Mikrogasturbine für Syke Von sascha rühl Syke. Der lange Weg zur Mikrogasturbine am Syker Klärwerk, der Anfang 2010 begann, wurde gestern mit der offiziellen Inbetriebnahme der Anlage beendet. Sykes Bürgermeister Harald Behrens zeigte sich stolz, dass Syke so den Weg der Ökologie und Ökonomie fortsetze. Die eingesetzte Technik stamme aus den USA, wo sie seit gut 20 Jahren eingesetzt werde und ursprünglich vom Militär entwickelt wurde, um Kläranlagen in Krisengebieten autark zu machen, wie der Diplom-Ingenieur Hans-Dieter Matthias erklärte. Anstatt wie vor der Einrichtung der Anlage das entstehende Faulgas nur als Wärme zu nutzen, könne nun auch Strom produziert werden. Als Vorbild diente eine identische Anlage in Oyten. "Diese Anlage ist ein Wunderwerk der Technik", erklärte Harald Behrens. In der Anlage drehe sich eine Turbinenschaufel mit 90000 Umdrehungen pro Minute, um einen Generator anzutreiben, wobei die anfallende Wärme ins Wärmenetz gespeist werde. Dabei sei die Turbinenschaufel luftgelagert und so sehr wartungsarm, was ein weiterer guter Grund für die Anschaffung war. Es müssten keine weiteren Techniker eingestellt werden und die Mikrogasturbine sei so leicht zu bedienen, dass das bestehende Personal damit umgehen könne. Ulf Walek von den Grünen zeigte sich als Anwohner erfreut über die leise Funktionsweise der Anlage und das Ausbleiben einer abendlichen Gasflamme über dem Klärwerk. "Wir haben hier eine kostengünstige Technik auf hohem Niveau. Syke spielt mit dieser Anlage in der ersten Bundesliga, was solche Projekte angeht", erklärten die verantwortlichen Ingenieure. Die Syker Anlage produziert nun 65 Kilowatt elektrische Leistung und 120 Kilowatt thermische Leistung. Damit lässt sich soviel Strom erzeugen, dass 130 Haushalte ein Jahr lang versorgt werden könnten, wenn nicht der Strom vollständig in den Betrieb des Klärwerkes fließen würde. "Damit sparen wir etwa 82000 Euro im Jahr an Stromkosten", betont Harald Behrens. Die Restwärme werde ebenfalls überwiegend für den Betrieb des Klärwerkes verwendet. Gekostet hat das Projekt 380000 Euro zuzüglich Planungs-, Bauleitungs- sowie Baunebenkosten. Aus dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK) des Bundes würden etwa 90000 Euro an Zuschüssen in den nächsten drei Jahren erwartet, erzählte der Syker Verwaltungschef http://www.weser-kurier.de/Artikel/Region/...asturbine-fuer-Syke.html
|