Der USA Bären-Thread

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neuester Beitrag: 07.12.22 09:14
eröffnet am: 20.02.07 18:45 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 155818
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20.02.07 18:45
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77317 Postings, 6790 Tage Anti LemmingDer USA Bären-Thread

Dies ist ein Thread für mittelfristig orientierte Bären (keine Daytrader), die im Laufe dieses Jahres mit einem stärkeren Rückgang der US-Indizes rechnen - u. a. auf Grund folgender Fundamental-Faktoren:





1.  Zunehmende Probleme im US-Housing-Markt wegen Überkapazitäten, fallender Preise,
    rückläufiger Verkaufszahlen und fauler Hypotheken, vor allem im Subprime-Sektor

2.  Auf Grund dessen mögliche Banken-, Junkbond- und/oder Hedgefonds-Krise
    (HSBC warnte bereits)

3.  Überschuldung der USA im Inland (negative Sparquote, Haushaltsdefizit)
    und im Ausland (Handelsdefizit)

4.  Möglicher weiterer Wertverlust des Dollars zum Euro (zurzeit bereits über 1,30)

5.  Anziehende Inflation wegen Überschuldung und unkontrollierten Geldmengenwachstums

6.  Weitere Zinserhöhungen der Fed zur Inflationsbekämpfung

7.  Rückgang des US-Konsumentenvertrauens und weniger Konsum wegen der
    Liquiditätsrückgänge und drückender Housing-Schulden

8.  Rückabwicklung von Yen-Carry-Trades, weil Japan die Zinsen erhöht
    -> Ende der "globalen Hyperliquidität"

9.  Probleme im Irak, wachsende Kriegsgefahr in Iran/Nahost, Ölpreis-Anstieg

10. Terrorgefahr

11. Überbewertung der US-Aktien (das DOW-JONES KGV für 2006 liegt bei 24,25,
    das des SP-500 bei 19)

12. Aktien-Hausse der letzten vier Jahre verlief ohne nennenswerte Korrekturen
    (untypisch)





Dieser Thread soll meinen inzwischen leider teilweise gelöschten Doomsday-Bären-Thread ersetzen. Außerdem möchte ich in diesem Eingangsposting deutlich machen, dass der Fokus auf USA liegt (der DAX spielt nur am Rande eine Rolle, da die wirtschaftliche Lage hier zu Lande besser ist).

Ich wünsch mir in diesem Thread eine faire, offene und vor allem sachliche Diskussion, möglichst wenig persönliche Querelen, Beleidigungen und sinnlose Hahnenkämpfe. Wer notorisch stört und Unfrieden stiftet oder rassistische Sprüche ablässt, kommt auf die Ignore-Liste (was weitere Postings hier verhindert).
 
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155792 Postings ausgeblendet.

02.12.22 12:43

77317 Postings, 6790 Tage Anti LemmingVon Warren Buffett stammt der Spruch:

"Der lügt wie ein Finanzminister am Vorabend des Staatsbankrotts." ;-)

Muss auf deinen CEO nicht zwingend zutreffen, aber dass er ausgerechnet Lehman heißt, oh oh...  

02.12.22 13:01
1

77317 Postings, 6790 Tage Anti LemmingKapitalerhöhungen in Krisensituationen

- z. B. bei Banken, die bereits mehrfach große Verluste verbuchen mussten, oder bei Firmen wie TUI wegen Covid-Einbrüchen - dienen in der Regel NICHT dazu, den Aktionären weiterzuhelfen, sondern sie dienen dazu, die Firmen durch Kapitalzufluss vor dem Bankrott zu bewahren.

Ein CEO, der in solchen Lagen eine KE ankündigt, darf das natürlich nicht so aussprechen (dann würden die Altaktionäre eher "hinschmeißen"). Er muss stattdessen die Zukunfts- und Wachstumsaussichten in meist sehr rosigen Farben darstellen, damit die Altaktionären an der KE teilnehmen.

Gerade bei Banken führen KEs (vor allem mehrere aufeinanderfolgende) jedoch zu starken Kursverwässerungen. Bei der Commerzbank und der Deuba gab es seit 2007 mehrere KEs. Bei der Coba haben die Aktionäre insgesamt schätzungsweise 10 Euro pro Aktie über die KEs zugeschossen, während der Kurs heute bei 8 Euro steht - von 150 Euro (Reverse Split bereinigt) in 2007 kommend.

Coba-Aktionäre haben somit aus 150 Dollar Anlagebetrag in 2007 nach 15 Jahren Wartezeit faktisch -2 Euro gemacht.

----------------------

In USA läuft es teils sogar ehrlicher. Statt etlicher kursverwässernder KEs, die die Altaktionäre über Jahre "schleichend enteignen", gibt es oft eine schlussstrich-setzende Chapter-11-Pleite. Da verlieren die Altaktionäre zwar auf einen Schlag ihren gesamten Einsatz (bis auf wenige Ausnahmen). Aber sie werden nicht illusorisch mit KEs "bei der Stange gehalten", indem sie illusorisch gutes Geld dem verlorenen schlechten hinterherwerfen, bis nach 15 Jahren ebenfalls "alles weg" ist.

 

02.12.22 13:09
1

77317 Postings, 6790 Tage Anti LemmingDeutsche-Bank-Aktionäre verloren seit 2007

"nur" etwa 90 %  (bei der Commerzbank waren es ca. 98 %).

Aber auch bei der Deuba gab es seitdem mehrere KEs. Die via KEs nachgeschossenen Beträge dürfte in der Summe auch bei der Deuba höher sein als der aktuelle Aktienkurs, so dass unterm Strich nicht nur ein Totalverlust resultierte, sondern es noch "ein paar Miese obendrauf" gab.

 
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02.12.22 14:07
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3165 Postings, 450 Tage isostar100timing und auswahl

sicher sind timing und auswahl die wichtigsten kriterien. und auch mal verzichten zu können und nicht jeder chance hinterherzujagen.
- beileibe nicht jede ke ist eine gute chance. eher im gegenteil. billig ist nicht automatisch auch günstig.
- während oder nach der ke sind die besten zeitpunkte, wenn überhaupt. aber sicher nie vor der ke kaufen.

und klar, für altaktionäre ist das alles in der regel eine katastrophe. die haben noch zu ganz anderen kursen gekauft. sie müssen sich aber fragen, warum sie all die jahre des niedergangs mitgemacht haben. ein minimum an risikomanagement braucht halt schon und hin und wieder sollten auch langfristanleger ihr depot hinterfragen.

ps: das martialische vokabular gewisser börsenweisheiten ist nicht mehr zeitgemäss. ich denke, „kaufen, wenn die kanonen donnern und blut in den strassen fliesst“ ist einfach nicht mehr angebracht zu sagen. kaufen, wenn allen die knie schlottern würde doch auch die message rüberbringen.  

02.12.22 14:25
3

77317 Postings, 6790 Tage Anti LemmingWenn der Kurs auf Null fällt,

verliert JEDER Investor 100 %, egal ob er bei 50 Franken oder bei 2,50 Franken eingestiegen ist.

Bezug ist: "für altaktionäre ist das alles in der regel eine katastrophe. die haben noch zu ganz anderen kursen gekauft. sie müssen sich aber fragen, warum sie all die jahre des niedergangs mitgemacht haben"  

03.12.22 11:09

3165 Postings, 450 Tage isostar100us-arbeitsmarkt

der arbeitsmarkt in den usa zeigt sich weiterhin stark. superstark.

nach den gestern freitag veröffentlichten daten wird der enge arbeitsmarkt von vielen unterdessen als grösste schwierigkeit bei der inflationsbekämpfung gesehen, auch fed chef powell hat explizit darauf hingewiesen, dass der anstieg der löhne natürlich begrüssenwert ist...allerdings nur wenn auch die inflation im rahmen bleibt, da sonst jeglicher lohnanstieg wieder weggefressen wird und unerwünschte sogenannte zweitrundeneffekte (lohn-preis-spirale) eintreten können.
 
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03.12.22 11:12

3165 Postings, 450 Tage isostar100eu-arbeitsmarkt

auch der arbeitsmarkt in der eu ist gar nicht in so schlechter verfassung (wie gefühlt). aber natürlich könnte er noch deutlich besser werden. (und sollte auch!)

Arbeitslosenquote sinkt auf Rekordtief
Die Quote der Arbeitslosen ist im Oktober trotz einer drohenden Rezession auf 6,5% gesunken, von 6,6% im September.

Die Quote der Arbeitslosen ist im Oktober trotz einer drohenden Rezession auf 6,5% gesunken, von 6,6% im September.
 

03.12.22 11:48

3165 Postings, 450 Tage isostar100ölpreisdeckel - kampf der giganten?

kommt es zum kampf der giganten? opec+ gegen eu+g7?
eu und g7 beschliessen preisdeckel für russisches öl ab montag bei 60$.

ein experiment mit ungewissen ausgang, ein armdrücken zweier giganten....

Die EU will Russland einen Höchstpreis für Öl diktieren, um das Land zu schwächen. Kann das klappen, wie wird Russland reagieren, und was...
 

03.12.22 12:07

3165 Postings, 450 Tage isostar100auch ein big big big business!

solarstrom ein nische? von wegen. ein big big big business!

china exportiert in den ersten 10 monaten des jahres pv-module im wert von 44 mrd us dollar. und das sind wohlgemerkt bloss die exporte, china verbaut seit jahren ungefähr die hälfte der produktion im eigenen land.

In the first 10 months this year, exports of solar panels hit $44.03 billion, reaching a record high, up 90.3 percent year-on-year, data revealed by the annual conference of China's PV industry showed on Thursday.
https://www.globaltimes.cn/page/202212/1280901.shtml

 

03.12.22 23:51
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77317 Postings, 6790 Tage Anti LemmingRoubini warnt vor "Mutter aller Abstürze"

Deckt sich mit weitgehend mit den Stagflations- und Überschuldungs-Warnungen im Bären-Thread aus diesem Jahr.

https://www.project-syndicate.org/commentary/...uriel-roubini-2022-12

deepl + edit

Der unvermeidliche Absturz
2. Dezember 2022
Nouriel Roubini

Nach Jahren ultralocker Fiskal-, Geld- und Kreditpolitik und dem Auftreten erheblicher negativer Angebotsschocks drückt der Stagflationsdruck nun auf einen massiven Schuldenberg des öffentlichen und privaten Sektors. Die Mutter aller Wirtschaftskrisen zeichnet sich ab, und die politischen Entscheidungsträger können nur wenig dagegen tun.

NEW YORK - Nach dem Aufufern der Defizite, der Kreditaufnahme und der Verschuldung in den letzten Jahrzehnten steuert die Weltwirtschaft auf ein noch nie dagewesenes Zusammentreffen von Wirtschafts-, Finanz- und Schuldenkrisen zu.  

Im privaten Sektor umfasst der Schuldenberg die Schulden der privaten Haushalte (wie Hypotheken, Kreditkarten, Autokredite, Studienkredite, Privatkredite), der Unternehmen und Körperschaften (Bankkredite, Anleihen und Privatschulden) und des Finanzsektors (Verbindlichkeiten von Banken und Nichtbanken).

Im öffentlichen Sektor gehören dazu Anleihen von Zentral-, Landes- und Kommunalverwaltungen und andere formale Verbindlichkeiten sowie implizite Schulden wie ungedeckte Verbindlichkeiten aus umlagefinanzierten Rentensystemen und Gesundheitssystemen - die mit der Alterung der Gesellschaft weiter zunehmen werden.

Betrachtet man nur die expliziten Schulden, so sind die Zahlen erschütternd. Weltweit stieg die Gesamtverschuldung des privaten und öffentlichen Sektors im Verhältnis zum BIP von 200 % im Jahr 1999 auf 350 % im Jahr 2021. ... in China beträgt sie bei 330 %. In USA liegt sie bei 420 % - und ist damit höher als während der Großen Depression und nach dem Zweiten Weltkrieg.

Natürlich kann die Verschuldung die Wirtschaftstätigkeit ankurbeln, wenn die Kreditnehmer in neues Kapital (Maschinen, Häuser, öffentliche Infrastruktur) investieren, das höhere Erträge abwirft als die Kreditkosten. Aber ein Großteil der Kreditaufnahme dient lediglich der Finanzierung von Konsumausgaben, die das eigene Einkommen dauerhaft übersteigen - und das ist ein Rezept für den Bankrott.

Darüber hinaus können Investitionen in "Kapital" auch riskant sein, egal ob es sich bei dem Kreditnehmer um einen Haushalt handelt, der ein Haus zu einem künstlich überhöhten Preis kauft, um ein Unternehmen, das ohne Rücksicht auf die Rendite zu schnell expandieren will, oder um eine Regierung, die das Geld für "weiße Elefanten" (extravagante, aber nutzlose Infrastrukturprojekte) ausgibt.

Eine solche übermäßige Verschuldung gibt es seit Jahrzehnten, und zwar aus verschiedenen Gründen. Die Demokratisierung des Finanzwesens hat es einkommensschwachen Haushalten ermöglicht, ihren Konsum mit Schulden zu finanzieren. Mitte-Rechts-Regierungen haben beharrlich die Steuern gesenkt, ohne auch die Ausgaben zu kürzen, während Mitte-Links-Regierungen großzügig für Sozialprogramme ausgegeben haben, die mit ausreichend höheren Steuern nicht vollständig finanziert werden. Und eine Steuerpolitik, die Schulden gegenüber Eigenkapital bevorzugt, hat, unterstützt durch die ultralockere Geld- und Kreditpolitik der Zentralbanken, zu einem sprunghaften Anstieg der Kreditaufnahme sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor geführt.

Jahre der quantitativen Lockerung (QE) und der Kreditlockerung hielten die Kreditkosten nahe Null und in einigen Fällen sogar negativ (wie in Europa und Japan bis vor kurzem). Im Jahr 2020 belief sich die öffentliche Verschuldung auf 17 Billionen Dollar mit negativer Verzinsung, und in einigen nordischen Ländern hatten sogar Hypotheken negative Nominalzinsen.

Die Explosion nicht tragfähiger Schuldenquoten bedeutete, dass viele Kreditnehmer - Haushalte, Unternehmen, Banken, Schattenbanken, Regierungen und sogar ganze Länder - insolvente "Zombies" waren, die durch niedrige Zinssätze gestützt wurden (wodurch ihre Schuldendienstkosten überschaubar blieben). Sowohl während der globalen Finanzkrise von 2008 als auch während der COVID-19-Krise wurden viele insolvente Akteure, die sonst bankrott gegangen wären, durch Null- oder Negativzins-Politik, QE und regelrechte Rettungsaktionen gerettet.

Doch nun hat die Inflation - genährt durch dieselbe ultralockere Steuer-, Geld- und Kreditpolitik - diese finanzielle Morgendämmerung beendet. Da die Zentralbanken gezwungen sind, die Zinssätze zu erhöhen, um die Preisstabilität wiederherzustellen, steigen die Kosten der Zombies für den Schuldendienst drastisch an. Für viele ist dies ein dreifacher Schlag, da die Inflation auch das Realeinkommen der Haushalte schmälert und den Wert ihrer Vermögenswerte, wie Häuser und Aktien, verringert. Das Gleiche gilt für anfällige und überschuldete Unternehmen, Finanzinstitute und Regierungen: Sie sehen sich gleichzeitig mit stark steigenden Kreditkosten, sinkenden Einkommen und Erträgen sowie sinkenden Vermögenswerten konfrontiert.

Schlimmer noch, diese Entwicklungen fallen mit der Rückkehr der Stagflation (hohe Inflation bei schwachem Wachstum) zusammen. Das letzte Mal, dass fortgeschrittene Volkswirtschaften solche Bedingungen erlebten, war in den 1970er Jahren. Damals waren die Schuldenquoten jedoch sehr niedrig.

Heute sehen wir uns mit den schlimmsten Aspekten der 1970er Jahre (Stagflationsschocks) und den schlimmsten Aspekten der globalen Finanzkrise konfrontiert. Und dieses Mal können wir nicht einfach die Zinsen senken, um die Nachfrage zu stimulieren. Denn die Weltwirtschaft wird von anhaltenden kurz- und mittelfristigen negativen Angebotsschocks erschüttert, die das Wachstum verringern und die Preise und Produktionskosten erhöhen. Dazu gehören die durch die Pandemie verursachten Unterbrechungen des Arbeits- und Warenangebots, die Auswirkungen des russischen Krieges in der Ukraine auf die Rohstoffpreise, die zunehmend desaströse chinesische Nullzins-Politik und ein Dutzend weiterer mittelfristiger Schocks - vom Klimawandel bis zu geopolitischen Entwicklungen -, die zusätzlichen Stagflationsdruck erzeugen werden.

Anders als in der Finanzkrise von 2008 und in den ersten Monaten von COVID-19 würde die Rettung privater und öffentlicher Akteure mit einer lockeren Makropolitik nur noch mehr Benzin in das Inflationsfeuer gießen. Das bedeutet, dass zu einer schweren Finanzkrise eine harte Landung - eine tiefe, langwierige Rezession - hinzukommen wird.

Wenn Vermögensblasen platzen, die Schuldendienstquoten in die Höhe schnellen und die inflationsbereinigten Einkommen von Haushalten, Unternehmen und Regierungen sinken, werden sich die Wirtschaftskrise und der Finanzcrash gegenseitig verstärken. Allerdings können fortgeschrittene Volkswirtschaften, die sich in ihrer eigenen Währung verschulden, einen unerwarteten Inflationsschub nutzen, um den realen Wert einiger nominaler langfristiger Festzinsschulden zu verringern.

Da die Regierungen nicht bereit sind, die Steuern zu erhöhen oder die Ausgaben zu kürzen, um ihre Defizite zu reduzieren, wird die Monetarisierung des Defizits durch die Zentralbank wieder als der Weg des geringsten Widerstands angesehen werden. Aber man kann nicht immer alle Menschen täuschen. Sobald der Inflationsgeist aus der Flasche ist - was der Fall sein wird, wenn die Zentralbanken angesichts des sich abzeichnenden Wirtschafts- und Finanzcrashs den Kampf aufgeben - werden die nominalen und realen Kreditkosten in die Höhe schnellen. Die Mutter aller stagflationären Schuldenkrisen kann nur aufgeschoben, nicht aber vermieden werden.

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)  

04.12.22 14:30
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77317 Postings, 6790 Tage Anti LemmingSollinflation soll auf 4 % steigen (von 2 %)

Was soll dieser Shice? Kolumnist Hendrik Müller wirbt im Manager-Magazin dafür, dass die EZB die "Sollinflation" von 2 % auf 4 % erhöht.

Ich hingegen halte es für die Kernaufgabe von Notenbanken, Inflation möglichst GANZ zu VERMEIDEN, also Sollinflation = 0 %. Sonst können sie sich ihren Untertitel "Währungswächter" abschminken oder gleich durch "Währungszersetzer" ersetzen.

Ist Müllers "Vorschlag" womöglich ein Testballon, um zu sehen, ob sich 4 % Sollinflation in der Bevölkerung hoffähig machen lassen? Brüsssel und die EZB haben ein INTERESSE an hoher Inflation, um sich über die Inflation "nach innen" zu entschulden. Genau wie 1923 die Inflation die Kriegsschulden aus der Kaiserzeit beseitigen sollte - siehe hier: https://www.ariva.de/forum/...ungsfrage-472111?page=7039#jump31315406

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https://www.manager-magazin.de/politik/...a043-4dc9-8921-29f9167e8480

Vier Argumente für höhere Inflationsraten

Zunächst mal: Wenn sich einflussreiche Persönlichkeiten darum bemühen, aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen, ist das löblich. Immer wieder in die gleiche Falle zu laufen, wäre jedenfalls töricht. Man kann sich allerdings fragen, ob Blanchards Reformvorschläge weit genug gehen.

Für eine Anhebung der Inflationsnorm gibt es eine Reihe einleuchtender Argumente.


1. Dass die Konsumentenpreise mit einer Jahresrate von um die zwei Prozent steigen sollen, lässt sich nicht wissenschaftlich begründen. Es ist schlicht eine Konvention, die sich international eingebürgert hat – und die sich entsprechend verändern lässt.

[A.L.: Sicherlich, aber vernünftigerweise auch nach unten auf 0 %!]

2. Niedrige, stabile Inflationsraten können die Funktionsweise der Marktwirtschaft verbessern, weil sich Preise leichter an neue Knappheitsverhältnisse anpassen können. Es gibt Gründe anzunehmen, dass dies bei vier Prozent leichter möglich ist als bei zwei Prozent.

[A.L.: Die Gründe wüsste ich gern, ich befürchte, es handelt sich bei diesen "Gründen" um die Entschuldung der Eurozonenstaaten (nach innen) via starke Inflation.]

3. Während hohe und stark schwankende Inflationsraten eindeutig negativ sind für die wirtschaftliche Entwicklung – wir erleben es gerade –, ist nicht zu erwarten, dass stabile Preissteigerungen um die vier Prozent solche Effekte hätten. In den 1980ern lag die Kerninflationsrate (ohne Nahrungsmittel und Energie) in den USA zwischen vier und fünf Prozent, in den 1990ern im Schnitt immer noch bei drei Prozent – zwei Jahrzehnte, in denen sich die Wirtschaft im Großen und Ganzen gut entwickelte.

[A.L.: In den 1980/90ern gab es noch organisches Wachstum. Außerdem: Erst recht hätte eine stabile Inflation um 0 % "stabilisierende Effekte", und sogar nachhaltige. Aber dann würden - mit der Fehlgeburt Euro im Nacken - Brüssel/EZB an den PFIGS-Schulden ersticken.]

4. Blanchards Kernargument lautet, dass die Notenbanken mehr Sicherheitsabstand zur Nulllinie benötigen. Denn bei sehr niedrigen oder sogar negativen Inflationsraten wird ihr zentrales Instrument, der Leitzins, unwirksam. Um die Wirtschaft aus einer tiefen Schwächephase zu holen, müssen sie unter diesen Umständen auf andere Instrumente zurückgreifen: massive Wertpapierkäufe ("Quantitative Easing") und negative Einlagezinsen, die wiederum eigene Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringen. Besser, man lässt es gar nicht erst so weit kommen und erhöht den Spielraum für die Notenbanken.

[A.L.: QE ist "Staatsfinanzierung aus der Notenpresse". 4 % Sollinflation läuft allerdings auf dasselbe hinaus. Die Notenbanker wollen sich aus dem von ihnen verursachten Schlamassel "herausinflationieren". Und da QE bei hoher Inflation nicht mehr geht, soll eben nun die höhere "Sollinflation" von 4 % her]

FAZIT: Die Vorschläge sind eine Schweinerei!

 

04.12.22 14:33

77317 Postings, 6790 Tage Anti LemmingResultat von 4 % Sollinflation sind unter


anderem die hohen Reallohnverluste, die Folker Hellmeyer in diesem Video zu recht anprangert.

https://www.ariva.de/news/...luste-folker-hellmeyer-wie-viel-10451578

Offenbar soll die Bevölkerung mit Reallohn-Einbußen und ihren Ersparnissen (soweit noch vorhanden) die Zeche zahlen für den Euro-Konstruktionswahnsinn sowie für die ruinöse EU-Expansionspolitik, die jetzt auch noch die bankrotte Ukraine als Neumitglied im Visier hat - und flankiert wird von einer EU-Sanktions-Wirtschaftspolitik, die hohe Inflationsraten infolge Energieteuerung geradezu ERZWINGT. Das Ganze riecht stark nach Kalkül.

Diese Politik kommt von oben und ist gegen "die unten" gerichtet, die dabei kontrolliert verarmen.  

04.12.22 19:48
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107143 Postings, 8304 Tage KatjuschaAntiLemming, du magst die Vorschläge zu höherer

Inflation von 4% ja eine Schweinerei finden, aber man muss sich ja auch den Realitäten stellen.

Dieser Kapitalismus hat sich 30-40 Jahre in eine Richtung entwickelt, die zu dieser Situation hoher Staatschulden und Ungleichgewichte zwischen Schichten und Ländern führten. Was wir jetzt seit 10-15 Jahren machen, ist nichts anderes als die Risiken halbwegs zu beherrschen. Kann man Notenbanken und Regierungen schwer vorwerfen, was Jahrzehntelang falsch gemacht wurde. Oder was ist dein konkreter Vorschlag wie wieder alles ins Gleichgewicht kommt, auch vor dem Hintergrund ökologischer Fragen und möglicherweise endlichen Wachstums, wobei letzteres umstritten sein mag.

Vielleicht sollten die Volkswirtschaftler alter Schule mal zugeben, dass sich der Kapitalismus nicht 100-200 Jahre lang immer nach gleichem Muster und Theorien entwickeln kann. Der Kapitalismus wird sich erneuern müssen. Davon bin ich überzeugt, auch wenn das in Finanzforen nicht gerne gehört wird.
-----------
the harder we fight the higher the wall

04.12.22 21:55
1

77317 Postings, 6790 Tage Anti LemmingSchulden auftürmen ist jedenfalls keine Lösung.

05.12.22 10:17

77317 Postings, 6790 Tage Anti LemmingLöschung


Moderation
Zeitpunkt: 05.12.22 14:21
Aktion: Löschung des Beitrages
Kommentar: Moderation auf Wunsch des Verfassers

 

 

05.12.22 14:57
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77317 Postings, 6790 Tage Anti LemmingUnd nun der Börsenausblick

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06.12.22 10:07

77317 Postings, 6790 Tage Anti LemmingFalltür hat sich wie erwartet geöffnet

 
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06.12.22 15:44

77317 Postings, 6790 Tage Anti LemmingHeute kommt der Nikolaus

und legt einen Fußpilz in deinen Bullenschuh ;-)



 
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06.12.22 17:38
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3165 Postings, 450 Tage isostar100us öl preis seit sommer:

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06.12.22 19:39

77317 Postings, 6790 Tage Anti LemmingUpdate zu # 811

Ist sogar ein Edelpilz, den Nicobär da im Rucksack hatte.  
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06.12.22 20:37

3165 Postings, 450 Tage isostar100das geht runter wie öl

das geht runter wie öl....

brent:  
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06.12.22 20:58

77317 Postings, 6790 Tage Anti LemmingUnd Ölaktien erst...

 
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06.12.22 21:07

3165 Postings, 450 Tage isostar100zum glück

zum glück habe ich keine ölaktien.

ich hoffe, du auch nicht. ;-)  

07.12.22 09:14

77317 Postings, 6790 Tage Anti LemmingChinas Außenhandel bricht massiv ein

https://www.n-tv.de/wirtschaft/...cht-massiv-ein-article23767362.html

Schwache Nachfrage und Lockdowns
Chinas Außenhandel bricht massiv ein

Der chinesische Außenhandel steht derzeit noch schlechter da als zu Beginn der Corona-Pandemie. Exporte und Importe brechen ein. Das gilt auch für den Handel mit Deutschland. Während es erste Lockerungen der Corona-Regeln gibt, fordert die Weltbank weitergehende Reformen.  

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