Montag, 8. Mai 2006:
Am Montag morgen befand sich der Herausforderer schon wieder in der Luft, auf dem Weg nach Hause. Durchatmen und Kraft tanken für das nächste Rennen in Barcelona, das bereits an diesem Wochenende stattfindet. Michael tat sich leicht mit durchatmen und Kraft tanken – „mit einem solchen Erfolgserlebnis im Rücken will das Hochgefühl gar nicht mehr aufhören“, sagte er grinsend, bevor er in den Flieger stieg. „Und ich bin mir sicher, den Jungs geht es genauso. Ich bin verdammt stolz auf diese Truppe: wie die an sich gearbeitet hat, wie die die Performance aus dem vergangenen Jahr weggesteckt und verarbeitet hat, wie die nicht locker gelassen hat, das ist schon grandios. Dass wir hier beim fünften Saisonrennen das beste Paket haben präsentieren können, nachdem wir in der vergangenen Saison weit abgeschlagen waren, das macht diesem Team so schnell keiner nach.“
Was Michael dabei besondere Freude bereitete: dass die unermüdliche Arbeit der letzten Wochen gefruchtet hat. „Wir haben uns Schritt für Schritt nach vorne gerobbt, haben jede Kleinigkeit überprüft und verbessert, haben Neuerungen entworfen und so das Auto in jedem Bereich kontinuierlich verbessert. Und diese vielen Details, diese ganzen Kleinigkeiten zusammen genommen, haben gestern den Ausschlag für unsere Performance gegeben“, so der Rekord-Weltmeister. „Das war genau das, was wir uns vorgenommen hatten. Ich denke, man kann mit Fug und Recht behaupten, das unsere Entwicklungsarbeit der letzten Wochen nicht nur die schnellste, sondern auch die beste war. Das ist natürlich extrem befriedigend – und zugleich extrem motivierend. Man sieht ja, was man damit erreichen kann. Andererseits wissen wir ganz genau, wie schnell sich die Dinge drehen können, schließlich haben wir das gerade selbst demonstriert. Daher ist unsere Devise nun ganz klar: Wir werden bestimmt nicht locker lassen.“ Die große Frage nach dem Ferrari-Sieg in Imola – war der Sieg nur eine Eintagsfliege? – hat sich mit dem deutlichen Erfolg am Nürburgring erledigt, und auch Michael ist überzeugt, dass Ferrari weiterhin konkurrenzfähig bleibt. „Wir haben viel dazugelernt in den vergangenen Wochen, unser Auto hat sehr viel Potenzial und wir verstehen mittlerweile viel davon, wie wir es abrufen können. Daher glaube ich sicher daran, weiterhin in der WM-Entscheidung eine große Rolle spielen zu können. Natürlich werden wir auf verschiedenen Strecken auch Schwankungen sehen, und natürlich werden auch andere Teams stärker werden, aber das liegt nun mal in der Natur der Sache. Die Formel 1 ist Wettkampf auf höchstem Niveau. Aber ich bin ein Wettkampftyp, mir macht all das hier unglaublichen Spaß. Ich freue mich jetzt schon auf das Rennen in Barcelona. Ich freue mich auf den nächsten Kampf.“
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