Ich bin auch der Meinung, dass sich hier ein sehr grosser Markt entwickelt. Zwar noch nicht heute, oder morgen... eher übermorgen, aber dann mit Nachdruck
Einge Aspekte aus dem Artikel: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,379994,00.html
TV-Sender, Mobilfunkbetreiber und Handy-Hersteller treibt eine neue Vision um: Fernsehen auf dem Handy soll schon bald zu einem Milliardengeschäft werden.
Weltweit startete in den vergangenen Wochen ein Pilotprojekt nach dem anderen: Ob in den USA oder in Frankreich, in den Niederlanden, England, Spanien oder Australien - überall wird das mobile TV mit Nachdruck vorangetrieben; in Südkorea gehört es sogar fast schon zum Alltag.
In Deutschland wird es zwar noch bis Ende 2006 dauern, bis aus den Testbetrieben ein Markt wird. Doch schon jetzt ringen Mobilfunkbetreiber, TV-Konzerne und Gerätehersteller hinter den Kulissen heftig um das neue Geschäft. Gestritten wird um alles: die richtige Technologie, die Preise, die Inhalte. Auf dem Spiel steht viel, es geht um einen potentiellen Milliardenmarkt.
Befeuert wird ihr Interesse durch interne Analysen und Marktforschungsdaten. Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia geht davon aus, dass bis Ende 2006 weltweit schon 300 Millionen Menschen Zugang zum Handy-Fernsehen haben - und viele bereit sind, dafür bis zu 20 Euro monatlich auszugeben.
Offen ist aber noch, wer daran künftig wirklich verdient: die Fernsehmacher von ProSiebenSat.1 bis RTL? Oder die Netzbetreiber wie Vodafone und T-Mobile? Sicher ist: Beide sind aufeinander angewiesen. Die Sender haben die Programme, und die Mobilfunkbetreiber besitzen quasi das Kassenhäuschen, über das eventuelle Gebühren für das mobile TV-Angebot einkassiert werden können. Wie die verteilt werden, ist allerdings noch nicht entschieden - und auch, ob die Privatsender ihre normalen Sendungen verschlüsseln und damit für Handy-Empfänger kostenpflichtig machen. Der ARD-Vorsitzende Thomas Gruber betont indes: " Wenn sich die Fernsehnutzung verändert, müssen wir auch auf den neuen Plattformen vertreten sein, sehen das aber nicht als Geschäftsmodell."
Lange Zeit überdeckte das gigantische Wachstum bei den Kundenzahlen, das den Branchenumsatz seit 1995 von 4 auf jetzt 22 Milliarden Euro hochschießen ließ, das Problem. Doch mit rund 70 Millionen Handy-Nutzern gilt nun auch der deutsche Markt, der lange anderen europäischen Ländern hinterherhinkte, als gesättigt, und der Konkurrenzkampf wird immer härter. Denn seit Mitte der neunziger Jahre ist der Durchschnittsumsatz pro Kunde von 74 auf 25 Euro gefallen.
Entsprechend groß sind die Hoffnungen, die jetzt die Branche auf das Handy-Fernsehen setzt. " Mobil-TV" , heißt es bei Nokia, sei eine " Chance, wie es sie nur einmal im Leben gibt" . Und auch beim deutschen Marktführer T-Mobile sieht man " interessante Wachstumsmöglichkeiten" .
Als Vorbild gilt Südkorea, wo Handy-TV seit kurzem für jedermann empfangbar ist. Sechs Monate nach dem Start haben dort schon rund 170.000 Kunden das neue Minifernsehen abonniert, für das umgerechnet eine Gebühr von etwa zehn Euro pro Monat fällig ist. Und die Glotze im Handy wird ausgiebig genutzt: Im Schnitt, so stellten die Sender verblüfft fest, schauen die Abonnenten fast zwei Stunden pro Tag auf das Handy-Display. Bis 2010, so die Prognose, könnten die Hersteller in Korea, allen voran Samsung und LG, etwa elf Millionen TV-Handys absetzen.
Von solchen optimistischen Prognosen träumt auch die Branche in Deutschland. Rund 450 Millionen Euro könnten im Jahr 2010 umgesetzt werden - nur mit Inhalten, ohne die notwendigen Geräte. Das prognostiziert das Berliner Medien-Marktforschungsinstitut Goldmedia in einer Studie, die Anfang November erscheinen wird.
Wie der Streit der Systeme, die beide auf europäischen Normen basieren, ausgeht, ist völlig offen. Am wahrscheinlichsten werden wohl beide Techniken nebeneinander oder nacheinander zum Zuge kommen. Bei T-Mobile etwa sind " alle Optionen offen" . Sicher sei nur: " Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wird T-Mobile seinen Kunden ein innovatives TV-Angebot fürs Handy bieten."
Noch mehr Zündstoff als die Technik bieten die Fragen nach den Geschäftsmodellen und der künftigen Zusammenarbeit zwischen Netzbetreibern und Fernsehanstalten. Wird das Handy-Fernsehen nur im Abo angeboten? Wer kassiert Gebühren, und wie werden sie unter den Beteiligten aufgeteilt?
Die Verteilungskämpfe laufen bereits auf Hochtouren. Sicher ist bislang nur: Anders als in den Blütezeiten der New Economy, als die Netzbetreiber noch davon träumten, eigene Unterhaltungs- und Nachrichtenangebote vermarkten zu können, setzen die Mobilfunker nun auf die Zusammenarbeit mit etablierten Medienanbietern. " Die Idee, alles selbst zu machen, ist passé, da hat die ganze Branche eine Lernkurve durchfahren" , sagt Christian Schwolow von T-Mobile.
Und ProSiebenSat.1-Chef de Posch macht klar, dass man den Mobilfunkern nicht nur Hilfestellung geben will: " Das ist unser Kerngeschäft, und deshalb werden wir um eigene DVB-H-Lizenzen mitbieten."
Während das Fernsehen von den Sendern kommt, hoffen die Mobilfunker vor allem auf zusätzliche Einnahmen - etwa durch Shopping-Angebote oder Aufforderungen zum Voting, die dann direkt mit dem Handy erledigt werden können und so die Umsätze der Mobilfunker steigern.
Auch die TV-Sender brennen auf die Interaktivität, die sich im Kabelfernsehen trotz jahrelanger Bemühungen nicht umsetzen ließ: Über das Handy könnten die Zuschauer direkt an ins Programm eingebauten Gewinnspielen, Umfragen und Marketing-Aktionen teilnehmen - gegen Gebühr, versteht sich.
MTV etwa plant schon für nächstes Jahr einen eigens für das Handy-TV produzierten Musikkanal, kündigt MTV-Manager Berger an.
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