Alles teurer - Krankenkassenbeitrag -

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neuester Beitrag: 08.10.09 17:00
eröffnet am: 14.07.08 11:05 von: goschy Anzahl Beiträge: 106
neuester Beitrag: 08.10.09 17:00 von: airscan Leser gesamt: 3241
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14.07.08 11:05
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40 Postings, 4995 Tage goschyAlles teurer - Krankenkassenbeitrag -

Alles teurer!
Krankenkasse bis zu 300 Euro teurer

Hamburg - Öl, Gas, Butter, Brot - alles wird teurer. Jetzt planen auch die Krankenkassen Beitragserhöhungen.

Wie der "Spiegel" berichtet, wird der im kommenden Jahr erstmals einheitlich festgelegte Beitragssatz bei etwa 15,6 Prozent des Bruttolohns liegen. Das sind 0,7 Prozentpunkte mehr als der derzeitige Durchschnittsbeitrag und entspricht einer Zusatzbelastung bis zu 300 Euro jährlich pro Kassenmitglied.

Hauptgrund: Der ausgehandelte Honoraraufschlag für die niedergelassenen Ärzte kostet die Kassen allein rund 2,5 Milliarden Euro zusätzlich.

Berliner Kurier, 13.07.2008

Was bedeutet das für den cleveren Sparer? Ich habe für meiner Frau und für mich eine sehr günstige Krankenkasse ausgewählt, die uns derzeit 12,6% kostet. Aber im nächsten Jahr werde ich vermutlich irgendwas um 15,6% bezahlen. So wie meiner Familie wird es viele Familien gehen, aber es geht derzeit überhaupt keine Aufschrei durch Deutschland. Die meisten werden diesen Umstand wohl erst mit Ihrer ersten Gehaltsabrechnung im Januar 2009 wahrnehmen. Meiner Famielie wird der Gesundheitsfonds um die 1.200 ? im Jahr kosten und.... Deutschland schweigt.
Was sagt ihr denn dazu?  
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80 Postings ausgeblendet.

12.08.08 10:31
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40 Postings, 4995 Tage goschyDas Experiment Gesundheitsfonds

Das Experiment Gesundheitsfonds
Von Andreas Mihm

11. August 2008 Der eskalierende Tarifstreit zwischen Krankenkassen und Kassenärzten um die "richtige" Höhe des Honorarzuwachses steht nur indirekt in Zusammenhang mit der Einführung des Gesundheitsfonds. Er markiert aber den Auftakt zu einem stürmischen gesundheitspolitischen Restjahr. Der Countdown für die zum Januar 2009 geplante Einführung des Gesundheitsfonds hat begonnen. Zur Erinnerung: Der Fonds ist der große Topf, in den alle Kassenmitglieder künftig einen Einheitsbeitrag einzahlen, während die Krankenkassen aus dem Fonds dann individuelle Zuweisungen für jeden Versicherten bekommen.

Doch die Schlussphase vor dem Start des wohl größten sozialpolitischen Experiments der jüngeren bundesdeutschen Geschichte wird nicht für den letzten Instrumentencheck genutzt. Denn die Instrumente werden zum Teil erst entwickelt, ob und wie sie funktionieren, steht noch nicht fest. Es ist so, als würde ein neuer Airbus ungeachtet der Bedenken eines Teils der Konstrukteure vollbesetzt auf Probeflug geschickt; ein Blindflug als Testflug. Andere, kleinere Gesundheitsreformen, wie die Umstellung der Krankenhausfinanzierung auf Fallpauschalen, wurden hingegen über mehrere Jahre gestreckt.

Rätselraten über den einheitlichen Beitragssatz

Vieles ist nicht erledigt. Dazu gehört nicht nur der Streit darüber, ob die Ärztehonorare um mehr oder weniger als 2,5 Milliarden Euro - etwa zehn Prozent - aufgestockt werden. Die Krankenhausfinanzierung ist ungeklärt, das neue Insolvenzrecht der Kassen nicht verabschiedet. Die sächsische Landesregierung droht mit einer Verfassungsklage gegen die Reform. Die Bayern üben - mindestens bis zur Landtagswahl am 28. September - hinhaltenden Widerstand, weil sie eine Überforderung ihrer Kassen durch den Fonds befürchten.

Die Krankenkasse wird für fast alle teurer
Gesundheitsfonds ab 2009: Die Gesunden sind die Verlierer
Ärzte drohen mit Streik
Als wettbewerbswidrig gerügt: Barmer zahlt Versicherten Bleibeprämien

Rätselraten auch über den neuen, bundesweit einheitlichen Beitragssatz: Dass dieser über der heutigen Durchschnittsmarke von 14,9 Prozent des Bruttoeinkommens liegen wird, ist sicher. Unsicher ist nur, um wie viele Zehntelprozentpunkte er darüber liegen wird: drei, fünf, sieben oder neun? Denn das hängt wiederum davon ab, wie die Verhandlungen um die Ärztehonorare, der Bund-Länder-Streit um die Krankenhausfinanzen und die ungeklärten Probleme mit den Rabattverträgen für Arzneimittel ausgehen, mit denen die Kassen Geld sparen sollen.

Spätestens am 1. November muss die Regierung den neuen Beitragssatz per Rechtsverordnung festlegen. Am gleichen Tag sollen die Kassen auch ihre Haushaltspläne für das kommende Jahr der Aufsicht zur Kontrolle vorlegen. Einen verlässlichen Haushalt können sie aber nicht vorbereiten, solange weder die Kosten noch die Einnahmen bekannt sind.

Die Kassen müssen parallel die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte vorbereiten

Es kommt noch dicker: Das Bundesversicherungsamt wird den Kassen voraussichtlich erst im Dezember mitteilen, wie der neue Finanzausgleich wirkt, wie hoch also ihre monatlichen Zuweisungen ausfallen. Erst diese Zahlen geben den Krankenkassen ausreichende Planungssicherheit. Erst im Dezember wissen die Kassen, ob die unterschiedlichen Zuweisungen, die sie für ihre Versicherten je nach Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand erhalten, ihre Kosten decken oder nicht. Erst dann werden sie wissen, ob sie von ihren Mitgliedern vielleicht schon im Januar einen Zusatzbeitrag erheben müssen oder ob sie günstigenfalls eine Prämie ausschütten können. Warnungen aus dem Kassenlager, manche Kasse, der es heute gutgehe, könne Mitte nächsten Jahres schon in der Insolvenz stecken, scheinen nicht allzu weit hergeholt.

Als ob dies nicht genug wäre, müssen die Kassen parallel die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte vorbereiten, die in der Region Nordrhein - dazu gehört auch Aachen, der Wahlkreis von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt - noch vor Weihnachten eingeführt werden soll. Kopfzerbrechen macht vielen Kassen auch der Aufbau der neuen Versichertenkonten. Bislang waren sie auf eine Kontobeziehung zu ihren Mitgliedern nicht angewiesen, deren Beiträge die Arbeitgeber abführen. Künftig brauchen sie die Bankverbindung, wenn sie Zusatzbeiträge verlangen oder Prämien ausschütten wollen. Millionen Briefe müssen deshalb bis Jahresende geschrieben, Datensätze abgefragt, die Erlaubnis für Lastschriften erbeten, unwillige oder vergessliche Mitglieder gemahnt werden. Das allein ist ein verwaltungstechnisches Großprojekt.

Der sozialpolitische Umbau wird für Merkel und Schmidt zum großen Wagnis

Vor diesem Hintergrund schwant manchem Politiker - auch wegen des bevorstehenden Wahljahrs - Böses. Das drängende Werben der Kassenchefs, die Einführung des Einheitsbeitrags um ein Jahr zu verschieben, weil die Kassen dann flexibler auf die übrigen Änderungen reagieren könnten, verfängt nicht nur bei der Opposition - auch die Fachpolitiker der Regierungsfraktionen liebäugeln schon mit dieser Idee.

Noch werden die Bedenken von den politischen Spitzen in Fraktion und Regierung zur Seite gewischt. Zu groß ist die Angst in der Koalitionsführung, am Ende mit leeren Händen dazustehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Gesundheitsministerin gehen mit diesem Start des Gesundheitsfonds, ohne Netz und doppelten Boden, ein großes Wagnis ein. Gelingt es nicht, tragen alle den Schaden davon.



Text: F.A.Z.

 

26.09.08 10:22
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40 Postings, 4995 Tage goschyselber nachrechnen

unter www. gesundheitsfonds-rechner.de kann jeder mal selber nachrechnen, was das für ihn finanziell bedeutet, wenn der Gesundheitsfonds kommt und der Beitrag bei vermutlich 15,7 % liegen wird.

Ich kann wirklich nicht verstehen, wieso das beim Bürger noch immer nicht angekommen ist. Selbst die Arbeitgeber, die ja bekanntlich einen Teil der Kosten über den AG - Anteil mittragen, sind überraschend ruhig.

Für meine Familie bedeutet es z.B., das über 100 ? monatlich weniger in der Kasse sind.  

26.09.08 10:30

6934 Postings, 4525 Tage PolarschweinIst doch alles nur Spökenkiekerei.

Keiner weiß, wie sich die Kosten wirklich entwickeln.

Steht doch ein Posting drüber:Das wohl größte sozialpolitischen Experiments der jüngeren bundesdeutschen Geschichte und bei Experimenten weiß keiner, wie sie ausgehen.

Also ruhig Blut bewahren und nicht vergessen, dass die Belastungen auch unabhängig von der Einführung des neuen Finanzierungsmodells ständig steigen, wenn wir den heutigen Standard halten wollen.

26.09.08 10:39
1

19522 Postings, 7110 Tage gurkenfredsporti, bin voll auf deiner linie.

leider sind wir beiden die einzig schlauen in DE.

zusammengefaßt:
1. das gesundheitssystem wird zwangsläufig immer teurer, da können wir jaulen, wie wir wollen. gründe: demographie und medizinischer fortschritt. sparpotentiale sind im produktiven bereich nicht mehr drin (im adminsistrativen eventuell...).

2. ohne verbreiterung der bemessungsgrundlage für die gkv-beiträge werden diese über kurz oder lang explodieren, oder das system wird immer maroder. deshalb: beiträge auf ALLE einkunftsarten, nicht nur auf einkommen aus abhängiger beschäftigung.

eigentlich ganz einfach, aber für die berliner dumpfbacken mit puller-ulla an der spitze wohl zu komliziert.

fazit: wofür du 20 seiten brauchst, benötigt ein qualitätsposter wie ich vier absätze. :-))
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mfg
GF

Eimer her!

26.09.08 10:50

31028 Postings, 6864 Tage sportsstarHätte mich gerne kürzer gefasst, gurke

...aber für andere erläutert man es dann doch nochmal lieber etwas ausführlicher ;-)
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The true man wants two things: danger and play. For that reason he wants woman, as the most dangerous plaything.
(Friedrich Nietzsche)

03.11.08 09:48
1

31028 Postings, 6864 Tage sportsstar"Es gibt in Deutschland keine Zwei-Klassen-Medizin

 

lol...

Barmer-Chef: "Es gibt in Deutschland keine Zwei-Klassen-Medizin" 

Interview Johannes Vöcking verteidigt den Gesundheitsfonds und fordert finanzielle Unterstützung von den privaten Krankenversicherern. Das Interview führte Robert Maus Herr Vöcking, wird es mit der Einführung des Gesundheitsfonds für die gesetzlich Versicherten teurer? ... Wir sehen auf längere Sicht die Gefahr der Privatisierung des Krankheitsrisikos.

[...]

Bekommen Sie die 200 Millionen Euro, die Sie bei Lehman Brothers angelegt haben, wieder zurück?

Vöcking: Ja, natürlich, in den nächsten Tagen, sogar mit Zinsen. (!!)

 

http://www.wz-newsline.de/?redid=338757

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(Friedrich Nietzsche)

08.10.09 10:38

31028 Postings, 6864 Tage sportsstarIch würd sagen,das war damals ein ganz gutes Fazit

das ich (oben in #3) in meiner Hausarbeit gezogen habe ;-))

 

sportsstar:   Was ich dazu sage?
14.07.08 11:35
5
 

#3

Hmm...Ich glaube ich rezitiere mich mal selbst...aus meiner Hausarbeit zum Thema: "Die Finanzlage und Beitragsentwicklung der GKV im Zuge des geplanten Gesundheitsfonds" von 2006, welche ich nach der Verabschiedung der Eckpunkte zum GKV-WSG geschrieben habe. Man beachte insbesondere den fettmarkierten Teil. Wenn die vorherigen 30 Seiten, die mich zu dem Fazit haben kommen lassen,  jemand interessieren sollten, so sage er das, dann poste ich die auch nochmal:

[...]

 

Fazit

 

Meiner Meinung nach hatte die Große Koalition vor allem die Aufgabe die Finanzierungsprobleme der GKV durch die Stärkung der Einnahmeseite zu beseitigen oder zumindest sichtbar abzuschwächen. Diese Herausforderung haben die Regierungsparteien meines Erachtens nur ungenügend umgesetzt.

 

Da die Koalition die Einnahmebasis durch die Einbeziehung weiterer Einkunftsarten nicht erweitert hat und nach wie vor die wachsenden Nicht-Erwerbseinkommen wie Miet- und Zinseinnahmen bei der Beitragsbemessung außen vor bleiben, ist die GKV weiterhin auf einen Anstieg von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen angewiesen. Doch gerade die Wachstumsschwäche der beitragspflichtigen Einnahmen der GKV-Mitglieder ist eine der Hauptursachen hinsichtlich einer von Expertenseite weiterhin negativen Einschätzung der Beitragsentwicklung. Es ist daher sehr fraglich, ob die geplanten Einnahmequellen der GKV – vor allem aufgrund der bereits im Zwischenfazit erörterten bestehenden Problemfelder – in Zukunft ausreichen werden um die Wachstumsschwäche der Finanzierungsbasis der GKV nachhaltig zu ändern.

 

Zudem bietet der Gesundheitsfonds für die Finanzierungsprobleme der GKV in meinen Augen auch deshalb keine zu erwartende Lösung, da er so angelegt scheint, dass die Mittel aus den von der Bundesregierung einheitlich festgelegten Krankenkassenbeiträgen plus Steuermitteln nur zu Beginn der Einführung ausreichen, im Folgejahr aber bereits womöglich durch einen Zusatzbeitrag von maximal 5 % aufgestockt werden müssen. So wären dann schätzungsweise mehr als 7 Mrd. Euro über den Zusatzbeitrag allein von den Versicherten einzuzahlen. Problematisch ist dabei, dass Kassen mit einer ungünstigen Mitgliederstruktur ihre Einnahmen jedoch aufgrund der geplanten Deckelung des Zusatzbeitrags bei 5% nicht in ausreichendem Maße erhöhen könnten, so dass sie vermutlich zu Einschränkungen ihres Leistungsangebots und Streichung bei den freiwilligen Leistungen gezwungen werden. Da die Bundesregierung die Beitragssätze möglichst niedrig halten will bzw. die geplanten Bundeszuschüsse aus Steuermitteln in ihrer Größenordnung alleine für die gesamtgesellschaftlichen Leistungen kaum ausreichend zur Verfügung gestellt werden, scheint absehbar, dass die Begrenzung des Zusatzbeitrags nicht bei 5 % bleiben kann. Zwar ist die Einführung eines kassenindividuellen Zusatzbeitrages im Hinblick auf eine Wettbewerbserhöhung zwischen den GKVs grundsätzlich als positiv anzusehen, doch kurbelt die Zusatzprämie wiederum nur dann den Wettbewerb an, wenn die Kassen das Ziel einer positiven finanziellen Bilanz vor Augen haben, um so die Zusatzprämie nicht erheben zu müssen. Sollten allerdings viele Kassen eine Zusatzprämie erheben müssen, wird der Wettbewerb wieder stark zurückgehen, da die Mitglieder einen Kassenwechsel vermutlich als gleichgültig und unvorteilhaft ansehen werden und sich womöglich ein Wettbewerb um Junge und Gesunde einstellen wird. Somit denke ich, dass der Schritt der Einführung eines kassenindividuellen Zusatzbeitrags keine absolute Garantie für einen erhöhten Wettbewerb zwischen den Kassen darstellt und die Befürchtung eines reinen Kostensenkungswettbewerbs zwischen den Kassen bleibt. Die Folge wären weitere Einsparungen der Kassen zu Lasten der Qualität der Leistungen für die Versicherten.

   

Obwohl die Große Koalition ja das Ziel verfolgte, die Beiträge stabil zu halten, da im Zuge einer Beitragssatzerhöhung auch die Lohnnebenkosten wieder steigen würden, wurde im Grunde genau das Gegenteil beschlossen. Neben der zu gering ausfallenden Steuerfinanzierung und der Tatsache, dass sich zahlreiche Krankenkassen – trotz ohnehin schon defizitärer Erwartungshaltungen in 2007 – bis Ende 2008 zudem noch entschulden müssen, kommen noch ausgabenseitige Aspekte hinzu, die einen weiteren Beitragssatzanstieg unvermeidlich machen. Und aufgrund der vielseits von Experten prognostizierten Beitragssatzerhöhung von durchschnittlich 15,5 Prozentpunkten ohne Sonderbeitrag alleine bis zum Startjahr des Gesundheitsfonds, wird der Faktor Arbeit teurer und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Ländern sinkt. Somit hat die Große Koalition neben dem Anliegen eines stabilen Beitragssatzes auch die Verringerung der Abhängigkeit zwischen der GKV und dem Faktor Arbeit eindeutig verfehlt bzw. eine Abkopplung der Krankheits- von den Arbeitskosten wird dadurch nicht erfolgen.

   

Aus den genannten Gründen bin ich der Meinung, dass die Reformmaßnahmen im Hinblick auf den Gesundheitsfonds bis zu seiner Einführung noch weiterentwickelt, respektive stark überdacht werden sollten.  Die zukünftigen Finanzierungsprobleme des Gesundheitswesens, die sich aus dem Problem des demografischen Wandels und einem weiter voranschreitenden medizinischen und medizinisch-technischen Fortschritt ergeben, werden nicht gelöst. Im Endeffekt bleibt es bei der derzeitigen, stark demografieanfälligen Umlagefinanzierung und einem negativen Ausblick zur weiteren Beitragsentwicklung.

<<< Posting gekürzt anzeigen

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08.10.09 10:43

31028 Postings, 6864 Tage sportsstar...und du muss nun auch nicht die Ulla ankommen

und sagen, dass die Lücke von nun über 7Mrd. Euro durch die Wirtschaftskrise bedingt ist, wenn sogar ich das, nachdem ich mich mit der Thematik mal etwas befasst habe, schon 3 Jahre im voraus absehen konnte...
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08.10.09 10:47

36544 Postings, 6144 Tage TaliskerKennste eigentlich die Geschichte

mit dem Affen und den Dartpfeilen?
;-)
Gruß
Talisker  

08.10.09 10:51

31028 Postings, 6864 Tage sportsstar*knutsch*

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08.10.09 12:21

422 Postings, 4117 Tage PressekodexBlutsauger

"Die Krankenkasse könnte nach Berechnung des Gesundheitsökonomen Günter Neubauer in den kommenden Jahren drastisch teurer werden. Ein Anstieg des Beitragssatzes von heute 14,9 auf insgesamt 17 Prozent bis 2013 sei realistisch." (Quelle: AP)

So langsam kommt die Wahrheit ans Tageslicht.
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Don´t gamble; take all your savings and buy some good stock and hold it till it goes up, then sell it. If it don´t go up, don´t buy it.

08.10.09 12:37

5917 Postings, 4491 Tage Der DonaldistEs sind halt mehrere Faktoren, die zum Fehlbetrag

führen.
Neben den von Sports angeführten spielt natürlich auch die Wirtschaftskrise als auch das Milliarden-Bonbon für die Ärzte eine Rolle

08.10.09 12:50

7990 Postings, 7148 Tage maxperformancedie Gründe sind bekannt

aber es traut sich keiner ran
 
08.10.2009

  http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,653784,00.html

Kostenexplosion im Gesundheitswesen

Krankes System mit Knalleffekt

Von Sven Böll

 

Den Krankenkassen fehlen schon wieder Milliarden - prompt fordern Lobbyisten mehr Geld für das Gesundheitssystem. Doch höhere Beiträge bräuchte es keineswegs, denn die Sparpotentiale sind immens. SPIEGEL ONLINE nennt die größten Kostentreiber und analysiert, wo Unsummen verschwendet werden.

 


Hamburg - Der 1. Oktober vor zwei Jahren war ein ganz besonderer Montag. Fast zwölf Prozent der Deutschen gingen an diesem Tag zum Arzt - absoluter Rekord, hat die Gmünder Ersatzkasse (GEK) berechnet. In der Regel begnügen sich zu Wochenbeginn acht Prozent der Bevölkerung mit einem Besuch bei Onkel Doktor.

 

 

 
 
 

Ab Dienstag sind es dann zwar weniger, doch an einem normalen Werktag nehmen durchschnittlich mehr als fünf Millionen Deutsche in einem Wartezimmer Platz. Das entspricht der Bevölkerung der beiden größten deutschen Städte Berlin und Hamburg.

 

Im Schnitt ging jeder Deutsche 2007 fast 18 Mal pro Jahr zum Arzt. Also rund alle drei Wochen. In kaum einem anderen Land sind die Zahlen vergleichbar hoch. Besonders auffallend: Gegenüber 2004 stieg die Zahl der Praxenbesuche sogar um mehr als acht Prozent.

Ein Verursacher der Kostensteigerung im Gesundheitswesen ist damit schon mal ausgemacht: die Beitragszahler selbst. Denn der Arztbesuch ist zumeist der Anfang von allem, zieht er doch fast automatisch weitere Kosten nach sich - sei es in der Apotheke, bei Fachärzten oder im Krankenhaus.

"Problematisch ist, dass viele Patienten diese Folgekosten geradezu provozieren", sagt ein Krankenkasseninsider SPIEGEL ONLINE. "Sie gehen mit einer gewissen Erwartungshaltung zum Doktor." Würde der Arzt kein Rezept ausstellen oder mangels Notwendigkeit eine Überweisung zum Facharzt verweigern, wäre die Enttäuschung entsprechend groß. Weil der Mediziner natürlich will, dass die Patienten wiederkommen (wenn auch am besten erst im nächsten Quartal), verhält er sich rational, wenn er die Wünsche seiner Kunden erfüllt.

Leicht vermeidbare Kosten entstehen auch, weil viele Patienten wegen Wehwehchen zum Arzt gehen, die dann nur einer Pseudo-Behandlung unterzogen werden - nach dem Prinzip: Ohne Medikamente dauert die Erkältung 14 Tage, mit allerdings nur zwei Wochen. Unter Gesundheitsexperten macht deshalb der Spruch die Runde: Ein Land, in dem die Menschen wegen einer Erkältung zum Arzt gehen, bekommt sein Finanzproblem nie in den Griff.

Kosten ließen sich deshalb schon reduzieren, wenn jeder Bürger sein eigenes Verhalten hinterfragen würde. Allerdings gibt es keinen Zweifel daran, dass viele Problemstellen des deutschen Gesundheitssystems bislang jede Reform überlebt haben.

 

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gruß Maxp.

08.10.09 12:53
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31028 Postings, 6864 Tage sportsstarwobei das "Milliarden-Bonbon" der Ärzte

wiederum differenziert betrachtet werden muss. Habe ich hier aber auch schon mal irgendwo damals dargestellt...Fakt ist, die Entwicklung war absehbar und man hat den Gesundheitsfonds einfach durchgeprügelt, obwohl zahlreiche Alarmglocken damals angingen und man auf zukünftige Finanzierungsprobleme breitgefächert aufmerksam gemacht hat.
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The only constant is change...

http://www.deepmix.ru/

08.10.09 12:57

518 Postings, 4078 Tage airscandie Grundfrage ist

doch zunächst: Wieviel gesetzliche Krankenversicherungen braucht ein Land. Und was das betrifft bin ich der Meinung: EINE.

Der Wettbewerb wurde abgeschafft. Alle zahlen den gleichen Prozentsatz. Durch den Gesundheitsfond haben viele Krankenkassen gleich noch mehr Schwerstkranke ins System geschrieben um möglichst viel Kohle abzugreifen. Das ist zwar irgendwo Betrug, aber offensichtlich ja nicht verboten. Wozu brauchen wir also in diesem Land über 180 Kassen? Jeder mit Fuhrpark, Aussichtsrat, Verwaltungsrat und so weiter.

EINE reicht. Dann würden sich die Beiträge glatt halbieren und der Fond wäre überflüssig wie eine Praxisgebühr
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AirScan grüßt.

08.10.09 12:57

7990 Postings, 7148 Tage maxperformancePharmaindustrie

Arzneimittel - weshalb darf die Pharmaindustrie Preise diktieren?


Noch immer ist Deutschland ein Paradies für die Arzneimittelindustrie: In keinem anderen europäischen Land kann sie die Preise so frei festsetzen. Denn hierzulande gilt das Prinzip: Jedes zugelassene Medikament müssen die Kassen auch bezahlen. Und in der Regel bestimmt die Industrie, wie viel das ist.

Im europäischen Ausland gilt Deutschland wegen dieser Einzigartigkeit als Referenzmarkt - zur Freude der dortigen Behörden. In Frankreich zum Beispiel wartet man gern, welchen Preis die Hersteller in Deutschland den Kassen diktieren. Dort hat die Pharmaindustrie dann wenig zu melden - sogenannte Verhandlungen laufen vielmehr nach dem Prinzip: Preis in Frankreich = deutscher Preis minus 20 Prozent.

Warum die deutsche Regierung die Pharmaindustrie noch immer so großzügig behandelt, ist unverständlich. Früher, als Deutschland wegen der zahlreichen heimischen Hersteller noch als "Apotheke der Welt" galt, ließ sich das mit der besonderen Bedeutung der Branche für die hiesige Wirtschaft begründen. Inzwischen ist die beachtliche Freiheit in der Preissetzung aber vor allem ein Konjunkturprogramm für ausländische Produzenten.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,653784-3,00.html
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gruß Maxp.

08.10.09 13:01

7990 Postings, 7148 Tage maxperformanceÄrzte

Praxiskosten - wieso haben immer mehr Ärzte immer mehr Patienten?

 

 

Patient in Arztpraxis: Seltener zum Doktor dank Telefonratgeber
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AP

Patient in Arztpraxis: Seltener zum Doktor dank Telefonratgeber

Von wegen Ärztemangel: Ende 2008 gab es in Deutschland gut 119.000 Ärzte mit Kassenzulassung. Ende 1992 waren es knapp 95.000. Eine dramatische Unterversorgung wurde damals allerdings nicht beklagt. Was sagt das über die heutige Situation aus?

 

Auch bei Medizinern gilt: Das Angebot schafft sich seine Nachfrage. Die Wartezimmer sind gut gefüllt, was auch am Ärztehopping liegt. Rund 50 Prozent der Bevölkerung nahmen der Gmünder Ersatzkasse zufolge 2007 vier oder mehr Doktoren unterschiedlicher Fachrichtungen in Anspruch.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,653784-4,00.html

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gruß Maxp.

08.10.09 13:02

7990 Postings, 7148 Tage maxperformanceApotheken

Apotheken - wann gibt es Wettbewerb statt Planwirtschaft?

 

 

Apotheke: Schnelle Warnungen vor dem
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AP

Apotheke: Schnelle Warnungen vor dem "ruinösen Wettbewerb"

Wer ein paar hundert Meter durch eine Einkaufsstraße in Deutschland geht, sieht neben den üblichen Verdächtigen wie H&M, Saturn und Rossmann oft das altertümliche Logo mit dem roten A. Denn an Apotheken mangelt es den Deutschen wahrlich nicht. Im vergangenen Jahr wurden 21.570 gezählt - deutlich mehr als die Autofahrernation Deutschland Tankstellen hat: gerade mal 14.506.

 

Und während die Anzahl der Tankstellen seit Jahren kontinuierlich zurückgeht, weil der Markt bereinigt wird, ist die der Apotheken äußerst konstant. Ihre Zahl sank von 1999 bis 2008 nur um 20 Stück. Rund 3800 Deutsche teilen sich damit eine Apotheke. In Österreich sind es 6900, in Dänemark sogar 16.800. Aus diesen Ländern hat man bislang wenig von einer Unterversorgung durch Medikamente gehört.

Die hohe Anzahl an Apotheken in Deutschland ist umso erstaunlicher, als sich die Branchenlobby seit einer gefühlten Ewigkeit in Horrorszenarien ergeht, denen zufolge die meisten Pharmazeuten inzwischen für lau arbeiten. Die Wahrheit ist: Die Umsätze je Apotheke lagen 2007 im Schnitt bei 1,7 Millionen Euro - 14 Prozent mehr als 2004. Derzeit bekommen Apotheker bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln immerhin bis zu drei Prozent des Einkaufspreises an Provision. Und eine sogenannte Dienstleistungspauschale von maximal 8,10 Euro. Bei den rezeptfreien Medikamenten können sie ihre Verkaufspreise sogar selbst festsetzen - und damit ihren Gewinn steuern.

"Bei den meisten Apothekern ist das Hungertuch aus Kaschmir", lästert deshalb ein Kenner der Szene. Andere giften, die Apotheker hätten sich wohl das alte Bauernmotto abgeguckt: "Lerne klagen ohne zu leiden", und fordern endlich mehr Konkurrenz. Doch so gern FDP und Union den Wettbewerb auch preisen, von einer schwarz-gelben Bundesregierung haben die Apotheker wenig zu befürchten

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,653784-4,00.html

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gruß Maxp.

08.10.09 13:12

5917 Postings, 4491 Tage Der DonaldistDass der GF die Lösung aller Probleme ist,

hat ja auch niemand behauptet. Aber alle genannten Kostenfaktoren wären ohne den Fond genauso aufgetreten.
Gesundheit wird halt immer teurer. Die Frage ist doch nur, welches Finanzierungsmodell am besten ist.

08.10.09 13:22
1

69004 Postings, 6096 Tage BarCodeNr. 96: Im ersten Halbjahr 2009

betrugen die Verwaltungskosten der GKV unter 5% (4,1 von 85 Mrd.). Wurde grade gestern veröffentlicht. Auch große können nicht billiger verwalten als kleine. Kann man alles im Netz nachlesen.
Selbst wenn man die halbieren würde (irgendwer muss das ja verwalten) würde sich das auf den Beitrag minimal auswirken. Von wegen halbieren.

Aber schön, dass dieses alberne Argument nun auch zum 299tausendsten Mal angeführt wird.

Im übrigen bezieht sich Wettbewerb ja nicht in erster Linie auf die Einnahmenseite, sondern vor allem auf die angebotene Leistung.
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"Wo die Verfügungsgewalt über Eigentum an Produktionsmitteln
zu Herrschaft über Menschen führt, ist ihre demokratische Kontrolle durch Mitbestimmung geboten."
Aus dem FDP-Programm von 1972

08.10.09 13:27

15373 Postings, 4408 Tage king charles#100 Gesundheit wird halt immer teurer

so ist es

wir müssen uns damit abfinden, dass so in Zukunft die Kosten nicht mehr zu zahlen sind

auch Politiker müssen sich trauen mitzuteilen, dass Vollkasko nicht mehr geht

im gerade durchgeführten Länder-Ranking kam Norwegen auf Platz 1
hier leben die Menschen am liebsten

z.B. Gesundheit, hier wird der Arzt vom Staat zugeteilt und bei jedem Besuch zahlt der Patient
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Grüsse King-charles

08.10.09 13:29

69004 Postings, 6096 Tage BarCodePS

Ich hab es gestern gelesen. Veröffentlicht wurde es schon im September.
Es gab übrigens einen Überschuss im ersten Halbjahr von 1,2 Mrd.
Und die Verwaltungskosten lagen sogar nur bei 3,9%. Die wurden in den letzten Jahren deutlich reduziert.

http://www.aok-bv.de/zahlen/gesundheitswesen/index_01769.html
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zu Herrschaft über Menschen führt, ist ihre demokratische Kontrolle durch Mitbestimmung geboten."
Aus dem FDP-Programm von 1972

08.10.09 13:32
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8190 Postings, 4315 Tage thai09Australien, nur ein Topf , Stinkbillig !

08.10.09 13:39

69004 Postings, 6096 Tage BarCodeAber auch deutlich weniger Leistungen...

"Bei den Gesundheitsleistungen hat Deutschland mit einem Versorgungsindex
von 119 das höchste Versorgungsniveau, d. h. den umfassendsten Leistungskatalog
im Vergleich der 14 Länder. Es folgen Österreich (116), Belgien (112), die
Schweiz (108), die Niederlande (104), Frankreich und Japan (102), dann Dänemark
Pressemitteilung zur Pressekonferenz am 31.08.2005 ? Langfassung Seite 4
(100). Alle anderen Länder haben ein unterdurchschnittliches Versorgungsniveau.
Am niedrigsten ist das Versorgungsniveau in den USA mit einem Index von 77.
Die Gründe dafür, dass Deutschland das höchste Versorgungsniveau bei den Gesundheitsleistungen
aufweist, sind vielfach. So hat Deutschland z. B. mit die höchste
Hausarzt-, Facharzt- und Zahnarztdichte sowie die höchste Krankenhauskapazität.
Dies führt zu einer hohen Patientenzufriedenheit, nicht zuletzt auch darum, weil
Wartezeiten auf Leistungen im Gesundheitswesen in Deutschland weltweit am geringsten
sind. Der Leistungskatalog bei Heil-, Hilfs- und Arzneimitteln ist in Deutschland
überdurchschnittlich und mit relativ geringen Zuzahlungen verbunden."

Australien kommt auf einen Wert von 85.

(ich liebe das Netz :-))

http://www.igsf.de/Band104-lang.pdf
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"Wo die Verfügungsgewalt über Eigentum an Produktionsmitteln
zu Herrschaft über Menschen führt, ist ihre demokratische Kontrolle durch Mitbestimmung geboten."
Aus dem FDP-Programm von 1972

08.10.09 17:00

518 Postings, 4078 Tage airscanim Gegenzug

zur Schwämme in einigen Süddeutschen Gegenden hat man einen erheblichen Ärztemangel in Ostdeutschland. So ein Mediziner sucht sich eben Regionen wo sich was abschöpfen lässt. Ohne einen neuen Porsche jedes Jahr und das Ferienhaus auf Sylt, will doch niemand mehr Arzt sein.
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AirScan grüßt.

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