LINZ. Die voestalpine AG braucht ein neues Finanzierungskonzept für ihr geplantes Stahlwerk in Osteuropa. Das wird die Grundsatzentscheidung und den Baubeginn verzögern.
Die Turbulenzen in der Finanzwelt bedeuten, dass die voestalpine die Finanzierung des fünf Milliarden Euro teuren Projekts auf neue Beine stellen muss. „Ohne Finanzierungskonzept tut man sich schwer zu entscheiden“, sagt voest-Sprecher Peter Schiefer im OÖN-Gespräch.
Das bedeute, dass der geplante Termin für die Grundsatzentscheidung nicht zu halten sein dürfte. Diese hätte noch heuer fallen sollen. Für Schiefer läuft das Projekt plangemäß weiter. Neu sei zudem, dass die Detailplanungen mehr Zeit als vorgesehen benötigen würden. „Wir arbeiten mit Volldampf weiter, von einem Stopp und einer Verschiebung der Arbeiten kann keine Rede sein.“
Dennoch betont Schiefer, dass die Grundsatzentscheidung, ob überhaupt gebaut werde, noch nicht gefallen sei. „Es geht noch immer nicht nur darum, wo gebaut wird.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass das neue Stahlwerk komme, sei aber größer, als dass alles abgeblasen würde.
Der bereits hohe Schuldenstand der voestalpine nach der 3,7 Milliarden Euro teuren Übernahme von Böhler-Uddeholm spiele bei aktuellen Überlegungen keine Rolle, wird betont. Tatsächlich werden die Finanzierungskosten für Böhler steigen. Wie diese Woche berichtet, wird die voestalpine deshalb auch einen Kredit von 300 Millionen Euro umschichten. Das Land Oberösterreich wird eine kurzfristige privatplatzierte Anleihe zeichnen.
„Der große Kapitalbedarf für das neue Stahlwerk wird erst 2011 bis 2013 gegeben sein“, sagt Schiefer. Wesentliches Kriterium für das Stahlwerk sei der langfristige Stahlbedarf. „Kurzfristig ist von einem Rückgang auszugehen, aber wir bauen das Stahlwerk nicht für die nächsten zwei Jahre“, heißt es.
Vertreibung aus Paradies
Bei der am Mittwoch zu Ende gegangenen Weltstahlkonferenz in Washington D.C. haben die Stahlhersteller den angekündigten Marktausblick kurzfristig zurückgezogen. „Die wirtschaftlichen Turbulenzen haben unsere Industrie erreicht. Die Aussichten sind so unsicher, die Erwartungen müssen aktualisiert werden. Das Jahr 2008 wird aber ein Jahr mit neuerlichem Wachstum“, gab die Weltstahl-Organisation bekannt. Nachsatz eines Teilnehmers: „Wir waren im Paradies. Die paradiesischen Zustände wird es in den nächsten Jahren nicht mehr geben.“
Die voestalpine steht im letzten Kalenderquartal vor den Jahresverhandlungen mit den großen Kunden. Bisher hätten diese keine Aufträge storniert. „Im Moment produzieren wir auf Volllast“, heißt es aus dem Stahlwerk. (sib)
(Quelle: OÖ Nachrichten)
Mal sehn ob das Werk wirklich noch sein muß.
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wenn man will das etwas anständig erledigt wird
muß man es eben selbst machen .!.