gebracht hat nicht grundsätzlich falsch ist, sondern dass das Hauptproblem ist:  zuwenig und zu langsam. Davon rede ich ja auch hier die ganze Zeit.  

05.08.21 15:00

10949 Postings, 3501 Tage Zanoni1...ich hätte da jetzt eher

den Klimawandel im Verdacht gehabt.

 

05.08.21 15:05

4965 Postings, 6415 Tage sue.vi.

Zwangsmedizin: Die neue Grenze der Nötigung

Forced Medicine: The New Frontier in Coercion
BY JEFFREY A. TUCKER
https://brownstone.org/articles/...cine-the-new-frontier-in-coercion/
 

05.08.21 15:07
1

10949 Postings, 3501 Tage Zanoni1Gut, dann werde ich das mal für Dich tun

aus der Welt:

?Fachlich falsche Annahmen? ? Die größten Schwächen im Klima-Plan der Grünen"

"Die Grünen wollen die Republik sofort nach der Wahl mit einem Zehn-Punkte-Programm auf den Pfad der Pariser CO?-Sparziele führen. Doch Sinn, Wirksamkeit und Bezahlbarkeit vieler Maßnahmen sind fragwürdig. Das sind die größten Ungereimtheiten im grünen Aktionsplan."

Vorziehen des Kohleausstiegs

Baerbock und Habeck wollen den Kohleausstieg auf 2030 vorziehen, weil ?hier bereits vollumfänglich Alternativen bereitstehen?, wie es im Klima-Sofortprogramm heißt.

Doch das ist nicht der Fall: Die Bundesnetzagentur hat bislang fast jede Stilllegung fossiler Kraftwerke in Bayern und Baden-Württemberg untersagt, weil diese als ?systemrelevant? eingestuft wurden. Alternativen stehen also eben nicht bereit.

Die Situation wird durch die unmittelbar bevorstehende Abschaltung weiterer Kohle- und der restlichen sechs Atomkraftwerke nicht einfacher werden. Gleichstromtrassen sollen zwar noch vor 2030 Windstrom in den Süden bringen. Doch gelten die Kapazitäten der in Bau befindlichen Trassen bereits als unzureichend. Ob der Bau weiterer ?Stromautobahnen? finanzier- und durchsetzbar ist, bleibt fraglich.

Da erneuerbare Energien gesetzlichen Einspeisevorrang genießen und nach Einschätzung zahlreicher Öko-Institute inzwischen die preisgünstigste Energiequelle der Welt sind, werden Kohlekraftwerke durch einen verstärkten Ausbau von Wind- und Solaranlagen automatisch aus dem Markt gedrängt ? wann immer grüne Alternativen zur Verfügung stehen.

Der Ankündigung eines beschleunigten Kohleausstiegs durch die Grünen bedarf es insoweit nicht. Auch die CO2-Bepreisung durch das Europäische Emissionshandelssystem macht Kohlestrom geplant unrentabel, sodass der Sinn eines zusätzlichen, politisch bestimmten Ausstiegsdatums unklar bleibt. ?Ein politisches Vorziehen des Kohleausstiegs zulasten der Steuerzahler ist nicht erforderlich und unnötig teuer?, sagt BDI-Vize Holger Lösch: ?Stark steigende CO2-Preise werden in den kommenden Jahren ähnliche Effekte haben, auch ohne ein Aufschnüren des mühsam gefundenen Kohleausstiegskompromisses.?

Vor diesem Hintergrund ist der Plan der Grünen, durch eine trickreiche Änderung des Energiesteuergesetzes einen rein nationalen ?Mindestpreis? für CO2 innerhalb des europäischen Emissionshandels einzuführen, nicht nur sinnlos, sondern für den Wirtschaftsstandort Deutschland sogar gefährlich.

Denn der ?Mindestpreis? soll mit 60 Euro pro Tonne CO2 sogar über dem heutigen bereits drastisch gestiegenen CO2-Preis liegen. Der Schritt würde aus einem erfolgreichen, marktwirtschaftlichen Mengensteuerungsinstrument ein staatliches Preissetzungs-Instrument machen, was die Idee des Emissionshandels konterkariert.

Der Mindestpreis verteuert nicht nur grundlos Energie, sondern auch den Klimaschutz, weil alle billigen Klimaschutzmaßnahmen unter der Kostenschwelle von 60 Euro pro Tonne nicht mehr zum Tragen kommen. Der rein nationale Preis treibt die Stromkosten der deutschen Industrie nach oben und stellt einen Anreiz zur Produktionsverlagerung ins EU-Ausland dar.

In dem Maße, wie durch den künstlich erhöhten CO2-Preis weitere deutsche Kohlekraftwerke und Industriebetriebe ins Aus gedrängt werden, verbilligen sich CO2-Berechtigungen in der EU. Die Grünen-Pläne sparen also keine Tonne CO2 extra, sondern bewirken nur eine Verlagerung der Emissionen, während zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie abnimmt.
Industrie klimaneutral machen

Die von den Grünen geplante ökologische Transformation der Industrie setzt voraus, dass noch Industrie da ist, die transformiert werden kann. Um dies sicherzustellen, soll für sie ?schnell zusätzlich Ökostrom-Produktion? ermöglicht werden, ?um sie vor hohen fossilen Stromkosten zu schützen?.

Allerdings hatte die ökologische Transformation bis dato zu den höchsten Strompreisen der Welt geführt, vor denen die Industrie nur durch Härtefallregeln geschützt werden konnte. Die aber sollen im Rahmen des europäischen Green Deal immer stärker verringert werden.

Auch im grünen Klimasofortprogramm sieht die Industrie unter dem Strich nur Be- aber keine Entlastungen: Der Verband der Chemischen Industrie spricht mit Blick auf den Grünen-Plan von ?Peitsche ohne Zuckerbrot?.

Zwar wollen die Grünen auch die bislang schon mit neun Milliarden Euro geförderte Wasserstoff-Produktion von fünf auf zehn Gigawatt verdoppeln und der Industrie zur Verfügung stellen.

Ein beträchtlicher Teil der Ökostrom-Kapazitäten muss so allerdings für die derzeit noch sehr teure Wasserstoff-Elektrolyse aufgewendet werden und trägt damit bilanziell nicht mehr zur Erreichung des anspruchsvollen Ökostrom-Ziels von 65 Prozent bis 2030 bei.

Der Bedarf an noch mehr Ökostrom gefährdet dabei das Ziel, Elektrizität für Privat- und Industrieverbraucher billiger zu machen. Denn mit der Ökostrom-Produktion steigt auch die EEG-Umlage, was dem Ziel entgegensteht, diesen Energieträger billiger zu machen.

Lösbar ist der Konflikt nur, in dem die Förderkosten der erneuerbaren Energien vom Verbraucher auf den Bundeshaushalt abgewälzt werden. Doch dessen Tragfähigkeit ist nicht unendlich. Klimaschutz, glaubt Holger Lösch, Vize-Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), ?wird erst zum Erfolg, wenn Deutschland Klimaneutralität unter Erhalt und Stärkung der industriellen Basis erreicht?.

Dafür sei das ?aktionistische? 100-Tage-Programm der Grünen nicht geeignet. Wenn die Ökopartei diese Pläne auch noch durch ein mit Vetorecht ausgestattetes ?Klimaschutzministerium? durchsetzt, ?steuert Deutschland in die Klima-Planwirtschaft, anstatt notwendige Innovationen und Investitionen anzureizen?.

https://www.welt.de/wirtschaft/plus232940249/...lan-der-Gruenen.html?

 

05.08.21 15:30
2

7358 Postings, 5449 Tage VermeerAlso nochmal Kohleausstieg

Der Tenor im "Welt"-Artikel von Zanoni ist: So geht das zu schnell mit dem Kohleausstieg. Wahlweise sei es sowohl unmöglich als auch unnötig und wirkungslos.
Ich sehe da eine Seltsamkeit. Gehen wir mal die Liste durch, was die anderen Länder machen ? laut Wikipedia/Kohleausstieg, ich bin ja ansonsten auch kein Experte, insofern ohne Gewähr!:

Belgien: 2016 (schon draußen)
Dänemark 2028
Frankreich 2023 (Kunststück bei all den AKWs ;)
Griechenland 2025
Irland 2025
Italien 2025
Niederlande: 2029
Österreich: 2020 (schon draußen)
Polen: wird mir aus dem Text nicht klar, offb. deutlich nach 2040
Portugal: 2023
Schweden 2020 (bereits draußen)
Spanien: etw. unklar, evtl. 2022
Tschechien 2038
Ungarn 2025

In Deutschland: großes Geschrei, dass 2030 zu früh sei.
Finde nur ich das seltsam?  

05.08.21 15:34

10949 Postings, 3501 Tage Zanoni1#050

Sonntagsreden entstehen, wenn man gar nicht über konkrete Inhalte reden möchte (die dann eben in den Programmen festgehalten werden) sondern lieber im Ungefähren und Vagen gefühliger Zutrauensempfindungen und liebgewonnener allgemeiner Ressentiments verbleiben möchte.
 

05.08.21 16:16
2

68814 Postings, 6300 Tage Anti LemmingFranz-Josef Strauß nannte das:

"Es muss was geschehen, aber es darf nichts passieren."  

05.08.21 16:20

10949 Postings, 3501 Tage Zanoni1#055 ...das sind doch erstmal good news

was die europäische Energiewende betrifft. Es finden sich dabei nun allerdings in all jenen Ländern nicht überall die gleichen Voraussetzungen.

Ob das dann auch überall tatsächlich so schnell erfolgen wird, wie beabsichtigt, und welche Konsequenzen damit dann auch für das ein oder andere Land verbunden sein werden, das wäre dann vermutlich nochmal eine andere Frage.

Es lohnt sich sicherlich,  sich die einzelnen Länder dabei tiefer ins Detail gehend anzusehen, ein Experte bin ich da im Übrigen auch nicht.
Malko scheint sich hier hinsichtlich technisch-praktischer Fragen von Energietechnik an sich immer ganz gut auszukennen, wie mir bisher aufgefallen ist. Vielleicht könnte er hier aus dem stehgreif etwas mehr dazu schreiben.

Im nächsten Jahr werden nun erstmal alle restlichen AKW's bei uns abgeschaltet, und erneuerbare Energien könnten den gänzlichen Ausfall auch von Kohlenergie bei uns dann bisher immer noch nicht ausgleichen, wie immer wieder zu lesen ist.
Dass bei uns schon Kohlekraftwerke nicht abgeschaltet werden konnten, da die Netzagentur sie als systemrelevant eingestuft hat, scheint indessen soweit erstmal ein fakt zu sein, wie sich dann aus Weltartikel zumindest entnehmen lässt.

Wenn wir den Kohleausstieg tatsächlich früher schaffen, ohne dabei unsere Industrie zu ruinieren, oder uns mit Blackouts konfrontiert sehen müssten, wäre das natürlich schön.
Wenn dies tatsächlich früher möglich sein wird, wird es auch früher passieren, es sind dann ja auch alle dran, Alternativen weiter auszubauen.
Derzeit scheint das allerdings doch fraglich zu sein.




 

05.08.21 16:22
1

10949 Postings, 3501 Tage Zanoni1#057 jetzt sag bloß,

Du hast auch noch ein Bild von ihm auf Deinem Schreibtisch
;-)
XD  

05.08.21 16:23

4965 Postings, 6415 Tage sue.vi...


".... Die britische Regierung brauchte bis letztes Jahr um gerade einmal 215 Millionen Pfund für die Forschung an kleinen modularen Kernreaktoren aufzutreiben. Gleichzeitig belaufen sich die Zahlungen an Windparkbetreiber und reiche Landbesitzer auf viele Milliarden Pfund pro Jahr, und es sieht so aus, als würden sie bis weit in die 2030er Jahre fortgesetzt - ein außerordentlicher Vermögenstransfer an die Allerreichsten im Austausch für unzuverlässige Energie. "
Are we finally getting cold feet about Net Zero?
The government?s green agenda is a disaster waiting to happen.
https://www.spiked-online.com/2021/07/28/...cold-feet-about-net-zero/  

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