...scheint ja für Handelssysteme eine hervorragende Bedeutung zu haben. Ist der MACD nun ein Trendfolger oder nicht?
Aufgrund seiner Konstruktion: gleitende Durchschnitte (GD) unterschiedlicher Latenz wäre er eine Kombination aus einem Trendfolger und einem Momentum. Der Trendfolger entsteht aus der Differenz zweier gleitender Durchschnitte. Bei einem stabilen Nordkurs ist der MACD stets größer Null, beim Südkurs kleiner Null. Die Signallinie ist ein sehr "kurzer" GD. Die Differenz Signallinie zu MACD ergibt beim Nulldurchgang ein Kauf- oder Verkaufsignal.
Damit ist das MACD-Signal (MACD vs. Signallinie) eine Linearkombination dreier GD. Ein GD ist nichts anderes als ein linear gefilterter Kursverlauf, damit ist das MACD-Signal ebenfalls ein linear gefilterter Kursverlauf und könnte alternativ z.B. über Multiplikation der Fouriertransformierten des MACD-S. und des Kurses (Faltungssatz) berechnet werden.
Die Filterkoeffizienten des MACD-Signals lassen sich qualitativ so angeben: die rückwärts zeitnahen Kurswerte haben positive Koeffizienten, die länger zurückliegenden negative. Damit reagiert der MACD auf einen Übertrend-Anstieg des Kurses mit "Kaufen", bei Trendabschwächung und Trendbruch mit "Verkaufen". Das Problem ist nun im Trendmarkt, dass eine bloße Trendabschwächung bereits mit Signalen versehen wird, obwohl der Kurs noch in die gleiche Richtung weiterzieht und der Ausstieg aus einer Position ein Fehlsignal darstellt (zu früh geschossen). Der MACD kann zwischen Trendabschwächung und -Bruch nicht unterscheiden.
Eine Regel hierzu könnte sein: Ist der MACD negativ und kreuzt die Signallinie nach oben, dann gehe aus S raus, aber nicht in L hinein. Ist der MACD positiv und die Signallinie kreuzt nach unten, dann gehe aus L raus , aber nicht in S rein. Im Trendmarkt sollte man damit auf der sicheren Seite liegen. Oder?
Im Seitwärtsmarkt hilft diese Taktik allerdings nicht wirklich weiter. Denn im Seitwärtsmarkt möchte man bei maximaler Auslenkung des Kurses nach oben verkaufen (von L auf S gehen), am besten gerade bevor der Kurs bounct. Das Handelssignal muss im Seitwärtsmarkt an den Maxima der Schwankungsbreiten erfolgen. Damit steht das Handelssignal mit ca. 45 - 60 Grad Phasenverschiebung zu den Handelssignalen eines auf GD beruhenden Filters. Wirkungsgrad des letzteren im Seitwärtsmarkt bei ca. Null :)
Kann man mMn derzeit bei Turbodepot sehr schön sehen.
Alternativen? z.b. Umschalten auf einen nichtlinearen Oszillator? Oszillatoren sind , sofern sie für Max. und Min. auf 1,0 und -1,0 gedeckelt sind, grundsätzlich nichtlinear, z.B. der RSI.
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