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Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

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neuester Beitrag: 17.09.21 18:54
eröffnet am: 04.11.12 14:16 von: permanent Anzahl Beiträge: 137511
neuester Beitrag: 17.09.21 18:54 von: Zanoni1 Leser gesamt: 17515932
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04.11.12 14:16
104

20752 Postings, 6508 Tage permanentÖkonomen streiten über Verteilungsfrage


Wirtschaftswissenschaften : Ökonomen streiten über Verteilungsfrage 13:15 Uhr Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Die Einkommensungleichheit destabilisiert die Volkswirtschaften, sind

... (automatisch gekürzt) ...

http://www.handelsblatt.com/politik/international/...age/7328592.html
Moderation
Zeitpunkt: 06.10.14 08:32
Aktionen: Kürzung des Beitrages, Threadtitel trotzdem anzeigen
Kommentar: Urheberrechtsverletzung, ggf. Link-Einfügen nutzen
Original-Link: http://www.handelsblatt.com/politik/...gsfrage/7328592.html

 

 
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137485 Postings ausgeblendet.

17.09.21 16:05
1

69574 Postings, 6343 Tage Anti Lemming"wo doch die Federal Reserve Bank of St. Louis"

Der Teufel hat ebenfalls eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, dass es in der Hölle niemals heißer wird als 38,7 Grad Celsius.  

17.09.21 16:12

3088 Postings, 7904 Tage fws#487: Woher weiss du das?

17.09.21 16:14

3088 Postings, 7904 Tage fws#487: Woher weisst du das?

17.09.21 16:21
1

69574 Postings, 6343 Tage Anti Lemming# 486 - Äpfel mit Birnen verglichen

Entscheidend ist, was von der Inflation "netto ankommt".

- Zu DM-Zeiten lag die Inflation in D. bei teils 5 % pro Jahr. Wenn es aber gleichzeitig 6 % Zinsen auf dt. Staatsanleihen gibt, existiert die Inflation für Halter von Staatsanleihen praktisch nicht. Es gab Netto-Spar-Erträge.

- Aktuell in der Eurozone hingegen liegt die Inflation bei offiziellen 3 % (gefühlt noch höher)...

https://www.faz.net/aktuell/finanzen/finanzmarkt/...ent-17509971.html

...und es gibt auf dt. Staatsanleihen -0,28 % "Rendite" (Chart unten).
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/...hland-nach-monaten/

Aktuell verliert man daher netto 3,28 % pro Jahr, während es zu DM-Zeiten in obigem Beispiel netto ein Plus von 1 % Plus pro Jahr (nach Inflation!) gab.

Der Netto-Unterschied beträgt satte 4,28 % - pro Jahr!

.
 
Angehängte Grafik:
2021-09-....jpg (verkleinert auf 65%) vergrößern
2021-09-....jpg

17.09.21 16:22
2

69574 Postings, 6343 Tage Anti Lemming# 488

persönliche Kontakte  

17.09.21 16:48
1

3088 Postings, 7904 Tage fws#490: ... und für Leute ohne ...

... Ersparnisse in Form von Anleihen oder Bankeinlagen - also der überwiegenden Mehrheit in D. - was ist für die wohl wichtiger? Kaufkraftverluste oder Habenzinsen auf irgendwelchen leeren Konten?

 

17.09.21 16:52

3088 Postings, 7904 Tage fws#491: ... dachte ich mir schon ;-)

17.09.21 16:53

69574 Postings, 6343 Tage Anti LemmingNormale Leute

die hatten Sparkonten oder Festgeldkonten, wobei letztere nur knapp unter Staatsanleihen rentierten.  

17.09.21 16:56
2

69574 Postings, 6343 Tage Anti LemmingNur jeder vierte Deutsche hat keine Ersparnisse

Daher kann "von der überwiegenden Mehrheit" (# 492) nicht die Rede sein.

https://www.faz.net/aktuell/finanzen/...ine-ersparnisse-15439007.html

Jeder vierte Deutsche hat keine Ersparnisse

...In Deutschland geben 27 Prozent der Menschen an, derzeit über keine finanziellen Rücklagen zu verfügen, mehr als in fast allen anderen europäischen Ländern ? außer Rumänien. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos im Auftrag der Direktbank ING-Diba, für die 14.806 Menschen aus 13 europäischen Ländern sowie Australien und den Vereinigten Staaten befragt wurden.
 

17.09.21 16:58

69574 Postings, 6343 Tage Anti LemmingUnd für das Unzutreffende in # 492

- angeblich die "überwiegende Mehrheit" - schnell noch ein "gut analysiert" von Fill.

Gut so, Fill. Bitte kein Fettnäpchen auslassen, sonst ist dein schlechter Ruf in Gefahr.  

17.09.21 17:04

3088 Postings, 7904 Tage fws... und Reiche profitieren seit geraumer Zeit ...

... wegen der nicht mehr vorhanden Zinsen von steigenden Depotwerten und Immobilienpreisen (Sachwerten). Ich kann dies auch ganz gut beurteilen und habe deshalb das Gefühl, daß sich alles irgendwie ausgleicht. Keine Zinsen, dafür höhere Vermögenswerte. Also Menschen mit etwas Vermögen können sich m.E. in den Eurozeiten wirklich nicht beschweren. AL, möchtest du in Europa wirklich wieder zurück in die Wechselstube?

 

17.09.21 17:09

3088 Postings, 7904 Tage fwsAls junger Mensch hatte ich übrigens ...

... auch mal ein Sparbuch. Wow, welche Zinsen - auf die wenigen Prozente, die einem da gut geschrieben wurden, kann man getrost ganz verzichten.

 

17.09.21 17:10
1

69574 Postings, 6343 Tage Anti LemmingIch kritisiere die Umverteilung

von unten nach oben, die die Zentralbankpolitik und der Euro mit sich bringen. Hab ich auch schon oft genug erklärt.  

17.09.21 17:13

3088 Postings, 7904 Tage fws#495: Ich dachte dabei eher an ...

... etwas umfangreichere Sparbücher und Anleihebeträge. Formal stimmen die hohen Zahlen von Leuten mit (kleinen) Ersparnissen aber sicher.  

17.09.21 17:18

69574 Postings, 6343 Tage Anti LemmingDie Euro-Einführung wäre okay gewesen,

wenn zuvor ein einheitlicher, für alle Eurozonen-Staaten verbindlicher Rechtsraum geschaffen worden wäre, die Staaten auf ihre Souveränität verzichtet hätten und eine gemeinsame EU-Finanzpolitik in die Wege geleitet worde wäre. Das hätte sich aber noch mindestens ein halbes Jahrhundert hingezogen.

Die Väter des Euro wollten die Vorteile der schnellen Einführung (dt. Industrie proftiert) und haben die Nachteile des Euro (PIIGS-Querfinanzierung aus den EZB-Notenpresse) später als Kollateralschaden sozialisiert.  

17.09.21 17:25

3088 Postings, 7904 Tage fws#501: ... dann wärst du in deinem ganzen Leben ...

... nicht aus den Wechselstuben rausgekommen! Du siehst ja selbst, wie schwierig es ist, in der EU auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. So, ich sag jetzt mal ciou.

 

17.09.21 17:32
1

69574 Postings, 6343 Tage Anti LemmingHatte Kohl auch mit geworben,

dass Deutsche dann auf Mallorca keine Peseten mehr wechseln müssen.

Dafür müssen sie jetzt mit -3,28 % Realzinsen die Südperipherie querfinanzieren.

Scheiß-Deal.  

17.09.21 17:36

3088 Postings, 7904 Tage fwsLast: diese Querfinanzierung mache ich dafür gerne

17.09.21 17:38

69574 Postings, 6343 Tage Anti LemmingIch seh den Nutzen nicht.

Europa schafft mehr Probleme, als es löst.  

17.09.21 17:44

69574 Postings, 6343 Tage Anti LemmingEU ist ungefähr so, als würden

die Bewohner eines Hochhauses ihr Geld auf ein gemeinsames Konto einzahlen und sich wechselseitig vertraglich zusichern, dass jeder mit seiner Karte nur das abhebt, was ihm zusteht.  

17.09.21 18:00

5578 Postings, 6458 Tage sue.vi..

2,100,000,000,000  Euro

BRUSSELS, 21. JUN 2018
Wie eine US-Firma einen EU-Pensionsfonds im Wert von 2,1 Trillionen Euro durchsetzte
How a US firm pushed for EU ?2.1trn pension fund
https://euobserver.com/economic/142020  

17.09.21 18:04

5578 Postings, 6458 Tage sue.vi.


FEBRUARY 19, 2020
BlackRock bolsters European management as part of regional expansion: memo
https://www.reuters.com/article/...ackrock-europe-moves-idUSKBN20D12Q  

17.09.21 18:11

2744 Postings, 854 Tage SEEE21Anti L.,als Stimme des Volkes

Man kann natürlich daran Glauben, dass unsere europäischen Nachbarn bis zum Sankt Nimmerleinstag
deutsche Produkte kaufen, bzw ein Handelsdefizit mit Deutschland haben und dies ohne einen Preis zu haben ist!
Genauso bekloppt war der "Deutsche Vorschlag", unsere europäischen Nachbarn sollen sich ein Beispiel an uns nehmen. Da würde der deutsche Michel aber dumm aus der Wäsche schauen, wenn dies Realität würde und er würde fortan vor China und seinen Nachbarn zittern!
Nebenbei hätte die AfD wieder ein Thema mit dem sie dann auch Anti Lemminge einlullen könnte!
 

17.09.21 18:41

5578 Postings, 6458 Tage sue.vi..

Wie viel Geld schuldet die Welt China?
February 26, 2020
.....
"Während Chinas Rolle im Welthandel stark bekannt gemacht wird und politisch polarisiert, ist sein wachsender Einfluss im internationalen Finanzwesen vor allem aufgrund mangelnder Daten und Transparenz eher unklar geblieben."
"In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich China zu einem bedeutenden globalen Kreditgeber entwickelt, dessen ausstehende Forderungen inzwischen mehr als 5 % des weltweiten BIP übersteigen."
" Fast alle diese Kredite sind offiziell und kommen von der Regierung und staatlich kontrollierten Einrichtungen." ...
....
How Much Money Does the World Owe China?
https://hbr.org/2020/02/how-much-money-does-the-world-owe-china  

17.09.21 18:54

11156 Postings, 3544 Tage Zanoni1#480 p.s.

Wobei der Euro nun allerdings bekannter Weise tatsächlich einige größere Konstruktionsprobleme hat, die nicht von der Hand zu weisen sind. Wenn der politische Wille dazu da ist und die EZB monetäre Staatsfinanzierung betreibt, dann lässt sich solche Währungsgemeinschaft dann -  wie man sieht - trotz aller Schieflagen und Probleme auf Biegen und Brechen mit allen Mitgliedern weiter fortführen.

Der Preis dafür sind dann allerdings dauerhafte Nullzinsen mit all ihren sideeffects, wie den Preisüberhitzungen an den Immobilenmärkten, an den Aktienmärkten und natürlich auch an den Anleihenmärkten. Die steigenden Mieten, über die nicht zu Unrecht geklagt wird, gehen dann wiederum in nicht unerheblichen Maße auf die durch Niedrigzinsen hochgetriebenen Immobilienpreise zurück.

Die Probleme der Niedrigzinsen gehen dabei sogar noch sehr viel weiter. Da greifen viele Bereiche sehr unglücklich ineinander, wobei die negativen Effekte der Niedrigzinsen immer schwerwiegender werden, je länger sie niedrig gehalten werden. Auf der anderen Seite wird die Abhängigkeit einzelner bereits hochverschuldeter Staaten von niedrigen Zinsen im Hinblick auf ihre Schuldentragfähigkeit gleichzeitig jedoch immer größer, je mehr Schulden sie aufnehmen.
Ihnen dies günstig zu ermöglichen ist dabei allerdings gerade die wesentliche Ratio der Zinspolitik der EZB und ihrer Large-Scale Asset Purchase Programmes.

Dieser ganze Prozess ist dabei in seiner Dynamik schon derart fortgeschritten, dass eine sinnvolle Umkehr dabei kaum noch überhaupt als möglich erscheint.
Die Situation der hochverschuldeten Länder wird dabei immer verfahrender und die Schieflagen, die dabei in den anderen Ländern durch die Niedrigzinsen (d.h. tatsächlich muss man vielmehr von Nullzinsen und in immer größeren Teilen sogar von Minuszinsen sprechen) entstehen, werden dabei immer größer.

Auch die Inflation ist mittlerweile zurück, und fast alle Ökonomen außerhalb der Zentralbanken gehen auch davon aus, dass es sich dabei eben nicht um ein kurzfristiges vorübergehendes Phänomen handelt.
Die EZB dürfte im Hinblick auf ihr Mandat daher mittelfristig kaum umhin kommen, entweder die Zinsen zu erhöhen, oder eben gänzlich das Gesicht zu verlieren.

Auch mit der Inflation sind die Probleme der Niedrigzinsen dann allerdings leider noch nicht erschöpft.

Die Banken (die man ursprünglich retten musste) können in einem Umfeld, in dem sie dauerhaft Negativzinsen für ihre Geldreserven an die ZB zahlen müssen, nicht mehr profitabel arbeiten, daher müssen sie die Negativzinsen dann eben auch leider an ihre Kunden weitergeben.

Der private Endkunde sieht sich indessen als Bürger immer mehr in der Verantwortung, selber für das Alter vorzusorgen. Die gesetzliche Rente reicht immer weniger und das System der gesetzlichen Rentenversicherung ist angesichts der demographische Entwicklung so dann auch gar nicht mehr finanzierbar und steht über kurz oder lang sicherlich vor einer systematischen Neuordnung.

Die Eigenvorsorge wird nun einerseits durch die wegfallenden Zinsrenditen immer schwieriger, so dass weitaus größere Beträge angespart werden müssen, um später zu einer bestimmten Rente gelangen zu können, und das was sie dabei ansparen wird dann sogar noch mit Negativzinsen belegt, so dass sie dann am Ende noch mehr ansparen müssen.

Die Assetmärkte werden indessen durch die Niedrigzinsen immer teurer, das Eigenheim gerät als Möglichkeit der persönlichen Altersvorsorge dabei für viele immer weiter außer Reichweite und die Mieten, die sie stattdessen zahlen müssen, verschlingen einen immer größeren Teil ihres Einkommens, ebenso wie die Inflation. Hier kumulieren also gleich mehrere Folgen der niedrigen Zinsen und verstärken ihre negative Wirkung in verhängnisvoller Weise.

Wenn jetzt auch noch Skandal-Scholz  die Wahl gewönne und eine Vermögenssteuer einführte käme im Übrigen noch ein weiteres verhängnisvolles Element dazu.

In den 90ern gab es sowas zwar, Immobilien wurden dabei jedoch lediglich mit dem Einheitswert angesetzt, gerade das hat das BVerfG allerdings als Verfassungswidrig festgestellt. Bei einer neuen Vermögensteuer würde daher auch der Verkehrswert angesetzt werden.

Bei den aktuellen Verkehrswerten handelt es sich jedoch um überhitzte Preise, bei denen am Ende oftmals abzüglich Verwaltungs- und Instandhaltungs- und Modernisierungskosten (je nach Immobilie) kaum noch eine Rendite oberhalb eines Prozents verbleibt. Wer sie vor 10 oder 20 Jahren gekauft hat kommt natürlich auf deutlich höhere Renditen, aber versteuert würde ja der aktuelle Verkehrswert werden. Das heißt, dass bei einer Vermögenssteuer von einem Prozent bei manchen bereits die gesamt Rendite abgeführt werden müsste. In diesem Falle bliebe nur ein Verkauf. Da sich der Erwerb im Hinblick auf die Vermögenssteuer beim gegenwärtigen Preisniveau dann allerdings gar nicht mehr rechnet, müsste er entsprechende Wertabschläge hinnehmen.
So produziert man einen Immobiliencrash mit Ansage.

Der Erlös würde indessen wiederum nicht nur mit 1%  Vermögenssteuer belastet sondern auch noch mit 0,5-1% Negativzins von der Bank.

Diejenigen, die für ihre Altersvorsorge auf ein Eigenheim gesetzt haben, trifft es dann u.U. sogar noch härter. In einer größeren Stadt ist die Freigrenze von 1 Mio bei den aktuellen Bewertungsniveaus schnell überschritten. Die Steuer müsste dann aus anderem Einkommen gezahlt werden, bei Rentnern dann aus ihrer Rente. Auch hier dürften nicht wenige verkaufen müssen.

Den Bürgern würde durch so eine Politik die Möglichkeit einer sinnvollen Altersvorsorge förmlich entzogen werden.

Dazu kommen dann auch noch all die rot-grünen Pläne, Immobilieneigentümer mit weiteren Modernisierungsverpflichtungen zu belasten, z.B. mit der Solardachpflicht. Aus welchen Einnahmen dies dann bei einer gleichzeitigen Einführung einer solchen Steuer dann allerdings noch erfolgen sollte/könnte, darüber macht man sich dann allerdings offenbar etwas weniger Gedanken.

Das Resultat aus der Summe all dieser Umstände wäre nicht nur eine entsprechende Abwanderung, sondern neben alldem eine hohe Wahrscheinlichkeit eines Immobiliencrashs. Dieser führte dann wiederum zu Schieflagen bei den Banken etc. etc.

Darüber, dass mit solch einer Steuer dann wohl auch die gesamte Finanzkalkulation sämtlicher Versicherungsgesellschaften über den Haufen geworfen würde, ist dabei noch gar nicht gesprochen worden. Sie sind nur in der Lage die Ansprüche der Versicherungsnehmer, die aus ihren policen folgen, zu befriedigen, wenn sie auch profitabel mit den Geldern aus den policen arbeiten können und dürfen.
Im Hinblick auf das niedrigen Zinsumfeld haben die Versicherungsgesellschaften ohnehin schon seit Jahren Probleme. Wenn sie jetzt ihr Assetvermögen nun auch noch zusätzlich plötzlich mit einem Prozent versteuern müssten, dann ist das nichts, das keine Auswirkungen auf ihre Leistungsfähigkeit hätte, die Ansprüche der Versicherungsnehmer weiter zu befriedigen. Die ursprünglichen Kalkulationen gehen dadurch dann ja nicht mehr auf.
Bei neuen Verträgen könnten sie natürlich die Preise entsprechend anpassen (was dann wiederum zu Lasten nicht etwa alleine der Vermögenden sondern aller Bürger ginge) bei den Altverträgen stünden sie allerdings vor größeren Problemen. Die Folgen wären dabei m.E. kaum kalkulierbar, mit einigen Insolvenzen wäre im Zweifel sicher zu rechnen.

Es wundert mich dabei im Übrigen ein bisschen, dass solche Betrachtungen Im Wahlkampf bisher kaum irgendwo angeführt wurden.

Stattdessen könnte man aber nicht die Kapitalsubstanz sondern dessen Erträge höher besteuern und sich z.B. von der Kapitalertragssteuer verabschieden und solche Erträge der allgemeinen Einkommenssteuer unterwerfen, das wäre im Übrigen nicht nur sehr viel verträglicher sondern auch sehr viel einfacher.

Die Ermittlung der einzelnen Vermögenswerte wäre sehr aufwendig und ein großer Teil der steuerlichen Mehreinnahmen  würde durch den hohen Verwaltungsaufwand wieder aufgefressen.
Ein anderer Teil der Mehreinnahmen, der über die Vermögensteuer erzielt würde ginge dann wiederum durch Mindereinnahmen bei der Einkommenssteuer wieder verloren, denn das zu versteuernde Einkommen würde durch die bereits gezahlte Vermögenssteuer  entsprechend gemindert.

Dass man diesem Weg gegenüber einer Abschaffung der Abgeltungssteuer tatsächlich den Vorzug geben möchte, ist m.E. sachlich kaum sinnvoll erklärbar, das sieht  dann m.E. doch eher nach ideologischen Motiven aus.

Die Folgen wären m.E. aber derart katastrophal, dass dies die selbst manche Fehlentscheidungen der Merkel-Ära noch in den Schatten stellen könnte. Die besondere Situation eines Niedrig- bis Negativzinsumfeldes und den Preisüberhitzungen an nahezu allen Assetmärkten, die Negativzinsen der Banken, die deutlich angestiegene Inflation sowie die Problematik unseres Rentensystems sind Dinge, die dann bei solchen Ideen schon mitgedacht werden müssen.

Wer das tut hat seine Rechnung dann allerdings offenbar ohne Skandal-Scholz gemacht, der dann eben nicht nur mit kaum noch nachvollziehbaren Erinnerungslücken bei den Cum-Ex-Deals  sondern eben auch mit kaum minder erstaunlichen Denklücken auffällt.



 

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