Es ist aus der Berliner Zeitung. Wenn ich das selbst hier schreiben würde, liefe ich Gefahr, dafür gesperrt zu werden.
BZ: Die Berichterstatter waren offenbar damit ausgelastet, in McCarthy-Manier wie Spürhunde in der Menge [der Demonstranten] Verdächtige ausfindig zu machen. Leute mit Stallgeruch – findet man Vereinzelte, stinkt die ganze Großkundgebung. Ist der sonst in den betreffenden Medien nicht so eifrige Kampf gegen Rechts in Wahrheit ein Kampf gegen Links?
[A.L.: Die einschlägigen Kreise, die Friedensdemonstranten als "rechts" brandmarken wollen, stellen fortlaufend Fakten und Feindbilder auf den Kopf, nur um die Nato fortschrittlich erscheinen zu lassen. So lässt sich z. B Fillorkill ständig über den "russischen Faschismus" aus, der angeblich "Selbstmord" betreiben will... ]
Ist es nicht eine Zumutung, von den Initiatorinnen und deren Unterstützern, Menschen, deren Haltungen seit Jahrzehnten durch ihre Arbeit, durch Talk-Shows, Bücher und publizistische Arbeit prominent bekannt ist, permanent Distanzierungen und Bekenntnisse abzuverlangen, weil man sonst nicht sicher sein kann, dass sie Sympathien für Rechtsextreme hegen? Unser Mitunterzeichner, der Maler Gottfried Helnwein, dessen antifaschistische Kunst von herausfordernder Kompromisslosigkeit ist, fragt die Bekennungsjäger: Warum distanzieren sich die Aktivist*innen für Lieferung schwerer Waffen nicht vom Nazi-Regiment Asow, dessen Mitglieder ganz offen Hakenkreuzfahnen, SS-Totenköpfe und Nazi-Runen zur Schau tragen und gerne mit Hitlergruß salutieren?
[A.L.: Wer so etwas bei Ariva schreibt, muss mit der Zensur "unbelegte Aussage" oder Diffamierung" rechnen, obwohl es sich um auch in Fotos hundertfach nachgewiesene Fakten handelt]
Da solche Fragen tabuisiert sind [A.L.: und sogar mit System...], ist es immer wieder möglich, abweichende Ideengeber zum Schweigen zu bringen und störende Fakten im Dunkeln zu halten, ohne dass ein offizielles Verbot nötig wäre....
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Verfasst hat den Artikel Daniela Dahn, die zu den Erstunterzeichnerinnen des "Manifestes für Frieden" zählt. Das Manifest hat inzwischen 700.000 Unterschriften und ist den westlichen Kriegsbefürwortern, -treibern und -fanatikern inkl. Rüstungskonzernen ein Dorn im Auge, weil sich Menschenmassen auf Antikriegs-Demos schwerlich wegzensieren lassen. Man kann sie allenfalls - wie geschehen - als "rechts" zu diffamieren versuchen. Ungeachtet dessen zeigen die Demos ungeschminkt, dass in Teilen der Bevölkerung große Empörung herrscht.
geb. Daniela Gerstner, auch Daniela Zimmer, (* 9. Oktober 1949 in Ost-Berlin) ist eine deutsche Journalistin, Schriftstellerin und Publizistin.
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