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Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen

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neuester Beitrag: 13.12.04 12:28
eröffnet am: 10.12.04 09:49 von: moya Anzahl Beiträge: 62
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10.12.04 18:49

858 Postings, 6194 Tage zombi24Nur zur Info

Ausbildungsplätze im Sonderangebot

Der Discounter Lidl, sonst nicht gerade bekannt für soziales Engagement, geriert sich als vorbildlicher Arbeitgeber. Der Einzelhändler will 2005 zahlreiche Ausbildungsplätze schaffen.


DPA
Lidl-Filiale: Ausbildungsplätze zum Firmenjubiläum
Neckarsulm - Der Lidl-Konzern stellt im kommenden Jahr insgesamt 1600 zusätzliche Lehrstellen bereit. Dies kündigte das Unternehmen am Freitag in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) an. Wie Lidl weiter mitteilte, erhöhe sich damit die Gesamtzahl der Ausbildungsplätze bei Lidl und Kaufland von bisher 2800 auf 4400.

Insgesamt beschäftigt Lidl/Kaufland 151.000 Mitarbeiter. Lidl stellt dazu fest: "Mit 45.000 neuen Arbeitsplätzen in den letzten drei Jahren - davon alleine 20.000 in Deutschland - hat die Unternehmensgruppe mehr Arbeitsplätze geschaffen als jedes andere deutsche Unternehmen." Für die Geschäftsleitung seien die 1600 zusätzlichen Ausbildungsplätze "eine Maßnahme zum 75. Firmenjubiläum", heißt es in der Lidl-Erklärung.

Der Handelskonzern hatte bereits angekündigt, vermehrt Personal einstellen zu wollen. Damit will Lidl die Kunden durch bessere Beratung und kürzere Wartezeiten an der Kasse in die Läden locken.  

10.12.04 19:00

12104 Postings, 7128 Tage bernsteinmenschenunwürdiger finde ich

das viele für 1? pro stunde arbeiten sollen.das ist ausbeutung pur.  

10.12.04 19:08

7336 Postings, 6838 Tage 54reablieber bernstein, immer bei der vollen

wahrheit bleiben. diese armen erhalten zusätzlich eine erkleckliche stütze, die zusammen mit anderen zuschüssen und den einnahmen aus dem 1 euro-job sich zu mehr einkommen summiert als mancher hilfsarbeiter verdient. wenn man hier von ausbeutung spricht, dann doch eher von einer ausbeutung der gesellschaft.  

10.12.04 19:54

6506 Postings, 7351 Tage Bankerslastsatyr, wenn Du gerade die Gewerkschaften

ansprichst: Coop und Neue Heimat sind ja auch nicht gerade zimperlich mit ihren Mitarbeitern umgesprungen. Vor allem bei Coop gab es zahlreiche Parallelen zu LIDL. Es gibt hierzu Dossiers zuhauf.
Im übrigen: verdi hat ja viel davon gelernt. Nach dem Motto: "Was ich denk und was ich tu, das trau ich einem anderen zu"!

Und zudem, ein vom Sozialstaat Gebeutelnden interessiert sich einen Dreck darum, was bei LIDL abgeht, wenn er 50 Cent 5mal umdrehen muß.  

10.12.04 20:06

12850 Postings, 7200 Tage Immobilienhaispitze, lidl rühmt sich also 45.000 neue arbeits-

plätze geschaffen zu haben? die sollen mal den taschenrechner rausholen wieviele arbeitsplätze sie mit ihren kaufland-centern auf der grünen wiese vor der stadt in den innenstädten grade in ostdeutschland vernichtet haben.  

10.12.04 20:18

8970 Postings, 6576 Tage bammiebernstein hat Recht

aber nun zu Lidl,

Diese Zustände bei Lidl sind natürlich extrem. Das läßt sich nicht von der Hand weisen.
Stellen wir aber mal Aldi gleich daneben. Sind ja die beiden größten.
Bei Aldi herrschen die gleichen Zustände, vielleicht nicht in diesem Ausmaß, aber die Mitarbeiter stehen dort genauso besch... da.

Aber woher dieser hohe Druck in den Discountern ? In erster Linie natürlich von "oben", aber auch die Masse der Kunden. Das ist doch gerade das Konzept in den Discountern.

Die Kunden, speziell die Stammkunden natürlich, wollen am liebsten rein, das was sie brauchen in den Wagen und zackig durch die Kasse. Nicht umsonst kommt man garnicht mehr hinterher, alles in den Wagen zu legen, wenn die Kassiererinnen die Waren durch den Scanner jagen.

Und wenn das nicht schnell genug geht bzw die Schlange bis zu den Gefriertruhen steht, gibts nur gequake. Und genau das ist der springende Punkt.
Das ist eigentlich überhaupt nix neues, früher waren Aldi oder Schlecker deswegen öfters in den Schlagzeilen. Diese Zustände sind allerdings jetzt ziemlich ausgeartet.

Die vielen neuen Arbeitsplätze sind auch beachtlich. Wollen wohl einerseits von den miesen news ablenken und andererseits das Kassen-schlangen Problem lösen.
Vielleicht sehen wir bald, wie sie unsere Waren gleich an der Kasse für uns einpacken.
Allein nur für neue Märkte kann es nicht sein.

Wenn man in Supermärkten von Serviceoffensive spricht, kann ich mir nur die Kassen wie in Amerika vorstellen. Wir werdens erleben :) m.M.

greetz bammie




   

10.12.04 20:31

8970 Postings, 6576 Tage bammieaxo,

FYI, den Text habe ich aus dem anderen Thread hier nochmal reinkopiert.

war jez nur zu faul nochmal alles zu schreiben *g* :)

greetz  

10.12.04 20:46

42128 Postings, 8101 Tage satyrFremdenlegion bei Lidl

'); // -->  SPIEGEL ONLINE - 10. Dezember 2004, 16:49
URL: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,332210,00.html

Ver.dis Lidl-Schwarzbuch
 
Wie in der Fremdenlegion

Von Michael Kröger

Das "Schwarzbuch Lidl", das Ver.di am Tag der Menschenrechte veröffentlichte, liest sich wie eine Handlungsanleitung für die Fremdenlegion. Überwachung, Drill und Hetze bestimmten danach den Arbeitsalltag der Mitarbeiter. Lidl selbst spricht von Ausrutschern und einer Diffamierungskampagne.

'"Schwarzbuch
GroßbildansichtDPA"Schwarzbuch Lidl" von Ver.di: Überwachung, Drill und Hetze
Die gute Nachricht stand in der "Bild"-Zeitung. 1600 zusätzliche Ausbildungsplätze werde man im kommenden Jahre bereitstellen, kündigte der Lebensmitteldiscounter Lidl&Schwarz in einer ganzseitigen Zeitungsanzeige an. "Wir sind die Nummer eins in Deutschland bei der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen", heißt es. 20.000 Stellen habe der Handelskonzern in den vergangenen drei Jahren geschaffen. Es geht voran in Deutschland.

Die Anzeigenkampagne kam jedoch nicht von ungefähr. Denn die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di hat zum Großangriff auf den Handelskonzern geblasen. Pünktlich zum Tag der Menschrechte präsentierte Franziska Wiethold, die den Fachbereich Handel bei Ver.di leitet, ein Schwarzbuch, das sich einzig und allein mit Lidl beschäftigt. Auf gut 100 Seiten beschreiben die Autoren der Gewerkschaft detailliert, wie der Discounter seine Mitarbeiter behandelt.

Das Buch liest sich fast wie ein Leitfaden zur Ausbildung in der Fremdenlegion. Überwachung, Drill und Hetze seien an der Tagesordnung, schildern die Autoren. Anschreien, beleidigen und Unterstellung von Straftaten gehörten zum Standardrepertoire der Verkaufsleiter. Wer nicht mindestens zwei Angestellte pro Monat mobbe, gelte als zu freundlich und mache im Konzern keine Karriere.

In detaillierten Schilderungen berichten Mitarbeiter, wie es ihnen erging, wenn sie nicht den Vorgaben entsprechend funktionierten. Testkäufe, Leistungsmessungen und penible Kontrollen lieferten dabei regelmäßig genug Anlass, Druck auszuüben. "Wenn jemand durchfallen soll, gibt es unzählige Möglichkeiten, uns Verkäuferinnen auszutricksen", berichtet eine Betroffene von den berüchtigten Testkäufen. "Da werden zum Beispiel zwei große Milchkartons in den Wagen gestellt und im unteren ist ein Pfund Kaffee versteckt. Oder ein teures Kosmetikprodukt wird in den Umkarton eines billigeren gepackt." Im Einzelfall ließe sich das aber nicht kontrollieren, wenn man die strenge Vorgabe einhalten wolle, 40 Produkte pro Minute durch den Kassenscanner zu schieben.

Halbtags Vollzeit arbeiten

Großzügig seien die Vorgesetzten allenfalls mit der Berechnung der Arbeitszeiten umgegangen - allerdings zu ihren Gunsten, wie gleich mehrere Betroffene berichten. So wird den Angaben zufolge die Frühschicht ab 7 Uhr bezahlt, die Mitarbeiter werden aber regelmäßig eine Stunde früher an den Arbeitsplatz beordert. Auch an die Spätschichten, die offiziell bis 20 Uhr festgelegt sind, ziehen sich oft bis spät in den Abend. "Ich habe von Anfang an mindestens neun Stunden täglich gearbeitet - grundsätzlich ohne Pause", erinnert sich eine Mitarbeiterin, die nach drei Monaten aufgab. In ihrem Arbeitsvertrag sei dagegen nur eine Halbtagsstelle festgeschrieben gewesen.

In einem Fall verrammelte der Filialleiter die Türen des Geschäfts so lange, bis die Arbeiten erledigt waren. Als er dies am zweiten Abend wiederholte, rief ein Student, der dort als Aushilfe arbeitete, die Polizei.

Auch Krankheiten können zu Jobverlust führen, heißt es in dem Ver.di-Buch. Kurz vor Ablauf seiner Probezeit, berichtet ein Ex-Lidler, habe er sich bei Arbeiten im Lager der Lidl-Vertriebsgesellschaft Kirchheim verhoben. "Zwei Tage nach der Krankmeldung hatte ich ein Schreiben in der Hand, dass der Arbeitsvertrag nicht verlängert wird."

"Muster zieht sich quer durch die Republik"

Der Druck habe Methode, davon ist der Autor des Buches, Andreas Hamann überzeugt. "Solche Erzählungen habe ich während meiner Recherchen immer wieder gehört", sagt er. "Es zeigt sich ein Muster, das sich quer durch alle Filialen in der Republik zieht." Es sei deshalb schwer vorstellbar, dass solche Vorkommnisse auf das Fehlverhalten einzelner Manager zurückzuführen seien.

Hamann widerspricht damit ausdrücklich der Version eines Konzernssprechers, der lediglich von Einzelfällen gesprochen hatte. Vielleicht sei es in der Vergangenheit zu Fehlverhalten einzelner Filial- und Bezirksleiter gekommen, erklärte der PR-Mann. So etwas käme aber in jedem Unternehmen vor, auch bei Lidl. Nach Beschwerden von Mitarbeitern habe sich die Gruppe in den vergangenen Jahren von etwa 20 Führungskräften getrennt. "Wir werden diese Schwachstellen abstellen und suchen den Dialog mit den Betroffenen", sagte der Sprecher.

Wie ein "Dialog" mit Mitarbeitern aussieht, belegen andere Zeugenaussagen in dem Schwarzbuch. Betroffen waren insbesondere Mitarbeiterinnen, die schon lange bei Lidl gearbeitet hatten und höhere Gehälter erhielten. In mehreren Fällen wurden Verkäuferinnen zum Gespräch gebeten und zum Beispiel mit Fehlbeträgen in der Kasse konfrontiert, zu der auch die Filialleiter Zugang haben. In einigen Fällen wendeten zwei oder drei Manager des Konzerns regelrechte Verhörmethoden an. Sie hinderten die Betroffene am Verlassen des Raumes, Anrufe bei einem Vertrauten wurden unterbunden. Fast jedes Mal gaben die Betroffenen dem Druck schließlich nach und unterschrieben vorbereitete Auflösungsverträge. In mehreren Fällen widerriefen die Betroffenen danach ihre Unterschrift. Im anschließenden Gerichtsverfahren blieb Lidl die Beweise für die Vorwürfe jedes Mal schuldig.

Lidl: "Ausgesprochene Diskriminierung"

Der Hintergrund solcher Kündigungen liegt für Ver.di-Frau Wiethold auf der Hand. "Die Nachfolger steigen zum Anfangsgehalt ein, das wesentlich niedriger liegt. Lidl spart damit eine Menge Geld."

Einschüchterungen sind den Ver.di-Darstellungen zufolge auch im normalen Arbeitsalltag an der Tagesordnung. Ein beliebtes Druckmittel seien die regelmäßigen Diebstahlkontrollen. Jeder Lidl-Beschäftigte müsse dann seine Taschen leeren oder sein Auto durchsuchen lassen. Und jede gefundene Bonbontüte aus dem Sortiment von Lidl gelte so lange als gestohlen, bis der Betreffende die Kassenquittung vorgelegt habe, erklärt Autor Hamann.

Lidl-Geschäftsführer Klaus Gehrig dagegen hält sämtliche Vorwürfe für unbegründet und sieht den Konzern als Opfer einer "Diffamierungskampagne". "Auch nach Vorlage des Ver.di-Buches können wir nicht erkennen, dass Lidl seine Mitarbeiter systematisch schlecht behandelt hat", sagt Gehrig. Ver.di rufe seit Monaten im Internet zu anonymen Denunzierungen auf. "Wir empfinden dies als ausgesprochene Diskriminierung."

Anonyme Denunzierungen seien nicht nötig, wenn innerhalb des Unternehmens ein offenes Klima herrsche, ist dagegen das Credo von Ver.di. In einem von Wiethold unterzeichneten offenen Brief appelliert die Gewerkschaft an den Eigentümer und Konzernchef Dieter Schwarz, die Wahl von Betriebsräten zu unterstützen. In 2531 Lidl-Filialen gebe es nur sieben Arbeitnehmervertretungen, diese Zahl allein spreche schon für sich. Gegen die menschenverachtenden Missstände könnten sich die Mitarbeiter jedoch einzig und allein mit Hilfe von starken Betriebsräten wehren.
 

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· Video: "System der Willkür und Angst" (10.12.2004)
http://www.spiegel.de/sptv/extra/0,1518,332242,00.htmlVideo zeigen...
· Dokumentation: Auszüge aus dem Lidl-Schwarzbuch (10.12.2004)
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,332171,00.html
· Arbeitsbedingungen bei Lidl: "Vielleicht kriegen wir ja irgendwann Windeln gestellt" (10.12.2004)
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· Ver.di-Plan: Weihnachtsgeld nur für Gewerkschaftsmitglieder (10.12.2004)
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· Billig durch Schikanen? Diskutieren Sie mit! (10.12.2004)
http://www.spiegel.de/forum/0,1518,332152,00.html





 

10.12.04 20:57

858 Postings, 6194 Tage zombi24Verflucht mich nicht gleich wieder

Gibt es noch viele Jobs, die man gerne macht?
Ich war nach der Schule zuerst Tischler auf dem Bau, der Winter war die Hölle.
Ich war ein paar Jahre in der Army, meisstens war es Ok, aber auch da haben mir die arschkalten Winter zuschaffen gemacht.
Zuletzt war ich im Bergbau, beim Subunternehmer, wir haben nur Dreckslöcher bearbeitet.
Ihr könnt mir glauben, ich weiss was Drecksarbeit ist. Dort wurde nie nett miteinander umgegangen, Geld zum auskommen gab es nur, wenn die Vorgaben erfüllt wurden.
Fünfschichtbetrieb, schlechte Bezahlung, entweder zu heiss oder zu kalt, Knochenmaloche und immer ein scheiss Arbeitsklima.
Nur die Harten kommen durch, Lidl ist dagegen mit Sicherheit ein Sommerzeltlager.  

10.12.04 21:01

42128 Postings, 8101 Tage satyr@ Zombi und dann kam der Bürgerkrieg und du

wurdest befreit.  

10.12.04 21:02

858 Postings, 6194 Tage zombi24So ähnlich:-)) o. T.

10.12.04 23:10

4178 Postings, 6410 Tage Mannemer@satyr

Ich grüße die Neckarstadt von dir!!  
Für die, die es nicht wissen, das ist hier eine rote Hochburg und darauf können die stolz sein!

Solche "Manager" erlebe ich jeden Tag. Wahrlich Nieten im Nadelstreifen die dieses Land ruinieren und sich die Taschen vollstopfen! Ich frage mich, wie lange das dieses Volk  erleiden will. Der Tag an dem " Rotfront marschiert" wird nicht kommen. Die 20er und 30er sind Geschichte. Dieser sich wild gebärdende Kapitalismus wird neue Gegenkräfte schaffen. Die ersten zarten Ansätze waren im Sommer auf den Montagsdemos erkennbar. Man kann Menschen soweit treiben, dass sie auf die Barikaden gehen. Dann darf man sich allerdings nicht wundern, wenn sie einem eines Tages in den Hintern treten !
 

10.12.04 23:42

680 Postings, 7943 Tage LoepiMannemer,

das wird erst passieren wenn die Leute gar nichts mehr zu essen
haben. Und das kann dauern.

Finde ich jedenfalls.

M.f.G. Löpi  

11.12.04 10:30

13436 Postings, 7772 Tage blindfish@mannemer

stimme dir voll zu (bis auf die sache mit der roten hochburg, denn ein unterschied zwischen den farben besteht doch schon lange nicht mehr)!! sehe das in der zukunft ähnlich und konnte deshalb auch nie die verwunderung über die kanzlerohrfeige und die eierwurfe verstehen. nicht diese menschen machen die demokratie kaputt (wie damals behauptet wurde), sondern genau die von dir angesprochene personengruppe inklusive der politiker (die ja auch alle in den unternehmen sitzen).

und zu lidl: wer wirklich glaubt, hier handele es sich um ein einzelnes unternehmen oder gar nur um einzelne manager, der ist an naivität nicht mehr zu toppen!

@zombi
die von dir beschriebenen behandlungsweisen sollten wir doch glücklicherweise hinter uns haben, oder!? jedenfalls eine zeitlang bis in die heutigen tage... und unternehmen wie trigema beweisen nicht nur, daß es auch anders geht, nämlich in einem "miteinander", sondern erzielen damit sogar die besseren ergebnisse...

gruß und ein schönes wochenende, bf :-)  

11.12.04 11:07

42128 Postings, 8101 Tage satyr@blindfish Ich verleihe dir hiermit den Titel

Sehfish denn wer den Durchblick hat,ist nicht blind.

Im Grundgesetz steht die Würde des Menschen ist unantastbar.


Das gilt auch und gerade für Arbeitgeber.

Ich muss an dieser Stelle nochmal bemerken es geht auch anders.

 

');//-->
manager-magazin.de, 05.02.2004, 15:41 Uhr
http://www.manager-magazin.de/koepfe/unternehmerarchiv/0,2828,284159,00.html

GÖTZ WERNER

Der Waldorf-Discounter

Von Matthias Kaufmann

Die Mitarbeiter von DM bestimmen Gehälter wie Sortimente selbst und müssen ihren Chef nicht fürchten - das Geheimnis des zweitgrößten deutschen Drogeriekonzerns. Ein Gutmensch mit Erfolg? Götz Werner, der gerade 60 Jahre alt wurde, ist der lebende Beweis.

Karlsruhe - Discounter sind billig. Dafür sind ihre Läden gemütlich wie Hochregallager, die Produkte ansprechend wie Braunkohlebriketts und die Mitarbeiter zuvorkommend wie Vollzugsbeamte. Das kann man ihnen schwerlich verübeln: Sie genießen im Unternehmen einen Status vergleichbar mit tiefgekühlten Rinderhälften.

© DPA
"Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein": Goethe-Freund Götz Werner wurde am 5. Februar 60

All das ist wohl kaum "ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zu dem Geistigen im Weltenall führen möchte." Rudolf Steiners Beschreibung der eigenen - der anthroposophischen - Denkschule ist dennoch ein Satz, den sich ein Discounter zu Eigen gemacht hat. Götz Werner, Gründer und Chef der Drogeriekette DM, erklärte die Anthroposophie zu seinem Weltbild.

Und zwar nicht nur im trauten Heim, als handgestickter Sinnspruch mit Brokatrand. In einer Branche, die mit harten Bandagen nach jedem Kunden keilt, führt er sein Unternehmen gemäß dem Wort des Freiherrn vom Stein: "Zutrauen veredelt den Menschen". Doch kann dieser Erkenntnisweg der Veredelung, der sonst nur noch in Waldorf-Schulen überwintert, zu Profit führen?

Die DM-Gruppe erwirtschaftete 2003 mit über 20.000 Mitarbeitern und mehr als 1500 Filialen (davon 660 in Deutschland) knapp drei Milliarden Euro Umsatz. Über den Gewinn wird geschwiegen. Er soll sich bei reichlich einem Prozent des Umsatzes bewegen - und es ist genug Geld für 60 neue Filialen da, die 2004 in Deutschland entstehen sollen. Kein Grund zur Klage also: Götz Werner ist der zweitgrößte Drogist der Republik.

Von Siegern und Verlierern
Unter dem Titel "Deutschland, deine Unternehmer" stellt manager-magazin.de zweimal pro Woche wichtige Gestalter der hiesigen Wirtschaftslandschaft vor. Daraus entsteht das digitale deutsche Unternehmer-Archiv. ...mehr

Wo aber finden sich Anthroposophie und Humanismus im Discountmarkt? In der dritten Regalreihe links, zwischen Scheuermittel und Deoroller? Das Fremdwörterbuch übersetzt die griechische Vorsilbe "anthropos" mit "Mensch", und genau um den geht es. So sprechen die DM'ler nicht von "Personalkosten", die jeden Angestellten als Belastung deuten, sondern von "Kreativposten" und "Mitarbeitereinkommen". Damit erntet Werner nicht selten Skepsis, wie im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS). Doch der Vater von sieben Kindern hat die passende Gegenfrage parat: "Kennen Sie einen Unternehmer, der Mitarbeiter einstellt, um Kosten zu produzieren?"

Goethe und Geschäftssinn

Begriffe wie der des "Kreativpostens" spielen eine große Rolle, auch wenn nicht in jedem Fall hehre Ideale dahinter stehen. Zum Beispiel heißen Handelsmarken bei DM "Qualitätsmarken" - das ist schlichte Marketing-Hausmannskost.

© DPA
Philosoph des 19. Jahrhunderts: Rudolf Steiner, geistiger Vater der Waldorf-Schulen

Wie die anthroposophischen Vorbilder hat auch Werner eine Schwäche für Sprache und Denken des deutschen Idealismus. Dass diese Schwäche einem ausgeprägten Geschäftssinn nicht im Wege steht, zeigt die Abwandlung eines Zitats aus Goethes Faust, mit dem DM seine Einkaufstüten bedruckt: "Hier bin ich Mensch, hier kauf' ich ein."

Ganz so edel, hülfreich und gut ging es nicht immer zu bei DM. Als der gelernte Drogist Werner seine erste Filiale 1973 in der Karlsruher Innenstadt eröffnete, bestand die Geschäftsidee hauptsächlich darin, die Preise zu senken. Im selben Jahr war die Preisbindung für Drogerieprodukte vom Gesetzgeber aufgehoben worden. Zudem passte er das Erscheinungsbild des Ladens gewöhnlichen Supermärkten an, setzte auf Selbstbedienung und ein übersichtliches Ladenlayout. Das war damals modern und ist heute Standard.

Über den Durchbruch der menschenfreundlichen Unternehmensphilosophie kursiert eine Anekdote: Der Chef war in den frühen 90er Jahren auf Kontrollvisite in einer Filiale in Ettlingen, wie immer mit Vorankündigung, denn "ein Fachmann erkennt auch so, ob ein Geschäft gut geführt wird". Während des Gesprächs stütze er sich auf eine Verkaufstheke, die nach hinten wegrutschte und die Schätze in der Vitrine darunter, hochpreisige Parfüms, freilegte. Zweimal seien dort schon Waren gestohlen worden, beklagte die Filialleiterin, aber der Bezirksleiter, den sie sofort informiert habe, hätte die Theke noch nicht reparieren lassen.

Schlagartig wurde ihm klar, welche fatalen Folgen die strengen Hierarchien in seinem Unternehmen hatten. Er leitete einen umfassenden Umbauprozess ein - heute würden die Ettlinger selbst mit Werkzeug anrücken oder auf eigene Verantwortung einen Handwerker bestellen.

Denn seither vertraut keine Kette den Verkäufern vor Ort so viel Verantwortung an wie dm. Sie bestimmen das lokale Sortiment und handeln untereinander nicht nur Dienstpläne, sondern auch die Gehälter aus. Von denen gibt die Karlsruher Zentrale nur den Steigerungssatz vor. Vorgesetzte werden zum Teil von der Belegschaft gewählt, Verbesserungen ohne Rückfrage bei der Zentrale zügig umgesetzt.

Zur Ausbildung gehören Theater-Workshops

© DDP
"Der unproduktivste Betrieb der Branche": Schlecker, Rivale im Geschäft wie im Geiste

Auf diese Weise bekommt Praxiserfahrung ein hohes Gewicht. So schlug eine Kassiererin vor, das Bargeld nicht abends zu zählen, wenn man mit Aufräumarbeiten beschäftigt ist. Seither wird konzentriert am folgenden Morgen abgerechnet, wenn es im Laden noch ruhig ist. Schöner Nebeneffekt: Alle Kassierer haben pünktlich Feierabend.

Alles, aber auch wirklich alles, wird in großen Runden durchdiskutiert, damit jeder Mitarbeiter die Chance hat, sich einzubringen. Und um alle auf den offenen Umgang miteinander vorzubereiten, gehören Theater-Workshops fest zum Ausbildungsprogramm. Was dabei herauskommt, ist das Wunder von Werner: Der Debattierclub hat mitunter die niedrigsten Preise der Branche, günstiger oft als beim kontrolllüsternen Anton Schlecker.

© Drogeriemarkt
Bitte recht freundlich: Eine deutsche dm-Filiale

Dessen Kette schalt Werner einmal als den "unproduktivsten" Betrieb unter allen Konkurrenten und belegte damit, dass seine hehren Ideale nicht einer Träumerei entspringen. Sie sind schlicht gut fürs Geschäft.

Dennoch hat er nicht vor, mit dem verdienten Geld in die Schweiz abzuwandern. Was dieses Thema angeht, hat er eine pointierte Meinung - wenn auch keinen passenden Sinnspruch. Der FAS sagte er: "Als Unternehmer zahle ich meine Steuern sowieso nicht. Ein Unternehmer zahlt nie Steuern, sondern verkalkuliert sie. Bezahlt werden sie vom Kunden über den Preis." Nach einem Traumtänzer klingt das nicht.

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11.12.04 11:50

6506 Postings, 7351 Tage BankerslastMitarbeiter im mittleren und

oberen Segment bei LIDL werden für einige Postings hier nur ein müdes Lächeln übrighaben.

Bei LIDL muß Leistung pur erbracht werden. Aber da werden Gehälter bezahlt, von denen andere nur träumen können.
Hunderte Mitarbeiter, damals noch als Auszubildende bei LIDL begonnen, jetzt in der Verwaltungsebene, haben es zu Wohlstand gebracht. Ich kenne zwei davon, die haben sich ein Häuschen gebaut, davon kann ich nur träumen.
Dies hat natürlich auch seinen Preis. So konnte es sein, daß die Führungsebene am Heiligen Abend nachmittags zu einem Meeting einberufen hat. Natürlich absolut menschenverachtend, solche Maßnahmen. Nicht wahr? verdi.
 

11.12.04 12:09

42128 Postings, 8101 Tage satyrRichtig so Banker wenn man es zu Wohlstand bringen

kann was zählt da schon die Menschenwürde.
Merkst du eigentlich noch überhaupt was?  

11.12.04 12:14

6506 Postings, 7351 Tage Bankerslast@satyr, so ist es eben mit den

bösen, bösen Kapitalisten. Wenn man bei denen angestellt ist, muß man auch noch arbeiten fürs Geld. Pfui, wo bleibt da die Menschenwürde.  

11.12.04 12:30

42128 Postings, 8101 Tage satyrJa Banker nach oben buckeln und nach unten

treten,hauptsache man kommt zu Wohlstand,das entschuldigt alles.
Nur manchmal hat man Probleme beim rasieren weil man sich im Spiegel
micht mehr anschauen kann.
Um arbeiten fürs Geld geht es hier nicht ,das sollten auch verblendete
sehen aber mach so weiter für Haus und Porsche und lass dir nen Bart stehen.  

11.12.04 12:34

6506 Postings, 7351 Tage BankerslastÄhm satyr, Ariva ist ein

Aktienboard, oder sehe ich das falsch?
Ein schönes Wochenende wünsch ich Dir.

Viele Grüße, BL  

11.12.04 12:42

42128 Postings, 8101 Tage satyrWas möchtest du damit sagen,nur wer ein Schwein

ist ,buckelt und nach unten tritt darf hier posten?
Nur Bürschen die vom Frühkapitalismus traümen?
Oder deren Persöhnlichkeit nur mit den PS des Autos steigt?
Dann sollte man ein neus Board aufmachen Schweinenboard,hier
dürfen dann nur die Bartträger posten.  

11.12.04 12:53
1

13436 Postings, 7772 Tage blindfish@banker

verstanden hast du es leider nicht, deshalb sag ich es auch nochmal: erhaltung der menschlichkeit schließt die schaffung eines profitablen unternehmens nicht aus, aus meiner sicht sogar ganz genau das gegenteil (und zwar im gegensatz zur mitarbeiterwegwerfgesellschaft LANGFRISTIG)! trigema ist ein sehr gutes beispiel hierfür... warum, banker, sind denn deine "zwei" nicht mehr bei diesem "superunternehmen"?!? ist das erstrebenswert? das unternehmen wird jedenfalls dadurch nicht besser, daß in einem zyklus von wenigen jahren quasi alle mitarbeiter ausgetauscht werden - identifikation mit dem unternehmen ade!

merke: unzufriedene mitarbeiter = unfreundliche mitarbeiter = unzufriedene kunden = weniger kunden = schuß ins knie!  

11.12.04 13:24

12104 Postings, 7128 Tage bernsteinlieber 54reab,

natürlich weiß ich das diese leute auch stütze und mietzuschläge bekommen.
trotzdem ist es ausbeutung hoch 10.politiker wie dieser dreckskerl arentz
stecken sich sich die kohle mit nebenverdiensten ein.
genauso eine schweinerei sind 200.000? abfindungen bei opel.die werden doch
wohl in 30 jahren ordentliches geld verdient haben.andere werden mit einem
arschtritt verabschiedet.
bin mal gespannt wie lange die masse der deutschen noch die schnauze hällt.
wenn man für einen euro arbeiten geht,kann man mal sehen wie groß die not
sein muß.die meisten wollen doch gar keine almosen vom staat sondern mit
ihrer hände arbeit ihren lebensunterhalt verdienen.mfg.  

11.12.04 13:29

6506 Postings, 7351 Tage Bankerslast@blindfish, ich habe sehr wohl verstanden.

Und teile selbstverständlich nicht alles was bei LIDL so abgeht.
Siehe auch meine kritischen Sätze in meinen vorstehenden Postings.

Und "meine zwei" sind immer noch in diesem "Sklavenunternehmen". Seit bereits über zwanzig Jahren. Hattest Du was anderes gelesen?

Wie ist es Leben, ich meine im wirklichen Leben?: Frosch frißt Schnecke, Igel frißt Frosch, Fuchs frißt Igel...

Im übrigen erlaube ich mir nochmals auf (ehemalige) Gewerkschafter-Unternehemen hinzuweisen. Siehe Oben.  

11.12.04 13:38

4420 Postings, 7617 Tage Spitfire33Lidl ist überall in Deutschland. o. T.

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