Boon hat viel Potential, ja, aber trifft auch auf viel mehr Konkurrenz und eine nicht mehr ganz so digital-dumme Finanzwelt. Ohne große Investitionen (Marketing, technische Weiterentwicklung, Partnerakquise mit Rev.share) bleibt Boon in seiner Nische. Was nicht per se schlecht ist.
Aber welche Kunden, mit denen man sich anlegt, meinst du? DB, Coba etc. sind mehrheitlich keine Kunden von Wirecard, außer sie legen ihre Einlagen für 0,75% bei Boonplanet an, statt Negativzinsen an die EZB abzugeben ;-) Mal abgesehen von einigen Projekten, die z.B. zwischen credit suisse (oder war es credit agricole) und WDI laufen, wüsste ich nicht, wo Banken auf WDI zurückgreifen. Fintechs, ja, die nutzen WDI durchaus. Und die können auch froh sein, ohne Loans, ohne techn. Support, wären viele dieser fintechs längst weg vom Fenster. Die können und sollten eigtl. zu sehen, dass ihr Geschäft möglichst gut integrierbar in WDI ist. N26, Kreditech und andere startups in dieser Größenordnung werden meiner Meinung nach und sehr wahrscheinlich alleine nicht überlebensfähig bleiben, da sie für Finanzierungsrunden zu groß geworden sind und höchstens noch IPOs in frage kommen. Ein Tradesale an eine Bank ist mangels Integrationsfähigkeit ausgeschlossen. Irgendwann kommt der Punkt, an dem die Investoren aber rauswollen. Und wenn N26 und Kreditech tw. in Boon aufgehen können, wäre das für diese Firmen der bestmögliche Exit und Boon hätte ohne sonderliches Zutun Konkurrenten verloren und seinen Dienst erweitert.
Aber das sind alles nur ferne Gedankenspiele! Vllt. beherzigt WDI mit Boon seinen Whitelabel-Ansatz. Dann ist obiger Text obsolet.
Und wenn du mit Kunden, die div. Händler meinst, dann übernehme Boon nicht deren Geschäft, sondern die werden (Mit-)Bestandteil von Boon und partizipieren an Provisionen, Umsatzbeteiligungen. Ich sehe Boon durchaus eher als App-Store. Eine App, in der die ganzen anderen Apps mitintegriert sind.
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