habe im Forum schon das ein oder andere Mal gepostet, hier bin ich bis jetzt aber nur passiver Gast gewesen.
Erst einmal Glückwünsch an Metro für die Eröffnung dieses gelungenen Thread und auch an all die anderen Teilnehmern, die mit ihren mitunter sehr scharfsinnigen Gedankengängen ebenso zum Gelingen dieses Threads beitragen.
Wenn ich jetzt hoffentlich öfters mal mitdiskutieren werde, solltest ihr zumindest wissen, wer da immer so einen Blödsinn zusammenpinselt. Ich bin männlich, ungebunden, jüngst 30 geworden (klingt bis hierher ja wie ne Kontaktanzeige, aber keine Angst so gehts nicht weiter ;)) und schon seit ich 18 bin, an Finanzmärkten interessiert. 2001 habe ich angefangen VWL zu studieren, hatte aber am Ende des 6. Semesters 2004 einen Motorradunfall, infolge dessen ich jetzt querschnittgelähmt bin. Jobmäßig wäre dies nur tragisch, wenn ich Kokusnusspflücker oder Berufsbergsteiger hätte werden wollen, aber so ist das ja nu kein Weltuntergang (passe auch im Rollstuhl an den Schreibtisch bzw. Pc).
Ich habe dann 2006 erste Zahlungen aus Haftplichtersicherung und Unfallversicherung erhalten, und da stellte sich dann die Frage, wie ich das Geld fürs Alter anlege, denn irgendwie macht mir die gesetzliche Absicherung Sorge bzw. ich will mich nicht darauf verlassen müssen. Da meine Erfahrungen mit Banken durchweg negativ waren, hab ich beschlossen, dieses Geld teilweise selbst zu verwalten (möchte nicht wissen, wo mein Konto jetzt stehen würde, wenn ich es meiner Hausbank gegeben hätte).
Nun muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich einen Großteil des mir angeeigneten Wissens im Studium fast wieder vergessen habe (evtl. eine Folge des direkten Einschlages mit dem Kopf und der ganzen Morphine die ich täglich in mich reinpumpen muss), aber je mehr ich mitlese, desto mehr errinnere ich mich an schonmal Gehörtes.
Wenn ich also in einem Posts mal etwas übersehe oder die ein oder anderen Fakten vertausche, seht es mir nach, ich muss neu lernen. Aber daraufhinweisen dürft hier mich schon ;).
So, dass soll es zu mir gewesen sein, jetzt hab ich auch gleich einen Kommentar bzw. eine Frage.
Die o.g. Entwicklung in Dubai kann ich auch bestätigen. Habe letztens die Urlaubsbilder meines Cousins gesehen und den gleichen Gedanken gehabt wie AL in 2502. Auch wenn mich die CO2-Diskussion in D langsam etwas nervt, wenn man den durchschnittlichen CO2-Ausstoß pro Auto für Dubai ausrechnet.... (ohne Worte) Desweiteren kann ich mir nicht vorstellen, dass dieser Bauwahnsinn dort irgendwann beginnt, langsam abzukühlen, sondern auch dort wird es irgendwann richtig krachen. Den einzigsten Vorteil den die dann haben, sie können aus den ganzen Krisen bis dato lernen, was funktioniert oder eben nicht funktioniert. Wäre an dieser Stelle mal interessant zu wissen, wer ales sein Häuschen auf den Palmen oder the world nun doch nicht beziehen kann. Dürften bestimmt einige sein. Manchmal erinnert mich das Verhalten der Scheichs an das eines Lottogewinner. Er kommt, wie die Jungfrau zum Kind, an Geld/Öl und dann wird eine fette Party nach der anderen gefeiert, ein Auto reicht nicht, man muss es auch in jeder Farbe haben und was eine Yacht angeht, alles kleiner als 150ft wäre da schließlich einfach nur peinlich. Nur irgendwann ist das Geld/Öl alle und dann muss man sehen, wie es weitergeht. Gut, Dubai versucht sich da schon um Alternativen, aber es gibt ja genug andere Länder, die es da nicht so eilig haben. Nachfolgende Generationen werden dankbar sein, wenn sie erfahren, dass die Grundlage für Wohlstand da war, aber Korruption und Verschwendung (sicher nicht die einigsten Gründe) führen zu der Konsequenz, dass später kopfschüttelnd gefragt wird, "wie konntet ihr in so kurzer Zeit das ganze Zeug verpulvern?"
Jetzt hätte ich noch eine Frage, sie mich etwas grübeln läßt, wo mich aber auch eure Meinungen interessiert. Im Gleichschritt zu allen Assettklassen ist auch der Baltic Dry Index regelrecht zusammengefaltet worden. Von Mai 2008 bis heute ist der BDI um über 94% (von ca 11700 auf 663 heute) abgestürzt, was ja nichts anderes bedeutet, als das die Rohstoffe, die jetzt noch transportiert werden, trotzdem für die meisten Reeder keine Gewinne einfahren, sondern wohl nur einen Teil der Fixkosten decken soll. (Kleiner Zwischengedanke: Das was mich ärgert, wenn man eine solche Situation im nachhinein betrachtet, ist die Tatsache, das man doch eigentlich selber auf die Idee hätte kommen müssen, dass auch der Warenverkehr von der Finanzkise massiv betroffen sein wird, und man dann entsprechende Investitionsentscheidungen trifft.)
Über kurz oder lang, werden einige Reeder sicher nicht überleben. Schiffe werden stillgelegt und es wird eine Kosolidierung stattfinden. Ganz abgesehen von den Schiffen die schon in der Pipeline sind und die nächsten Jahre auf den Markt drängen. Wenn dann doch igendwann die ersten Reeder insolvent gehen, dann frage ich mich, ob die Schließung der einzelnen Lücken reibungslos funktioniert oder ob es dann nicht doch über kurz oder lang zu fehlenden Rohstoffen bei der Produktion von Fertigwaren kommt? Dann stellt sich mir die Frage, wer die Profiteure in dieser Situation sein werden?
Sorry, wenn das jetzt etwas aus dem Kontext ist, aber es ist ja ein Antizyklik-Thread und vielleicht finden sich ja auch auf diesen Gedankenwegen antizyklische Möglichkeiten um in Branchen zu investieren oder diese ggf weiter zu shorten.
vielen Dank und macht weiter so mavy
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